Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
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Gutknberg Guyß

Guttenbcrg, richtiger Gutenberg (Johann oder Henne Gense-fleisch, nicht, wie man gewöhnlich annimmt, von dem Stamme der FamilieGensefleisch, welcher von Sorgenloch sSulgelochs sich nannte), der Erfinder derBuchdruckerkunst, wurde gegen 140V irr Main; geb. Die Familie Gutenbergrechnete sich zu den Patriziern und führte den Namen Kensefleijch sowie Gu-tenberg (Gudenberg) von 2 Grundstücken d. N. 1424 lebte G. in Strasburg,wo er 12 I. darauf mit Andreas Dry-ehn (Dritzebn) u. A. einen Contract abschloß,durch welchen er sich ihnen für all seine geheimen und wunderbare« Künste verbind-lich machte (d. h. sie den Andern zu lehren und zu ihrem gemeinschastl. Nutzen an-zuwenden versprach). Dryzehn's bald erfolgter Tod machte indeß das Unternehmen,welches die Compagnie vorhatte, und das vermuthlich die ersten Anfänge der Buch-druckerkunst mit in sich schloß, scheitern, um so mehr, da Georg Drpzchn, ein Bru-der des Veisi., mit G. einen Rechtsstreit anfing, der für Letztem ungünstig ausfiel.Wann und wo die ersten Versuche in der Kunst des Bücherdrnckens gemacht wordensind, kann man nicht völlig bestimmt angeben, da G. selbst unter die von ihm gedruck-ten Sachen niemals weder s. Namen noch die Zeit setzte; so viel ist gewiß, daß er ge-gen 1438 zuerst beweglich« Typen von Holz anwendet«. 1443 wandte er sich vonStrasburg, wo er bis dahin gelebt hatte, nach Mainz, und 1450 ging er die Berbin-dung mit Joh. Faust oder Fust, einem wohlhabenden Goldarbeiter dieser Stadt(der jedoch nicht mit dem bekannten Schwarzkünstler Faust ss. d.j, zu verwechselnIst) ein, vermöge welcher Faust das Geld hergab, um eine Druckerei anzulegen, inwelcher bann die lat. Bibel zum ersten Male gedruckt wurde. Aber schon nach eini-gen I löste sich dieser Verein wieder. Faust hatte starke Vorschüsse gemacht, die G.nun zurückzahlen sollte, und da er dies nicht wollte oder konnte, so kam die Sache vordie Gerichte und endete damit, daß Faust die Druckerei behielt, die er bann mit PeterSchöffer von Gernsheim gemeinschastl. fortsetzte und vervollkommnete. Durchdie Unterstützung von einem Mainzer Rathsherrn, Konrad Hummer, ward G. abervon Neuern in den Stand gesetzt, schon im folg. I. wieder eine Presse anzulegen, inwelcher wahrscheinlich das Werk:Hormauni ,1s 8alsti» »peculurn «averckoturn"(in Quart, ohne Datum und Namen des Druckers) gedruckt wurde. Auch sollen hier,wie Einige behaupten, 4Ausg. desDonat" erschienen sein, die jedoch von Andernder Officin von Faust und Schöffer zugeschrieben werden. 1457 erschienen auch be-reit« die Psalmen, m>t einer typograph. Eleganz gedruckt, welche hinlänglich beweist,wie shneli« Fortschritte die neuer fundene Kunst machte und mit welchem rühmlichenFleiß sie getrieben wmde. G.'s Druckerei bestand bis 1465 in Mainz, Um diese Zeitwur de er von Adolf v, Na stau in den Adelstand erhoben, starb aber bereits d. 24. Febr.1468. Über fein Leben und Wirken und den Hergang der Erfindung und ersten Aus-bildung der Buchdrucker« mit beweglichen Lettern herrscht im Ganzen viel Dunkel-heit, die jetzt schwerlich aufgeklart werden dürfte; do ch haben mehre Literatoren» wiez. B. Sicher in s.Versuch zur Erklärung alter typograph. Merkwürdigkeiten"(Mainz 1802), Wolf in den ,Monument» t/pozrnplrlca" rc. (Hamburg 1740),Oberlin in denBeiträgen zurGesch, Gutenberg's" (Strasb. 1801), Denis, Lich-tenberger, Panzer, Lehne u. A. m. schätzbare Aufschlüsse hierüber gegeben.

Guyenne, s. Aquitanien.

Guyon, s. Quietismus.

Guys (Pierre Augustin), geb. zu Marseille 1721, Kaufmann in Konstanti-nopel, dann in Smyrna, berühmt durch s. Reisen und die darüber herausg. Werke,wurde zum Mitgl. des Instituts und der Gesellsch. der Arkadier in Rom ernannt.Sein erste-Werk (1744) enthält die Begebenheiten s. Reise von Konstantinopel nachSophia (der Hauptst. der Bulgarei) in Briefen. 1748 schilderte er in Briefform s.Reise von Marseille nach Smyrna und von da nach Koustantinopel. Am mehrstenverdankt er s. literar. Ruf s.Vo/»ge Uttsraire 4« I» Orese in welchem Werkeer mit ebenso viel Scharfsinn »md Sachkenntnis den Zustand Neugriechenlands und