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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
953
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Gustav III.

gewöhnlichem Pomp, schilderte in einer kraftvollen Rede die Lage des Reichs, dieNothwendigkeit einer Reform, erklärte s. gemäßigten Absichten nnd ließ die neue Ver-fassung verlese»,die augenblicklich genehmigt und durch Unterschrift und Eid bekräftigtwurde. Fast alle Staatsdiener blieben in ihren Ämtern; die Verhafteten wurden inFreiheit gesetzt, und die Revolution war geendigt. Der König bemühte sich jetzt mitallem Ernste, sein Land zu beglücken; er bereiste es mehrmals, und nie ohne Beleh-rung für sich und ohne Nutzen fürs. Unterthanen. Im Herbste 1783 reiste Gustavdurch Deutschland nach Italien, um die Bäder von Pisa zu brauchen, und ging imfolg. I. über Frankreich, wo er zugleich polit. Zwecke verfolgte, nach Schweben zu-rück. Hier warteten seiner Unruhe und Gefahr. Eine Hungersnoth raffte Tausendes. Unterthanen weg; das Volk murrte; der Adel erhob sich gegen des Königs willkür-liche Politik, und die Reichsstände verwarfen 1786 fast alles. Vorschläge und nöthig-ten ihn zu harten Opfern. Bald darauf brach 1787 zwischen Rußland und der Pforteein Krieg aus, und Gustav beschloß, einem alten Vertheidigungsbündniffe mit letzte-rer gemäß, Rußland anzugreifen, dessen Monarchin das Mißvergnügen in Schwedenunterhielt. Der Krieg ward 1788 erklärt. Als aber der König durch einen Angriffauf die Festung Fciedrichsham s. Unternehmungen anfangen wollte, sah er sich plötz-lich von einem großen Theile s. Heeres verlassen, welcher sich jedem Angriffskriege ab-genagt erklärte. Der König begab sich nach Haga, und von hier, Hülfe suchend, zuden Dalecarliern. Bald stand ein achtbares Heer freiwilliger Vatcrlandsvertheidigerda, mit denen der König das von den Dänen bedrängte Gothenbmg rettete, indeß derAufstand bei der sinnländischen Armee, die mit den Russen einen Waffenstillstand ge-schlossen hatte, fortdauerte. Die dringende Lage deS Reichs foderte die Zusammenbe-rufung der Reichsstände. Um den Widersetzlichkeiten deS Adels zu begegnen, ließ ereinen geheimen Ausschuß erwählen, zu welchem der Adel 12, jeder der übrigen, demKönig ergebenen Stände 6 Mitglieder ernannte. Der Adel gab es darum nicht auf,dem Könige zu trotzen, der endlich, von den übrigen Ständen zur Anwendung allerihm dienlich scheinenden Maßregeln aufgesodert, einen entscheidenden Schritt wagte,die Häupter des widersetzlichen Adels verhaften ließ und die Annahme einer neuenVereinigungs-und Sichcrheitsacte(3.Apr. 1789) erzwäng» die ihm noch ausgedehn-tere Rechte, als bisher, einräumte. Nunmehr ward der Krieg mit höchster Anstren-gung und wechselndem Glück fortgesetzt. Blutige Schlachten wurden, besonders zurSee, gewonnen und verloren; aber wie ritterlich auch G. die Übermacht bekämpfte,so machten ihn doch die bedrängte Lage s. Reichs und der Gang des Congresses zuReichenbach (s.d.) zum Frieden geneigt, der in der Ebene von Werelä, am 14.Aug. 1790, abgeschlossen ward. Statt die durch so vielfaches Unglück empfangeneLehre für die Zukunft zu benutzen, beschloß jetzt Gustav, in den Gang der franz. Re-volution einzugreifen und Ludwigs XVI. Macht herzustellen. Er wollte Schweben,Rußland, Preußen und Östreich vereinigen und sich an die Spitze dieses Bundes stel-len. Zu dem Ende ging er im Frühling 1791 nach Spaa und Aachen, schloß mitKa-tharina einen Freundschaftsvertrag, und berief einen Reichstag in Geste im Jan.1792, der nach 4 Wochen zur Zufriedenheit des Königs endigte. Aber hier war es,wo bereits ein Mordanschlag gegen ihn versucht worden war. Die Grafen Hornund Ribbing, die Freih. Bielke und Pechlin, der Obristlieut. Liljehorn und mehreAndre hatten sich verbunden, den König zu ermorden und die alte Aristokratie herzu-stellen. Ankarström (s.d.), der den König persönlich haßte, bot sich zum Werkzeugan. Eine Maskerade zu Stockholm, in der Nacht vom 15. zum 16. März 1792,ward zur Ausführung bestimmt. Kurz vor dem Anfange des Balls erhielt der Köm'gein Warnungsbillrt, dennoch begab er sich um 11 Uhr mit dem Grafen Essen auf dieRedoute, trat in eine Loge, und da Alles ruhig war, in den Saal. Hier umgab ihn einGewühl von Masken, und indem ihn eine derselben (Traf Horn) mit den Worten:Gute Nacht, Maske!" auf die Schultern klopfte, ward der König von Ankarströmdurch einen Schuß im Rücken tödtlich verwundet. Mit seltener Geistesgegenwart