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Gustav HI.
tairs für f. Absichten zu gewinnen. Diese bildeten eine Verbindung, besonders derjungem Officicre, zu Gunsten de» Königs. Vorzüglich thätig war in der Haupt-stadt der Oberst Sprengporten; ein Gleiches thaten Abgesandte bei den Regimkn-tern in den Provinzen. Einige bedeutende Männer — u. A. die Grafen Hermanssonund Scheffer — hatten sich mit dem König vereinigt; eine neue Verfassung warentworfen, und die Rollen so vertheilt, daß die Bruder des KönigS die Revolution inden Provinzen leiten sollten, während er selbst sie in der Hauptstadt beginnen würde.Dem Plane gemäß ließ nun der Commandant von Christianstadt, HauptmannHrllichiuS, einer dcr trcuesten und kühnstcnAnhängcr des KönigS, am 12. Aug. 1772die Stadtthore schließen, alle Zugänge besehen und in s. und der Besatzung Namenein Manifest bekanntmachen, worin den Ständen wegen ihrer Gcwalthandlung derGehorsam aufgekündigt wurde. Der Prinz Karl erschien vor Christianstadt, und das. Auffoderung zur Übergabe fruchtlos blieb, begann eine scheinbare Belagerung u.Vertheidigung, dieNiemandem Leid zufügte. Der König schien indeß in der Hauptst.so gleichgültig und untheilnehmcnd, daß er den Argwohn des geh. Ständcausschusseszerstreute. Dieser hatte verfügt, daß die Bürgerreiterci in der Hauptst. patrouillirensolle; bei diesen Patrouillen fand sich der König häufig ein, und wußte durch Freund-lichkeit den Kern der Mannschaft und immer mehr Officicre für sich zu gewinnen.Während er so die Entscheidung vorbereitete, zeigte er eine heitere unbefangene Stimund gab noch am Abend vor dem zur Ausführung bestimmten Tage ein glänzendesHoffest, bei dem er durch s. frohe Laune alle Anwesende belebte. Am folg. Tage, d.19. Aug. 1772, begab sich der König nach einem Spazierritt in den Reichsrath aufsSchloß, wo es zum ersten Mal zwischen ihm und einigen Reichsräthen zu einem leb-haften Wortwechsel kam. Von hier aus verfügte er sich zu Pferde nach dem Arsenal,wo er die Wachtparade manoeuvriren ließ. Während dessen versammelten sich, inFolge eines geheimen Befehls, die Ofsiciere um ihn, auf die er rechnen zu könnenglaubte, und begleiteten ihn nach dem Schlosse, wo eben die Garde die Wache wech-selte, und sowol die abgehende als die ausziehende gegenwärtig war. Mit dem Ein-tritt« des Königs in das Schloß begann die Revolution. Der König versammelte inder Wachtstube die Ofsiciere um sich, eröffnete ihnen s. Plan und foderte sie zur Un-terstützung auf. Die meisten waren Jüngling« und durch den Gedanken an die Ret-tung des Vaterlandes augenblicklich gewonnen. Den 3 ältern, die sich weigerten, ließder König den Degen abfedern. Alle übrige leisteten den Eid der Treue und des Ge-horsams, und indem ihnen der König s. femern Befehle gab, band er um den linkenArm ein weißeS Tuch, als das Zeichen, woran er s. Freunde erkennen würde. DesKönigs Anrede an die Soldaten wurde von diesen mit beifälligem Zuruf erwidert.Hieraus ließ er die Zugänge zu dem Versammlungssaale des ReichSraths besetzenund demselben ruhiges Verhalten befehlen; sodann begab er sich, unter dem Zu-jauchzendes Volks, nach dem Zeughause, wo er sich des Artillerieregiments versicherte.Ein öffentlicher Ausruf ermähnte die Einw. Stockholms zur Ruhe und wies sie an,keinen andern als des Königs Befehlen zu gehorchen. Es wurden Kanonen aufge-führt, Wachen vertheilt und aus Vorsicht mehre Personen verhaftet. So war derentscheidende Schlag ohne Blutvergießen geschehen, und der König begab sich nachdem Schlosse zurück, wo er die Glückwünsche der fremden Gesandten empfing, die erzur Tafel hatte einladen lassen. Am folg. Tage leistete der Stadtmagistrat, unter demallgemeinen Zuruf des Volks, auf dem großen Markte den Eid der Treue. Aber auchdie Stande mußten die Revolution genehmigen und die neue Verfassung anerkennen,durch welche die königl. Macht, nicht sowol auf Kosten der Stände als nur des Reichs-raths, wuchs. Sie wurden zu dem Ende auf den nächsten Tag zu einer allgem. Ver-sammlung auf das Schloß beschieden, wo sie sich einzeln und ohne Gefolg einfanden.Der Schloßhos war mit Militair besetzt, gegen den Versammlungssaal Kanonen auf-gepflanzt, und zu jeder Kanon« ein Artillerist mit einer brennenden Lunte in der Handg «stellt. Der König erschien mit einem zahlreichen Gefolge von Ofsiciere« und in «n-