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Gustav III.
Haupt, Kaiser Ferdinand II., auf alle Weises. Macht zu vergrößern strebte, und zu-gleich ein unversöhnlicher Feind der Protestanten war. Des Kaiser« Absicht, sichder Ostsee zu bemeistern und einen Angriff auf Schweden vorzubereiten, war keinemZweifel unterworfen. Aber einen noch mächtigern Beweggrund, sich den Fortschrit-ten s. Waffen entgegenzustellen, fand Gust. Adolf in dem Kriege zwischen den Ka-tholischen und Protestanten, der mit der deutschen Freiheit zugleich die ganze evangel.Kirche in Gefahr setzte. Gust. Adolf, der der Lutherischen Lehre mit wahrer Fröm-migkeit zugethan war, beschloß, beide zu retten. Nachdem er den Reichsstänben ineiner kraftvollen Rede s. Entschluß vorgetragen, mit Thränen in den Augen ihnen s.Tochter Christina, in dem Vorgefühl, daß er s. Vaterland nicht wiedersehen würde,als Kronerbin vorgestellt, und die Regierung, mit Ausschließung s. übrigens zärtlichvon ihm geliebten Gemahlin, einem Ausschüsse von regierenden Reichsräthen anver-traut hatte, brach er 1630 nach Deutschland auf und landete mit 13,000 M. anden Küsten von Pommern. Welche Schwierigkeiten ihm zum Theil si löst Fürstenentgegensetzten, für deren Sache er gekommen war; wie s. Klugheit, s. Edelmuth u.s. Ausdauer über Wankelmuth, Mißtrauen und Schwäche siegten, welche Helden-thaten er an der Spitze s. Heeres verrichtete, und wie er als ein unbesiegter und un-befleckter Feldherr in der Schlacht bei Lützen, am 6. Nov. 1632, unfern von dem be-kannten große« Stein an der Landstraße siel, s. im Art. Dreißigjähriger Krieg.Die nähern Umstände s. Todes wurden lange auf sehr verschiedene und widerspre.chei.de Art erzählt. Indeß weiß man jetzt aus dem bckanntgemachten Briefe einesschweb. Officiers, der an s. Seite verwundet wurde, daß er, durch östr. Kugeln ge-troffen, gefallen ist. Des Königs blutiges Koller ward nach Wien gebracht, wo eSnoch aufbewahrt wird, den Leichnam aber führte der edle Bernhard v. Weimar nachWeifienfelS, um ihn bort der Königin zu überliefern. Das Herz ward hier beigesetztund blieb in dem Lande, für das er geblutet. Vgl. „Die Schlacht bei Breitenfeld u.die Schlacht bei Lützen" von K. Corths (Leipz. u. Aitenb. 1814) und Ldw. v. Ran-gs (k. preuß. Eapit.) „Gustav Adolf d. Große, K. v. Schweden" (Leipz. 1824).
Gustav III., König von Schweden, geb. 1746. Dieser Regent, dessen Ge-schichte ein Fürsienspiegel genannt werden kann, war der älteste Sohn Adolf Fried-richs, bei s. Geburt noch Herzogs v. Holstein-Gottorp, seit 1743 erwählten Thron-erben von Schweden, und Ulrike Luisens, einer Schwester Friedrichs H. Graf Tes-sin, dem vom 5. I. dcS Prinzen an dessen Erziehung übertragen war, suchte denGeist und Charakter desselben mit steter Hinsicht aufs. Bestimmung zu bilden, be-sonders war er bemüht, den Ehrgeiz des Jünglings zu beschränken und ihm Ach-tung für die Verfassung Schwedens einzuprägen; sein Nachfolger, der Graf Schef-fer, richtete s. Bemühungen auf dasselbe Ziel. Nichtsdestoweniger entwickelten sichin dem feurigen Gemüthe des Jüngling« die Bestrebungen des ungenügsamstenEhrgeizes, der Herrschbegicrde und der Eitelkeit; aber geschickt wußte er, solangees nöthig war, die Gefühle s. Herzens zu beherrschen. Ein überaus geschmeidigesWesen, gefällige Sitten und eine bezaubernde Freundlichkeit und Milde verbargenden immer heißer erglühenden Ehrgeiz und Thatendrang hinter dem Scheine des an-spruchlosen Charakters. Ritterliche Übungen, Wissenschaften und Künste, die fei-nern Vergnügungen des geselligen Lebens und eine mit Geschmack vereinigte Pracht-liebe schienen s. Liebli'ngsneigungen zu sein. Schweden war damals der Schauplatzmehrer Parteien, vorzüglich der Mützen und Hüte, durch welche Rußland und Frank-reich einander entgegenwirkten. Beide Parteien waren jedoch darin einverstanden,die königl. Gewalt möglichst zu beschränken. Gustavs Vater, ein verständiger undwohlwollender Fürst, empfand zwar die Unannehmlichkeiten s. Lage; aber es fehlteihm an Charakterstärke, s. Mißfallen, statt der Klagen, durch Handlungen zu äußern.Desto kühner schritt Gustav, als er, nach s. Vaters Tode (12. Febr. 1771) zur Re-gierung gelangt war, s. Ziele mit bewundernswürdiger Kunst entgegen. Er hatte da-mit angefangen, durch die Stiftung des Wafaordens einige unternehmende Mili-