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4 (1830) F bis G
Entstehung
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Gustav II.

1521 hatten ihm die Stand? den Titel eines Administrators ertheilt; 1523 rieft»sie ihn als König aus. Bei Annahme dieser Würde schien er nur mit Mühe der^tWünschen der Nation nachzugeben; die Krönungsftier aber verschob er, um nichtdie Aufrechthaltuag der kath. Religion und der Rechte der Geistlichkeit beschwörenzu müssen. Er fühlte, daß die Wohlfahrt deS ReichS eine Kirchenverbcfferung erhei-sche ; aber er fühlte auch, daß dieselbe nur durch eine gänzliche Reform herbeigeführtwerden könne. Sein Kanzler, Lars Andersen, rieth ihm, sich der Lutherischen Lehrezu bedienen, um s. Absicht zu erreichen. Gustav genehmigte diesen kühnen Planund führte ihn noch mehr durch die Überlegenheit s. Politik als durch s. Macht aus.Während er insgeheim die Fortschritte des Lutherthums begünstigte, ertheilte er s.Günstlingen die erledigten Pfründen und legte unter dem Verwände, daSVolkzuerleichtern, der Geistlichkeit auf, für den Unterhalt der Truppen zu sorgen. Baldwagte er mehr; 1527 verlangte und erhielt er von den Standen die Abschaffungder Vorrechte der Bischöfe. Die Lehre Luther's verbreitete sich indeß mit Schnellig-keit. Gustav kam den Unruhen zuvor oder unterdrückte sie; er hielt die Unzufrie-denen im Zaume, schmeichelte den Ehrsüchtigen, gewann die Schwachen, und tratendlich öffentlich zu einer Religionspartci über, zu der sich bereits die Mehrzahl s.Unterthanen bekannte. (1530 nahm ein Nationalconcilium die AugsburgischcKonfession als Glaubensregel an.) Nachdem Gustav, wie er sagte, sein Reich aufdiese Weise zum zweiten Mal erobert hatte, blieb ihm noch übrig, s. Kindern dieNachfolge zu sichern. Auch dies Verlangen bewilligten die Stände, indem sie 1542das Wahlrecht abschafften und das Gesetz der Erbfolge feststellten. ObgleichSchweben eine sehr beschränkte Monarchie war, so übte doch Gustav eine fast unbe-schränkte Gewalt aus; aber dies war ihm vergönnt, weil er sie nur ausübte, umSchweden im Innern zu beglücken, s. Feinden furchtbar und s. Freunden achtungs-werth zu machen; auch verletzte er nie die Form der Reichsverfassung. Er vervoll-kommnete die Gesetzgebung, bildete das Volk, milderte die Sitten, ermunterteGewerbfleiß und Gelehrsamkeit und erweiterte den Handel. Nach einer 37jährigenruhmvollen Regierung starb er 1560 in einem Alter von 70 I. S. v. Arcken-holz'sGesch. Gustavs Wastr v. s. w." (Tübingen 1801, 2 Bände).

Gustav II., Adolf, Schwedens größter Monarch und DeutschlandsRetter, war ein Sohn Karls IX., der nach der Entsetzung Sigismunds auf denschweb. Thron gestiegen war, und ein Enkel Gustavs Wasa. Geb. zu Stock-holm 1594, empfing er die sorgfältigste Erziehung. In s. 12. I. trat er in die Ar-mee, und schon in s. 16. leitete er die Angelegenheiten, erfthicn im Staatsrath undan der Spitze des Heeres, gehorchte als Soldat, unterhandelte als Minister und be-fahl als König. 1611 ertheilten, nach Karls IX. Tode, die Stände dem 18jähr.Fürsten die Krone und erklärten ihn, ohne das Gesetz zu berücksichtigen, für mün-dig, da sie einsahen, daß nur die kräftigsten Maßregeln das Reich vom Untergängeretten könnten, eine Regentschaft aber es zu Grunde richten würde. Gustavs schar-fer Blick erkannte in Axel Oxenstjerna, dem jüngsten unter den damal. Reichsrä-then, den großen Staatsmann, dessen Rath er in den schwierigsten Lagen folgendürfe. Durch die innigsten Bande der Freundschaft knüpfte er ihn an sich. Däne-mark, Polen u. Rußland waren gegen Schweden im Kriege. Gustav, 3 so mächti-gen Feinden nicht zu gleicher Zeit gewachsen, verstand sich zwar gegen Dänemarkin dem Frieden zu Siöröd, 1613, zur Zahlung von einer Mill. Thlr., erhielt aberalles Eroberte zurück. Rußland schloß er, nach einem Vortheilhaften Feldzuge, inwelchem er nach s. eigenen Geständniß durch Zakob de la Gardie s. militairischenTalente ausbildete, durch den Frieden von Stolbowa 1617 von der Ostsee ganzaus; Polen aber, wiewol es nicht glücklicher gegen ihn gewesen war, ging, nach derEroberung Lieflands durch Gustav Adolf, nur einen Waffenstillstand von 6 Jahrenein, den dieser annahm, theils weil er an sich vortbeilhaft war, theils weil er ihmZeit genug ließ, um etwas Entscheidendes gegen Östreich zu untemehmen, dessen