Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
949
Einzelbild herunterladen
 

949

Gußstahl Gustav I.

Dircctor des Pädagogiums mit ziemlich ausgedehnten Rechten ernannt ward. Ost^wurden ihm Anerbietungen zu andern Ämtern gemacht, jedoch ohne Erfolg, bis ihn1802 der Senat von Hamburg zum Director dG Johanneums u. Pros. deS Gym-nasiums berief. Es ward ihm zwar schwer, Kloster-Bergen zu verlassen, aber derBlick in die Ankunft r echieß unter den damal. Umstandenkeine erfolgreiche Thätigkeitmehr. Als G. s. Amt in Hamburg antrat, bedurfte die Schule daselbst einer gänzli-chen Reform. Wie er diese mit Beihülfe s. Obern herbeigeführt/ wie er durch uner-müdliche Thätigkeit und durch ein auf feste Grundsätze gegründetes Verfahren dieseAnstalt endlich zu einer der blühendsten Deutschlands gemacht, das näher auseinander-zusetzen, gehört in eine Schul-Geschichte. Überhaupt ist seit s. Wirksamkeit wiffen-schaftl. Streben und grsindl. Wissenschaft inHamburg allgemeiner verbreitet; theo-log. Aufklärung aber insbesondere zu befördern, hielt G. sich von jeher für verpflichtet,vorzüglich als Pros. des akabem. Gymnasiums (weshalb ihr» auch die HelmstädterUniversität 1806 zum l) der Theol. ernannte). Er starb zu Hamburg d. 14. Juni1827. Aus s. Nachlasse hat C. Müller Spittler'SGesch. der Hierarchie" und des-senGesch. der Kreuzzüge" (Hamb.1827 fg .) herausgeg. G.'s zahlr. Schriften sindtheils theolog., philos. und püdagog., theils Philolog., histor. u. archäolog. Inhalts.

Gußstahl, s. Eisen.

Gustav I., König von Schweben, bekannt u. d. N. Gustav Wasa, geb.1490, war ein Sohn Herzogs Erich Wasa von Grypsholm und rin Sprößling deralten königl. Familie. Er gehörte zu jenen seltenen Männern, welche die Natur mitallen Eigenschaften ausstattet, ein Volk zu beherrschen. Schon sei»! schöner Wuchsund sein edleS Äußere gewannen ihm die Herzen. Seine kunstlose Beredtsamkeit rißunwiderstehlich hin; sein Genie entwarf verwegene Plane, aber sein unbesiegbarerMuth wußte sie glücklich zum Ziele zu führen. Er war unerschrocken mit Besonnen-heit, voll Sanftmuth in einem noch rohen Zeitalter, und so tugendhaft, wie daSOberhaupt einer Partei sein kann. Als der tyrannische Christian II. von Dänemarkin Gemäßheit der katmarisihen Union sich des schweb. Throns zu bemächtigen strebte,faßte Gustav den Entschluß, sein Vaterland aus dem Unglück und der Erniedrigungzu retten; die Ausführung s. Plane wurde jedoch unterbrochen, da Christian ihn,nebst 6 andern vornehmen Schweden, als Geißel nach Kopenhagen bring«« ließ.Als er aber zu Ende ISIS vernahm, baß Christian die Unterwerfung Schwedensfast vollendet hatte, da faßte ihn auch im Gefängnisse der Gedanke, sein Vaterlandzu befreien. Er entfloh in Bauernkleidung. Zwölf Meilen ging er am ersten Lagein einem unbekannten Lande; in Flensburg traf er jütländ. Ochsenhänbler; um sichzu verbergen, nahm er Dienste bei ihnen und kam in Lübeck an. Hier wurde er zwarerkannt, aber von dem Senate in Schutz genommen; ja man versprach ihm Unter-stützung zu s. Vorhaben, das er nicht mehr verheimlichte. Darauf schiffte er sich einund landete zu Kalmar. Die Besatzung, der er sich entdeckte, weigerte sich, die Parteirines Flüchtlings zu ergreifen. Geächtet von Christian, verfolgt von den Soldatende» Tyrannen, zurückgestoßen von Freunden und Verwandten, wendete er sich nachDalecarlien, bei den kräftigen Bewohnern dieser Provinz Hülfe zu suchen. Nur mitMühe den ihn umgebenden Gefahren entgangen, fand erAufnahme bei einem Pfar-rer, der ihn mit s. Ansehen, s. Geld und l. Rath unterstützte. Nachdem man die Ge-müther vorbereitet, benutzte man ein Fest, zu welchem sich die Bauern des Canton»versammelt hatte»; G istav erschien unter ihnen. Seine edle, zuversichtliche Miene,sein Unglück und der Abscheu gegen Christian, der eb- n den Antritt s. Regierungdurch ein schreckliches Blutbad in Stockholm bezeichnet hatte: Alles lieh s. Worteneine siegende Kraft. Man griff zu den Waffen; das Schloß des Gouverneurs wurdeerstürmt. Muchig gemacht durch diesen Erfolg, versammelten sich die Dalrcarlierunter den Fahnen des Siegers. Von diesem Augenblicke an waren Gustavs Unter-nehmungen ein« Reihe von Triumphen. An der Spitze eines selbst geschaffenenHeeres mscht« er reißende Fortschritte und vollendete die Vertreibung des Feindes.