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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
947
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Günther (Johann Arnold)

benahm, daß man hoffte, er werde endlich dem wüsten Leben entsagen. In dieserPeriode verfaßte cr s. Gedicht zur Feier des Friedens, welchen der deutsche Kaiser da-mals mit den Türken schloß, wodurch s. Ruhm als Dichter allgemeine Ausbreitungerhielt; darauf ward er von Menke dem Könige v. Polen und Kurf. v. Sachsen em-; pfohlen, der den jungen Poeten selbst kennen lernen und für ihn sorgen wollte. Der

! Wirbel eines liederlichen Treibens hatte aber den Unglücklichen schon wieder ergriffen,

j Als er in Dresden ankam und dem Könige vorgestellt wurde, war er dermaßen be-

t trunken, daß er kein Wort hervorbringen konnte, und der Monareh ihn mit Verach-

! tung entließ. Auch Menke, empört über ein solches, ihn selbst compromittircndes

> Benehmen, zog s. Hand von ihm ab, und G. irrte von nun an, immer tiefer in Elendund Ausschweifung versinkend, heimathlos umher, von den Wohlthaten s. Bekann-

s ten lebend und außer Stande, sich durch einen festen Entschluß aus der Tiefe, in wel-cher er verloren ging, zu retten. Er starb zu Jena d. 15. März 1723, kaum 28 I.alt, im Elend. Sein Talent war so groß, daß selbst in den letzten Augenblicken seinesin Jammer und Gemeinheit versinkenden Lebens der ihm inwohncnde Götterfunke

> wie ein Blitz durch die Nacht hervorbrach. Nach s. Tode kam eine Samml. s. Ge-dichte heraus (6. Aufl. 1764). Die angeblich von ihm selbst verfaßte Gesch. s. Lebensund s. Wanderungen, der einige Briese von ihm an Freunde angehängt sind, erschienLeipz. 1732. Bgl. Franz Horn's Aufsatz über G. in denFreundlichen Schriften".

Günther (Johann Arnold), Licentiat der Rechte, Senator der Stadt Ham-, bürg, daselbst geboren d. 9. April 1755 und gest. d. 20. Aug. 1805. In s. Er-

, ziehung von einem vermögenden, aber starrsinnigen Vater vernachlässigt, ging er in

> ber literar. Bildung unter schweren Kämpfen mit dem Schicksal, das ihn zu einer! dem höher aufstrebenden Geist unangemessenen, niedrigenSphäre verurtheilen wollte,

unter hartem Geistesdruck und peinlichen, s. Physischen höchst nachthcilig geworbe-! »en Versagungen aller Art, als Autodidaktos aus sich selbst hervor. Nach inGöttingen vollendeten Studien war s. ganzes Leben s. Mitbürgern geweiht. Durchmeistens freiwillig übernommene Geschäfte öffnete er zuerst sich selbst diese rühmliche! Laufbahn. Hierzu fand er in der Hamburger (1765 gestift.) patriotischen Gesellschaft

! zur Beförd. der Künste und nützl. Gewerbe, der rr bei s. Rückkehr nach Hamburg

! 1780 beitrat, die nächste Veranlassung, sowie in dem Kreise ihrer Stifter, Büsch,

Reimarus, Kirchhofs, Volkmann, Gonnin und a. edcln Männer, gewichtige Mit-! arbeiter zur Gründung und Vollendung so mancher gemeinnützigen Staatsanstal-

< ten, die für Hamburg, und als Muster für andre Staaten, aus dieser Gesellschaft

hervorgingen und besonders durch G.'s schaffende, leitende unk ordnende Hand inWirksamkeit gesetzt wurden. Dahin gehören die Vorarbeiten zu der allgemeinenArmenanstalt, die Stiftung der Creditcass« für Erben und Grundstücke, die der all-gemeinen Versorgung-- und die der technologischen Lehranstalt, die verbesserte underweiterte Anordnung ber Rettungsanstalt für Ertrunkene und Erstickte, u. a. m.Für diese u. a. Gegenstände der Staatswirlhschaft und Polizei verfaßte G. theo-retische und praktische Schriften, die zum Theil »»gedruckt und dem Auslande un-bekannt geblieben sind. In den genannten Fächern schrieb cr von 178891auch für dieAllgem. Jenaische Literatur-Zeitung" 153 Recensionen, worunter sich' vollendete kritische Abhandlungen befinden, sowie ähnliche Aufsätze für die meistenhierin eingreifenden, damaligen deutschen Zeitschriften. Auf Veranlassung einer zuWien ausgesetzten Preisfrage arbeitete G. 1789 s. wichtiges, man möchte sagen,fast zu tief ergründendes Werk über den Wucher aus, und gewann damit, unter180 Beantwortungen, den Preis. E» erschien 1790 u. d. T.:Versuch einer volk-ständ. Untersuch, über Wucher und Wuchergesctze und über die Mittel, dem Wu-cher ohne Strafgesetze Einhalt zu thun" (1. Th., Wucher in zinsbaren Geldanlei-hen). Von ber Vollendung dieses Werkes mögen ihn, der sonst nichts halb that,späterhin ihm sich öffnende philosophische Ansichten dieses Gegenstandes abgehaltenhaben. Zum Mitgiiede beS Hamburger SrnatS erwählt, blieb er auch hier, soviel

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