846 Güldene Zahl Günther (Johann Christian)
galten. Daher hat man noch jetzt alte lübische Gulden, die 2 Thlr. 21 Gr. gelten;eine dgl. Münze warm die rhein. Gulden oder Gülden Späterhin prägte man klei-nere Goldmünzen, die den 3. und 4. Theil jener ausmachten, und nannte sie kleineGulden. Die ersten päpstl. Golegulden sind von Joha-m XXII. Die kleinen Guldenprägten 1551 die rhein Kurfürsten (72 Kreuzer) aus Silber. Man ließ ihnen denNamen, den sie bis jetzt noch führen. Die größeren goldenen Gulden nannte mannunmehr zum Unterschiede Golszulden oder Goldgüldm. Hanover schlug seit 1749Goldgulken zu 2Rthlr. Caffengeld. Es gab deren auch doppelt« und vierboppelte.
Güldene Zahl, s. Calender.
Gummi nannte man sonst sowol die schleimigen als auch die harzigenBäste, welche von selbst oder durch Einschnitte aus den Gewächsen rinnen und ander Lust erhärten, daher die Ausdrücke GummiCop.il, Gummi gultä u., die gegen-wärtig, wo man nur dem trockenen Pflauzenschleime diesen Namen beilegt, nichtmehr stattfinden sollten. Obgleich derPflanzenschleim einen vorzüglichen Theil allerPflanzen ausmacht, so läßt er sich doch nicht aus allen gleich rein abscheiden. EinigePflanzen und gewisse Theile derselben liefern ihn reichlicher als andre. Ganz reinist das Gummi weiß, durchsichtig, hart, spröde, ohne Geruch und Geschmack, imkalten Wasser leicht auflöSlich. Durch Erwärmung zerfließt es nicht, schwillt auf,wirft Blasen und dampft; endlich wird es kohlig, schwarz und verbrennt.
G und ling (Jakob Paul, Freih. v.), geb. d. 19. Äug. 167.3 zu Hersbruck,ivohin sich s. Mutter wegen Kriegsgefahr geflüchtet hatte (s. Vater war Predigerzu Kirchen-Sitte nb ach bei Nürnberg), studirte zu Altorf, Helmstädt und Jma,reiste nach Holland und England, und wurde Pros. der Ritlerakademie zu Berlin.Darauf spielte er eine wenig ehrenvolle Rolle an dem Hofe Königs Friedrich Wil-helm I. von Preußen. Dieser Monarch, der weder Gelehrte noch Gelehrsamkeit son-derlich schätzte, hörte von G.'s gründlichen hiflor. Kenntnissen und Schriften; erglaubte in ihm einen brauchbaren Zeitungsreferentcn und Historiographen zu findenund ernannte ihn zu diesen Würden. Auch war G. dazu geschickt; allein s. Stolz,s Pedanterie und linkische Steifheit machten ihn zum Gespötte des Hofes. Seineübertriebene Neigung zum Trunk und s. albernes zänkisches Betragen im Zustandeder Trunkenheit machten ihn noch lächerlicher, und er sank bald zum Hofnarren her-ab, ohn« den Titel zu führen und ohne selbst den geringsten Witz zu besitzen. Vor-nehme und geringe Hofleute erlaubten sich die plumpsten und entehrendsten Scherzemit ihm, welche der König zu belachen sich herabließ. Zum Spott erhielt er eineMenge Titel der höchsten Staats- und Hofämrer; doch er war einfältig genug, denSpott nicht zu fühlen und nur noch stolzer zu werden. G., der zuletzt selten nüchternward, starb d. 11. Apr. 1731 zu Potsdam und wurde zu Bornstädt in einem Wein-sasse begraben. S. Bruder Ni colaus Hieronpmus (geb. 1671, gest. 1729),geh. Rath und Pros. zu Halle, war ein seltener Polyhistor, der zu dem Ruhme derUniversität Halle nicht wenig beitrug. Seine zahlreichen Schriften tragen zwar fastalle die Spuren der Eilfertigkeit an sich, waren aber für ihre Zeit nicht unwirksam.
Günther (Johann Christian), geb. am 8. Apr. 1695 zu Strigau in Nicder-schlesien, zeickmete sich schon auf der Schule zu Schwcidnitz durch s. poetisches Talentaus. Leider trugen aber die Lobsprüche, welche er deßhalb von allen Seiten empfing,verbunden mit s. lebhaften und ungeregelten Einbildungskraft, nur dazu bei, ihn zuverderben. Stolz aufDas, was ihm die Gunst der Musen mit Leichtigkeit gewährte,versäumt» er, s. Geist mit ernsten Dingen zu nähren, und da ihn zugleich auch s. Lagezwang, auf den Gewinn zusehen, so sing er an, s. schönes Talent dem Meistbietendenpreiszugeben. Vergebens waren die Ermahnungen s. akademischen Lehrer in Mit-tender,; und s. Freunde im Vaterlands; er fuhr fort, ein unordentliches und lockeresLeben zu führen, persiflirtr Die, so ihm Vorstellungen machten, in bittern Salyrenund ward endlich Schulden wegen festgesetzt. A,s er s. Freiheit wieder erhielt, ginger nach Leipzig, wo er an Menke einen Beschützer fand und sich eine Zeit lang so gut