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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
941
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Guiscard 84 t

kaum war er aber im Besitz, so vernichtete er dies Alles, und da hierüber unter demAdel denn dieser hatte damals allein Recht- Mißvergnügen und Verschwö-rungen entstanden, so bestrafte Robert Mehre mit dem Tode und unterwarf die An-dern. Jetzt dachte er auch an die Eroberung SicilienS, dessen Besitz ihm der Papstim voraus zugesagt hatte. Er sandte deßwegen den jüngsten s. Bruder, Roger,dessen Tapferkeit sich bereit- in manchem Kampfe bewährt hatte, an der Spitze von300 entschlossenen Kriegern nach dieser Jnsrl, und mit dieser kleinen Schar nahm, Roger 1060 Messina. Im folg. I. schlugen die beiden Brüder vereint die Sara-cenen in der Ebene von Enna; die Zwistigkeiten jedoch, welche unter den Siegernausbrachen, vernichteten einen Theil der Folgen dieses Siegs. G. hatte nämlich s.Bruder die Hälfte von Calabrien versprochen, falls ihm der Zug nach Sicilie» ge-länge ; jetzt wollte er ihm nur ein Paar Städte geben, und da Roger hierüber unzu-frieden war, so beschloß Robert, den Bruder festnehmen zulassen. Die AnhängerRogers kamen ihm aber zuvor; Robert wurde selbst gesangen, und Roger war soedelmüthig, diesen Vortheil nicht zu benutzen. Dies brachte G. zur Besinnung; erversöhnte sich mir dem Bruder und gab ihm das Versprochene. Roger eroberte nunfast die ganze Insel und wurde erster Graf von Sicilien. G. belagerte unterdessendie in Unteritalien noch den Saracenen unterworfenen Städte, die sich zum Theillange hielten, wie Salerno und Bari, vor welchem letzter» Orte G. 4 I. lang lag,der Witterung und den Gefahren des Kriegs in einer Laubhütte trotzend, die er sichan den Wällen dieser Stadt hatte erbauen lassen. So gelang eS ihm nach und nach,- die Provinzen, welche das heutige Königreich Neapel bilden, zusammenzubringen,! und er würde s. siegreichen Fahnen noch weiter getragen haben, wäre er nicht wegen

! eines Einfalles in Bencvento von Gregor VII. in den Bann gethan worden, was

i ihn nöthigte, seiner Eroberungssucht nach dieser Seite hin Schranken zu setzen.Die Verlobung s. Tochter Helena mit Konstantin Dukas, dem Sohn und Erbenvon Michael VlI, gab ihm später Gelegenheit, sich in die Händel de- griech. Kaiser-reichs zu mischen. Er rüstete eine ansehnliche Flotte aus, sandte s. Sohn Bohe-mund zur Eroberung von Corfu und schickte sich selbst an, Durazzo anzugreifen.Sturm und ansteckende Krankheiten machten aber dies Unternehmen beinahe schei-tern. AlexiS Komnenus, damals Herrscher von Konstantinopel, nahte sich miteinem überlegenen Heere; es kam unter den Mauern von Durazzo zur Schlacht, inwelcher sich der Sieg erst auf die Seite der Griechen neigte; doch G. sammelte die< fliehenden Haufen der Seinen, führte sie von Neuem in den Kampf und errang «inenvollständigen Triumph über den 6 Mal stärker» Feind. Durazzo mußt« sich erge-ben , Robert drang in EpiruS ein, näherte sich Thessalonich und verfehle die Haupt-stadt de» Reichs in Schrecken. Mitten auf dieser Siegesbahn hemmte ihn die Nach-richt, daß Kaiser Heinrich IV. von Deutschland in Italien eingerückt sei. Er über-gab Bohemunb den Oberbefehl und eilte zurück, um Gregor VII., der in der En-gelsbmg belagert ward, gegen die Deutschen beizustehen. Heinrich IV. ward zumRückzüge genöthigt, Gregor befreit und nach Salerno in Sicherheit gebracht. G.eilte nun von Neuem nach Epirus, wo :r die Griechen mehrmals schlug, sich mitHülfe s. Flotte vieler Inseln des Archipels bemächtigte und eben im Begriff stand,auf Konstantinopel loszugehen, als ihn der Tod auf der Insel Cephalonia den 17 .Juli 1085, im 70. I. s. Alters, von der Welt abrief. Sein Heer zog sich zurück,^ und der griech. Kaiserthrvn war gerettet. G.'s Lüche wurde auf einer Galeere ein-geschifft, die bei Venusa Schiffbruch litt, woselbst man die Überreste de- kriegeri-schen Fürsten in der Kirche zum heil. Geist zur Ruhe brachte. Seine Söhne Lohe-mund und Roger theilten sich, nicht ohne Hader, in die von ihrem Vater erobertenLänder, sodaß der Erstere Tarent, der Andre Apulien bekam. Robert G. hinterließden Ruhm, die Wissenschaften beschützt zu haben und in s. Privatverhältnissen stetsachtungswerth gewesen zu sein. Sein Äußeres war kriegerisch und kräftig; s. Tapfeikeit unbegrenzt. Die hohe Schule von Salerno nennt ihn ihren Stifter.