Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
528
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528 Gavotte Gay (John)

mentarien sind. Alle wissenschaftliche Leistungen dieses originalen Geistes aufzu-zählen, würde hier am unrechten Orte sein; aber erwähnen müssen wir, daß alleArbeiten von G. eine Vollendung besitzen, welche nicht» zu wünschen übrig läßt;er ist nie zufrieden mit der Entdeckung einer neuen Wahrheit oder Methode: vollen-det erscheint sie vor dem Publikum, und selbst in der Sprache zeigt sich die sorg-fältigste Feile. Über das von G erfundene Instrument, Heliotrop, s. m. Bode's„Astronom. Zahrb." für 1825. 80.

Gavotte, ein vorzüglich zum Tanz angewandtes Tonstück von muntermCharakter. Es besteht aus zwei Reprisen, fängt im Auftakt an und steht im Alla-brevetakt. Jede Reprise besteht aus 8 Takten. Der Grundrhythmus dieses Tonstücksist also: E s s Da die Bewegung wegen dieses letzten Falles an

und für sich etwas lebhaft ausfällt, und der Charakter der Gavotte zwar munter, aberdabei auch zärtlich ist, so sind Achtel die geschwindesten Noten, die darin vorkommen.

Die Gavotten waren ehemals auch in Sonaten, Suiten u. s. w. eingeführt, daman sich nicht genau an diejenige äußere Form band, die sie als Tanzstückc hatten.Neuerdings ist dieser Tanz wieder hervorgesucht und beliebt geworden.

Gay (John), englischer Lieder- und Fabeldichter, geb. 1688 zu Barnstaplein Devonshire, erhielt von Luck, Schullchrer an diesem Orte und Dichter, eine Er-ziehung, die zur Entwickelung seines Talents für Poesie nicht wenig beitrug. Erging in die Plane seines unbcgüterten Vaters, der ihn zu einem Krämer bestimmthatte, nicht ein, sandern verließ die Lehre und trat 1712 alsSecretair in dieDienste derHerzogin v. Monmouth. Hier blieb ihm Muße genug, die Dichtkunst zu üben. Er >

machte s. „kursl »port«", ein ländliches Gedicht in 2 Gef, bekannt, und wid- j

mete sie dem berühmten Pope, welches die erste Veranlassung zu der vertrautenFreundschaft zwischen beiden Dichtern gab. 1713 ließ er s. Komödie: „He vifeokkatk", drucken, die auf der Bühne kein Glück gemacht hat, und gab um dieselbeZeit „Ibe sbepiierck's veek" heraus, eine aus 6 Eklogen bestehende, aus der ge-meinen Wirklichkeit geschöpfte Schilderung des engl. Landmanns, welche dem Ge-schmacke s. Landsleute sehr zusagte. Da er aber dieses Werk dem Lord Bolingbrokezugeeignet hatte, so mußten ihm die darauf gegründeten Hoffnungen zur Beförde-rung bei der neuen Regierung fehlschlagen, obgleich er, als Secretair des GrafenClarendon, engl. Gesandten am hanöv. Hofe, im letzten Regierungsjahre der Kö-nigin Anna, zu glänzenden Erwartungen berechtigt war. Nach s. Rückkehr trat ermit der Tragikomödie „>VKst-ä'^evuII-it", und 1717 mit der unter Pope's und 'Arbuthnot's Beihülfe geschriebenen Komödie „Ikreo Kours »kter ursriaxo" auf,konnte aber nur für die erstere einigen Beifall gewinnen. Er begab sich hierauf nachAachen und lebte einige Zeit auf dem Landsitze des Lord Harcourt. Hier veranstal-tete er die Herausgabe s. Gedichte auf Subscription, die ihm 1000 Pfund ein-brachte. 1724 erschienen „Ike eaptivo»", ein gut aufgenommenes Trauerspiel,und 1726 der 1. Bd. s. zum Unterrichte des Herzogs v. Cumberland geschriebenenFabeln, durch welche er sich bei den Engländern den Namen eines classischen Dich-ters erwarb. Einen beispiellosen Beifall erhielt seit 1727 s. „kexAsis oper»"(Bettleroper), welche ein Nationalstück der Engländer geworden ist. Dieser Operliegt eine wahre Anekdote aus dem Leben des berüchtigten Jonathan Wild zumGrunde. Ein zweiter Theil, unter den, Titel „koll/", wurde nicht auf die Bühnegebracht. Die „Velars opera" gewann ihm das Wohlwollen vieler Großen,besonders des Herzogs und der Herzogin v. Queensbcrry, in deren Gesellschaft erden letzten Theil s. Lebens zubrachte, nachdem er vergeblich auf eine Anstellung vonGeorg H. und s. Gemahlin gehofft, die ihn vor ihrer Thronbesteigung persönlich ge-schätzt hatten. Er starb am Ende 1732 und wurde in der Weftminsterabtei begra-ben. Der zweite Theil s. Fabeln, meist politischen Inhalts, erschien, durch denHerzog v. QueenSberry besorgt, erst nach s. Tode. Gay war, nach Pope's Ur-