Gaudin Gauß 527
hielt sich G. einige Zeit in Rom aus Dann wurde er in Frankreich naturalisirtund erhielt 1825 das Kreuz der Ehrenlegion.
Gaudin (Martin Michel Charles), Herzog v. Gaöta, geb. 1756 zuS-De-nis, Sohn eines Advocaten, war selbst Advvcat und wurde, 22 I. alt, Bureauchefdes Generaldirektors des Depart. <Ie« iwposition». Als die Finanzverwaltung1789 in eine Nationalschotzkammer umgewandelt wurde, ernannte man G. zumMitgliede der mit ihrer Leitung beauftragten Commission. In der SchreckenS-zeit gelang es ihm, durch Tambon's Vermittelung die 48 alten Finanzeinnehmer zuretten, welche der Convent aus Unwissenheit in das Decket mit inbegriffen hatte,dem zufolge die 60 Generalpächter als Opfer des Revolutionsgerichts fielen. Dannrettete er dem berühmten D'Espremesnil, ehemal. Parlamcntsrath, das Leben.Später zog er sich von allen Geschäften zurück; der Director Siepcs trug ihm wiedereine Stelle an, und nach dem 18. Brumaire ernannte ihn Bonaparte zum Finanz-minister, in der Folge zum Herz. von Gaöta. Er behielt das Finanzministeriumbis zur Restauration, saß dann 1815 —18 in der Deputirtenkammer, wurde 1820Gouverneur der franz. Bank, verlor diese Stelle wieder, blieb indessen fortwährendund noch im 1.1826 bei derselben thätig. G. hielt sich stets von allen Parteienentfernt, und ward von allen gesucht. Er zuerst hat Ordnung und Festigkeitin dasfranz. Finanzwesen gebracht. Die „Neiuoiros, «ouveuir«, vpiirwns et evrit» ,lsU. kauilin, Duo äo kaöte" (Paris 1826, 2 Bde.) sind für die Geschichte desfranz. Finanzwesens von 1800 — 20 sehr wichtig.
Gauß (Karl Friedrich), Hofrath und Ritter, Mitgl. der k. franz. Akad. derWissens--., einer der größten Mathematiker, geb. d. 23. Apr. 1777 in Braunschweig,seit 1807 Pros. dcrMathem. u. Astronom, in Göttingen, gab schon auf der Schuleso deutliche Beweis« großer Talente, daß er die Aufmerksamkeit deS Herzogs KarlMilh. Ferdinand auf sich zog, der s. fernere Wissenschaft!. Ausbildung auf alle Weiseunterstützte. Bereits in s.Doctordisputation (1799) legte G. Proben s. Scharfsinnsab, dadurch, daß er die frühern Bemühungen, den Hauptsatz der Algebra zu beweisen,kritisirte und selbst einen neuen, strengen Beweis lieferte. Aber schon .1801 ent-wickelte er s. Kräfte glänzender, indem er s. „visguisitione» aritiimetivue" (Leipz.1801) bekanntmachte, ein Werk voll der feinsten malhemat. Spekulation, durchwelches die höhere Arithmetik mit den schönsten Entdeckungen bereichert worden ist.Als G , von dem ganz eigenthümlichen Reize, welchen diese Spekulationen gewähren,getrieben, s. ganze Kraft darauf zu verwenden anfing, war Das, was Andre bereitsgeleistet hatten, ihm größtentheils unbekannt; diesem Umstände verdanken wir dieneuen Beweise der meisten Sätze, deren Strenge und Eleganz an die alten Geometererinnert. Als am Anfange dieses Jahrh, die neuen Planeten entdeckt wurden, such-te und fand G. neue Methoden zur Berechnung ihrer Bahnen; er wandte dieseMethoden selbst an, verschaffte uns dadurch eine schnelle und genaue Kenntniß jenerneuen Planeten und theilte endlich die Methoden selbstin der „Ilieoria nrotnsoor-porunr eoel". (Hamb. 1809, 4.) mit, einem Werke, welches viel beigetragen hat,dem um diese Zeit erwachenden Sinne für genauere und folgerichtigere Benutzungder asironom. Beobachtungen die rechte Richtung zu geben. Später hat G. demProbleme von den Störungen der Himmelskörper eine neue Ansicht abgewonnen,deren Ausführung und Anwendung auf die Pallas wir noch erwarten. Auch s.„Ideori» eorndillstioni» odsorvirtionuin erroribu« minimis vdnoxiae" (Gött.1823, 4) hat die Wissenschaft bereichert. Seit der Vollendung derneuen göttingerSternwarte hat er auch den astronom. Beobachtungen seine Zeit gewidmet; jetzt ister mit der Fortsetzung der dänischen Gradmessung im Königreiche Hanover beschäf-tigt, bei welcher Gelegenheit er die schöne Erfindung gemacht hat, die entferntestenStationen durch restectirtcs Sonnenlicht sichtbar zu machen. Der göttinger So-cietät hat er von Zeit zu Zeit Abhandlungen vorgelesen, welche eine Zierde der Com-