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eiferten, und die auch der Kranze nicht ermangelten. Den Wein trank man mitWasser gemischt. Das eigens hierzu bestimmte Mischgefäß hieß Krater (Misch-krug), aus welchem mit einem Schöpfkrüglein (ozmtkus) in die Becher spocul»)eingeschenkt wurde. Der üppige Römer trank aus Krystall, Bernstein und köstli-cher Murrha, einer Art Porzellan, die Pompejus einführte, aus Onyx, Beryll undkünstlich getriebenem Golde, mit Edelsteinen besetzt. Gewöhnlich brachte man einenBecher dem guten Gott, einen dem errettenden Zeus, einen der Hygiea, und einendem Mercur, oder wie Andre wollen, den ersten dem olympischen Zeus, den zweitenden Heroen, den dritten dem errettenden Zeus. Nur die Mäßigen aber begnügtensich mit dieser Zahl der Grazien, Andre gingen über die Zahl der Musen hinaus,denn man trank nicht bloß in die Runde (Encykloposie), sondern auch auf das Wohlabwesender Freunde und Geliebten, und dann so viele Becher, als der Name Buch-staben enthielt, ja man stellte förmliche Trinkkämpfe mit ausgesetzten Preisen an.Natürlich machte es einen Unterschied, wer sich bei dem Gastmahle befand, dennein Symposion von jungen Leuten und eins von Philosophen oder Staatsmännernhatte freilich verschiedene Unterhaltung. Außer der Unterhaltung durch Gespräche,die oft, wie wir aus Platv's und Plutarch's Symposien sehen, sehr ernst und phi-losophisch war, öfters aber im Scherz und Witz sich umhertrieb, wobei die Räthselund Gryphen (s. Gryph i) eine große Rolle spielten, hatte man noch die durch Ge- !sang, »md das Skolion (s. Skolien) stimmte bald zu heiterer Freude, bald zu er- !habenem Ernst. Nach beendigtem Mahl erschienen zur Belustigung der Gäste Flö- jtenspieler, Sängerinnen, Tänzerinnen und Possenreißer aller Art, oder die Gästetrieben selbst allerhand Spiele, unter denen der Kottabos berühmt ist. Bei feier-lichen und prächtigen Gastmahlen theilte der Wirth zuletzt noch Geschenke an seineGäste aus, welche Apophoreta hießen. Öfters wurden diese zu größerer Belusti-gung durch eine Lotterie vrrloost. >I<l.
Gaston de Foix, Herzog von Nemours, Sohn Jeans de Foix, Gra-fen d'Estampes, geb. 1488 von Marie v. Orleans, der Schwester Ludwigs Xll.,war der Liebling s. königl. Oheims, der mit Wohlgefallen zu sagen pflegte: „Ga- >ston ist mein Werk, ich habe ihn aufcrzogen und ihn zu den Tugenden gebildet, die Iman schon in ihm bewundert". In einem Alter von 23 I. machte er s. Namenunsterblich in dem Kriege, den Ludwig in Italien führte. Er schlug ein Schwei-zerheer zurück, ging in reißender Schnelle über 4 Flüsse, verjagte den Papst ausBologna, gewann am 11. April, am Ostcrtage 1512, die berühmte Schlacht vonRavcnna, und endigte hier sein kurzes, aber glorreiches Leben, als er einen HaufenSpanier, der sich zurückzog, einschließen wollte. IU.
Gastrisch (a. d. Griech.), das auf die Verdauung Bezughabende. Ga-strisches System begreift alle Theile des Körpers, die die Verdauung möglichmachen, gastrische Krankheiten sind solche, in denen vorzüglich die Ver-dauung gestört ist. Da die Vorschriften der Gesundhcitslehre in Rücksicht des Es- ^sens u. Trinkens so häufig übertreten werden, die Beschaffenheit der Nahrungsmit- -tel selbst oft fehlerhaft, das gastrische System aus vielen Theilen zusammengesetzt,und der Einfluß der äußern Temperatur auf dasselbe sehr bedeutend ist, so müssengastrische Krankheiten nothwendigerweisc häufig vorkommen. Ihre Zeichen sind:Mangel an Eßlust, bitterer, widriger Geschmack, dick belegte oder schleimige Zunge,häufiges und unangenehmes Ausstößen, Ekel und Erbrechen, Druck und Schwereim Unterleibe, Durchfall oder Verstopfung u. s. w. Wegen der genauen Verbin-dung,, in der die übrigen Theile des menschlichen Körpers mit den Verdauungs-werkzeugen stehen, verbinden sich die gastrischen Krankheiten häufig mit andern,z. B. mit Fieber, daher gastrisches Fieber. Gastrisches Heilverfah-ren ist kunstmäßige Anwendung der die erwähnten Krankheiten hebenden Mittel;