52Ü Gasometer Gaffenerleuchtung
zersetzende GaS wird, um es noch mehr zu reinigen, durch Kalkmilch in den Gaso-meter geleitet. Der Gasometer besteht aus 2 Haupttheilcn: der Cisterne und demGasometerdeckel. Erstere ist ein hölzerner oder gußeiserner, oben offener Wasser-behälter, In welchem sich, an Gegengewichten hängend und der Auf - und Nieder-bewegung fähig, ein unten offener Cylinder von Eisen - oder Kupferblech (Gaso-meterdeckel) befindet. Sowie das entwickelte Gas durch ein Eintrittsrohr durch dasWasser der Cisterne tritt, sammelt es sich unter den Gasomcterdeckel und hebt die-sen allmälig bis zu seiner Füllung in die Höhe. Durch ein mit einem Hahne ver-sehenes Abzugsrohr wird das Gas aus dem Behälter abgeleitet. Sobald man denHahn deS Abzugsrohrs öffnet, so wird das Gas durch den Druck des Gasometer-deckels ausgepreßt und nach Belieben durch verschiedene weißblecherne oder bleierneRöhren an den Ort seiner Bestimmung geleitet. Hier tritt es durch enge, verschie-den gestaltete, mit Hähnen versehene Röhrchen von Kupfer oder Messing (Gaslam-pen) aus, und verbreitet nach seiner Entzündung das schönste hellest« Licht, dmAr-gandischen Lampen gleich, ohne allen Geruch. Diese Gasbeleuchtung ist vorzüg-lich da zu empfehlen, wo man, in einem nicht zu großen Raume vertheilt, einebedeutende Zahl Lichter nöthig hat, und dann auch zur Straßenbeleuchtung. G.Ac-eum „Über das Gaslicht", a. d. Engl. übersetzt und mit Anmerk. von Lampadm«(Weimar 1816); des Letztem „Neue Erfahrungen im Gebiete der Chemie undHüttenkunde" (Weimar 1816) und Prechtl's „Anleit. zur zweckmäßigen Einrich-tung der Apparate zur Beleuchtung mit Steinkohlengas" (Wien 1817). Seit ei-nigen Jahren haben die H:n. Taylor und Martineau in London einen erfundenenApparat, um ausölGas zubereiten, ebenfalls mit dem größten Erfolg zur Beleuch-tung angewandt; das ganze Verfahren ist einfach und bereits in mehren Gebäudeneingeführt, z. B. in derApothekenhalle und in Whitbread's Brauerei. Ein Schott-länder, Paterson, will ein Mittel erfunden haben, daS Gas in luftdichten Säckenaufzubewahren und in beliebige Vcrräthe abzutheilen. Wenn nun, nach seinemVorschlage, z. B. bei der Straßenbeleuchtung und jeder Laterne ein Gasbehälter an-gebracht würde, welchen man mittelst einer Art Blasebalgs täglich aus den Säckenanfüllen könnte, so wäre damit eins der Haupthindernisse gehoben, die der allgemei-nem Einführung dieser trefflichen Beleuchtungsart im Wege stehen, nämlich dieKostbarkeit nicht allein der ersten Anlage, sondern auch der Unterhaltung der Me-tallröhren, welche nach der bisherigen Einrichtung das Gas zu den Laternen leiten.Die neueste Erfahrung und Erfindung in der Gasbeleuchtung hat der Hof-undReg.-Rath Tabor in s. „Handb. der GasbeleuchtungSkunfl" (Franks, a. M. 1822,2 Bde., m, Steindr.-Taf.) mitgetheilt. 8 — s.
Gasometer, Luftmesser, nennt man das von Lavoisier u. A. erfundene In-strument, um durch Verbrennen aus den Elementen des Wassers Wasser zu bilden,theils die verhältnißmäßigcn Massen derselben genau zu messen, theils das solcherge-stalt gebildete Wasser genau zu sammeln und zu wagen. Van Warum in Harlem,v Hauq, v. Seguin, Vogt und Pearson haben diese Maschine sehr vereinfacht.
Gasopyrion, elektrisches Feuerzeug (s. d.).
Gaffenerleuchtung kannten im Alterthume schon Rom, Antiochia ic,wenigstens in den Hauptstraßen und auf den Hauptplätzen, durch Laternen. JaParis wurde 1524, 1526 und 1553 den Einwohnern bereits befohlen, von 9 UhrAbends an wegen Raub und Mordbrand auf den Gaffen Lichter vor den Fensternbrennen zu lassen. Im Noo. 1558 erhielt die Stadt Laternen. 1667 erhielt Parisdie jetzige Erleuchtung, welche London 1668 nachahmte und 1736 die jetzige ein-führte. Ihre Straßenerleuchtung erhielten Amsterdam 1669, Berlin 1679,Wien 1687, Leipzig 1702, Dresden 1705, Frankfurt a.M. 1707, Basel 1721.Die Art der Gaffenerleuchtung ist sehr verschieden. In neuerer Zeit braucht mandazu in der Mitte der Straßen hängende Reverberen (Lichtwerfer).