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4 (1830) F bis G
Entstehung
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Gasarten

wunderbare, nie empfundene Wonne entstehen, eineWonne, welche man indeß nichtmit Unrecht mit der zusammengestellt hat, welch« bei den Erhängten dem Erstickenvorhergehen soll. 3) Läßt man Wasserdämpfe über Eiscndraht oder Eisendraht-späne in einer weißglühenden Röhre fortstcigen, und fängt die aus der Röhre hervor-kommende Luft auf, so erhält man ein brennbares Gas, das die Erscheinungen desVerbrennens auf eine ausgezeichnete Art zeigt und im gemeinen Leben brennbare Luftheißt. Es verbrennt nur, wenn es in Berührung mit SauerstoffgaS angesteckt odererhitzt wird, und zwar nur in der Berührungsfläche mit dem SauerstoffgaS oder lder atmosphärischen Luft, mit einer weißen Flamme. Im Innern desselben ver- jmag kein brennender Körper fortzubrenne», sondern erlischt sogleich. Das Produkt !

des Vcrbrennens ist Wasser, weßhalb man dieses brennbare Gas Wasserstoffgas -

(xas bzniroßeno) genannt hat. Es verzehren beim Verbrennen 2 Maß Wasser-stoffgas ein Maß Sauerstoffgas, und bilden damit Wasser. Sind beide Gasartennach diesem Verhältnisse gemischt, und man entzündet sie, so entsteht ein furchtbarerKnall, wobei selbst sehr feste Gesäße zersprengt werden können, daher man diesesGas chemisch Knallgas genannt hat. In den sogenannten elektrischen Feuer-zeugen (s. d,) wird ein Strahl Wasserstoffgas in dem Augenblicke, in welchemman ihn aus einem Gefäße in die atmosphärische Luft durch Drehen eines Hahnsentweichen läßt, von einem elektrischen Funken oder einem Stahlfunken entzündet,und brennt so lange fort, bis man den Hahn wieder zudreht. Ganz rein ist es 15Mal leichter als die atmosphär. Lust. Man füllt daher damit die Lustbälle, welche,wenn sie groß genug sind. mehre Menschen zu bedeutender Höhe mit hinausheben skönnen. Der Wasserstoff nimmt die Gasgestalt an, nicht bloß wenn er rein undfür sich vorhanden, sondern auch wenn er mit Koblcnstvff, mit Schwefel, mitPhosphor oder mit einigen Metallen verbunden ist. In diesem Fall entstehen schwerebrennbare Gasarten, die ebenso schwer, oder etwa nur halb so schwer als die atmo-sphärische Luft sind; Kohlenwasserstoffgas, reines oder Sauerstcffhaltendcs, Schwe-felwasserstvffgas, Phosphorwasserstoffgas u. dgl. m. Mehre dieser letzten GaS-arten haben sehr merkwürdige Eigenschaften. 4) Wenn Kohle >m reinen SaueistoffgaS verbrannt wird, so ändert dieses zwar seinen Raum nicht, zeigt aber nachdem Verbrennen ganz andre Eigenschaften als zuvor. Brennende Körper verlöschen,Thiere ersticken darin sogleich (daher die Gefahr, brennende Kohlenbecken in verschlos-senen Kammern zu haben), Wasser schlürft das Gas ein und erhält dadurch einensauern pikanten Geschmack, und reines, völlig durchsichtiges Kalkwaffer trübt sich lsogleich und wird milchig, wenn es mit diesem Gas, welches alle Eigenschafteneiner Säure hat, in Berührung kommt. Es entsteht nicht bloß beim Verbrennenvon Körpern, die Kohlenstoff in ihrer Mischung haben, sondern auch bsim Ärhmen,und ist in sehr geringer Menge (von einem oder einigen Tausendtheilen) in der At-mosphäre vorhanden, daher man es ehemals Luftsäure, später aber kohlenstoffsau-res Gas oder kohlensaures GaS nannte. Kreide, Marmor, Kalkspats», gemei-ner Kalkstein, Austerschalen u. dgl. m. sind allesammt kohlensaurer Kalk. DurchErhitzen in einer Retorte, oder durch Daraufgießen einer mächtigern Saure, kannman die Kohlensäure vom Kalk austreiben, und dann entweicht sie gasförmig, imletztem Falle unter heftigem Aufbrausen. Dieses ist die gewöhnliche Art, wie mansie sich verschafft. Sie ist die erste Gasart, welche man kennen gelernt hat, und da-mals (1755) nannte man sie fixe Luft. Sie ist um die Hälfte schwerer als die at-mosphärische Lust, verbreitet sich daher in dieser nur langsam, und kann in tiefen,eingeschlossenen Stellen (in Kellern, Brunnen, Höhlen, Gläsern) geraume Zeitbleiben, ehe sie sich in der Atmosphäre verbreitet. Auch läßt sie sich aus einem ho-hen Gefäß in ein andres, fast wie tropfbare Flüssigkeiten, ausgießcn. Sie ist dastödtlichc Wesen in den Hundshöhlen bei Neapel, zu Pyrmont und in den Mofettenam Vesuv. Sie findet sich in allen Säuerlingen oder säuerlich und pikant schme-