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Spitze der Reformatoren des deutschen Geschmacks, und sein Freund Schwabe gabdie „Belustigungen deS Verstandes u. Witzes" heraus, die, ungeachtet ihrer Mittel-mäßigkeit, doch bei dem damaligen Zustande der deutschen Literatur manches Gutewirkten. Hier legte auch G. die Erstlinge seiner Muse nieder, und s. Gedichte ge-hörten zu den besten dieser Sammlung. Unter Gottsched's Aufsicht arbeitete er an derÜbersetz, des Bayle'schen Wörterbuchs und verdeutschte einige Bände von Rollin'sGeschichte. Aber in der Folge sammelte er einen Kreis junger selbständig aufstreben-der Geister um sich her, denen die Armseligkeit der Gottschcd'schen Schule in ihremreckten Lichte erschien. Das Gefühl, etwas Besseres leisten zu können, vereinigteGärtner mit Cramcr, Schlegel u. Rabener zur Herausg. der „Neuen Beiträge zumVergnügen des Verstandes u. Witzes", welche allgemeines Aussehen erregten. Zuihnen gesellten sich nach und nach Ebert, Giseke, Zachariä, Gellert, K. A. Schmid,Klopstock u.A. Wenn G. von den meisten in der Folge an schriftstellerischem Ruhmübertreffen warb, so hatte er in jener Bildungsperiode das Verdienst, durch Urtheilund Rath sie geleitet und ermuntert zu haben. 1745 ging G. als Führer zweierjungen Grafen nach Braunschweig. Ein günstiges Schicksal führte mehre s. gelehr-ten Freunde an die Lehranstalt des Oollexü e-rrvlini mit G. zusammen, der hierPros. der Beredsamkeit u. Sittenlehre wurde und auch Vorlesungen über Virgilund Horaz hielt. In diesem Amte erwarb er sich bleibende Verdienste; doch konnteer, unablässig mit s. Amtsarbeiten beschäftigt, zumal bei seiner Strenge gegen sichselbst, kein fruchtbarer Schriftsteller werden. Zufrieden mit s. Schicksal, erreichte erein hohes Alter und starb den 14. Febr. 1791. Er hinterließ „Reden" (Braun-schweig 1761) und einige unbedeutende Theaterstücke.
Garve (Christian), einer der würdigsten Denker und Schriftsteller des ver-flossenen Jahrh., geb. zu Breslau 1742, verlor s. Vater, einen Färber, frühzeitig;aber s. treffliche Mutter erfüllte ihre Pflicht als Erzieherin gewissenhaft. G. warzum Theologen bestimmt; allein s. körperlichen Umstände nöthigten ihn, diesenPlanaufzugeben. Im 21. I. ging er nach Frankfurt a. d. O., um Baumgarten's Phi-losophie zu studiren; da dieser aber bald starb, ging er nach einem Jahre nach Halle,befleißigte sich hier der Mathematik, und studirte dann noch eine geraume Zeit inLeipzig, wo Gellert, Weiße u. A. seine Freunde wurden. 1767 kehrte er geistig undsittlich gebildet zu s Mutter zurück, wo er so anhaltend fleißig arbeitete, daß er sichhypochondrische Zufälle zuzog. Nach Gellert's Tode (1769) ward G. außerordentl.Pros. der Philosophie zu Leipzig und las einige Jahre Collegia über reine Ma-thematik, Logik u. s. w.; allein s. schwächliche Gesundheit bewog ihn, nach einigenJahren dieses Amt niederzulegen. So begab er sich 1772 wieder in s. VaterstadtBreslau. Von 1770 — 80 ward er theils durch s. mit Anmerk. bereicherten Übers.des Burke „Über das Erhabene u. Schöne", der „Moralphilosophie" von Fergusonu. s. w., theils durch s. eignen, 1779 gesammelten „Abhandlungen", in der philo-sophischen Welt immer bekannter, bis er durch Friedrich II. (der ihn zu sich kommenließ und sich mit ihm unterhielt) zu einer Übersetz, des Cicero „Von den Pflichten"aufgefodert wurde, die er 1779 in Charlottenburg begann, aber durch Kränklichkeitabgehalten, erst 1783 erscheinen lassen konnte (4 Mal aufgelegt von 1783 — 92).In den letzten Jahren s Lebens drängten sich die alten Übel, Hypochondrie, Nerven-schwäche u. s. w., um so stärker herzu, da er nun auch s. würdige Mutter (1792)und mehre s. geliebtesten Freunde durch den Tod verloren hatte. Sein Tod, 1. Dec.1798, ward durch eine ebenso schmerzhafte als widrige Krankheit (den Gesichts-krebs) beschleunigt. G. war ein Mann von sehr liebenswürdigem Charakter, ge-stimmt für den Genuß der Freundschaft und Geselligkeit. An s. Bildung hatte s.achtungswerthe Mutter vielen Antheil, welches er auch mit dankbarer Liebe an-erkannte. Als Philosoph hat er sich nicht durch tiefsinnige Untersuchungen undneue Entdeckungen oder Umgestaltungen, wohl aber durch s. Bemerkungen und wohl-
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