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Nischen Einheit, welche die Einbildungskraft leicht auffaßt. Diese Einheit Ist ent-weder Einheit der Ansicht des auf einmalAnschaulichen für den auffassen-den Sinn selbst, aus einem bestimmten Gesichtspunkte, oder Einheit der Übersichtdes nach und nach Aufgefaßten für die Einbildungskraft des wandelndenBetrachters. Wenn nun die Natur in ihren Landschaften dem Gartenkünstler dasUrbild darstellt, folgt dann hieraus nicht nothwendig, daß er aus zweifache Weiftseinen Zweck erreichen könne, entweder indem er eine auf einmal anschauliche Ein-heit für den auffassenden Sinn, oder eine allmälig wahrnehmbare für die Einbil-dungskraft darstellt? Demnach brauchte es eben nicht eine Landschaft selbst zu sein,in welcher die Gartenkunst sich als schöne Kunst bewährt, sondern schon in einerlandschaftlichen Partie kann sie es, womit denn auch kleinere Gärten von den schö-nen Gärten nicht ausgeschlossen bleiben. Wir erklären mithin die Gartenkunst alsdiejenige schöne Kunst, welche mehre Naturerzeugnisse >m Raume zusammenstellt,damit der Beobachter sie entweder auf einmal, oder durch seine Bewegung nachund nach, in der Zeit, als ein Ganzes von einem bestimmten ästhetischen Charakterin der Einbildungskraft auffasse. Die von der Natur entlehnten Materialien müs-sen also dem Betrachter ebensowol, wenn er in Ruhe einen bestimmten Gesichts-punkt wählt, als wenn er im Umherwandeln den Gesichtspunkt fortwährend ver-ändert, als schöne« Ganzes gefallen, und er muß dadurch entweder in ein bestimmtesästhetisches Gefühl versetzt werden, oder wenn mehre solche in ihm abwechseln, müs-sen sich diese doch am Ende in eine Harmonie auflösen. Mag nun aber der Bewach-ter einen Gesichtspunkt wählen, oder wandelnd diesen verändern, so muß der Gar- -tenkünstler für ihn stets Landschaftsmaler sein, und wie dieser nur solche Gegen-stände vereinigen, deren Dasein neben einander, durch Form, Gruppirung, Harmonieder Farben, Perspektive u. s. w. ein bestimmtes ästhetisches Gefühl zu erregen fähigist. Eihalten dann unsere Ideen auch keine so bestimmte Richtung als in der Poesieund der Plastik, so erhalten sie doch eine ästhetische Stimmung, ähnlich der, welchedie Musik erregt. (Vgl. Malerei.) Hirschfeld's „Theorie der Gartenkunst" (Lpz.1779, 5 Bde., 4., m. Kpf.) ist im Ganzen ein immer noch unübertroffenes Werk.Belehrendes findet man auch in Ch. Semmler's „Gartenlogik" und Dietrichs„Handbuch der scbönen Gartenkunst" (Gießen 1815). Das reichhaltigste Werkist La Borde s „veseript. sie« nvuveaux zLrllins cke I» k>»aee eto " (Paris !1808 —14). Wer über die Gärten unterhalten sein will, der wird in den didakti-schen Gedichten über diesen Gegenstand von Watelet, Mason, Marnezia und De- ^lille mannigfaltigen Genuß finden. Über das Nützliche in der Gartenkunst, z. B.über die Erziehung der Gewächse in Küchen-, Obst- und Blumengärten in Verbin-dung mit dem Zimmer- und Fenstergarten, s. m. Wredow's „Lehrreichen Garten-freund", 2. Aufl., Berlin 1825. (Vgl. Zicrpflanz en.) Die Gartenbaugeftll- !schüft zu Frauendorf in Barern gibt seit 1823 in Paffau eine „Allgemeine Garten- !zeitung" heraus. Das Bestreben, den Gartenbau und die Blumencultur zu vervoll- ^kommnen, wird immer allgemeiner. In Berlin besteht seit 1822 ein Verein zurBesöiderung des Gartenbaues in den preuß. Staaten, mit Localgesellschaften inSchlesien und in andern Prov. Dieser Verein zählt 1050 Mitgl. und gibt Denk- ,schriften heraus (1829 die 12. Liefen.). Unter ihm steht eine Gärtner-Lehranstaltund eine Landesbaumschule zu Schöneberg ».PotSdam. Auch gibt sie Preisausga-ben. Ähnliche Gartenbaugcscllschaften entstanden 1828 in Paris, Dresden, Wei-mar, Dietendorf(in Thüringen) u. s. w. S. überh. Loudon's „Encpclop. der Gar-tenkunst" (London 1822; übers. Weimar 1824, mit Abbild.).
Gärtner (Karl Christian), braunschwcigischer Hofrath, geb. 1712 zu Frei-berg im Erzgebirge, wo sein Vater Postmeister u. Kaufmann war. Auf der meißnerFürstenschule und in Leipzig waren er, Geliert u. Rabener von einer gemeinschaftli-chen Liebe zu den schönen Wissenschaften beseelt. Gottsched stand damals an der