Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
508
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5V8 Ganymedes Garcilaso de la Vega

Gant haus, ein Versteigerungshaus. Gantmann, der Eoncursschuld- !ner. Gantmeister, der Versteigerer, Auctionator. Gantproceß, derConcursproceß. Gant recht, das Recht, nach welchem der Coucurs eröffnetwird. - Gantregister, das Verzeichnis? derjenigen Sachen, die öffentlich ver-steigert werden sollen; der Auctionskatalog.

Ganymedes, ein Sohn des Tros und Urenkel des Dardanus, des ersten >Stifters von Troja, und der Kallirrhoe, der Tochter des Skamandros. Er war >

der Schönste der sterblichen Erdbewohner; ,

Ihn auch rafften die Götter empor, Zeus Becher zu füllen, '

Wegen der schönen Gestalt den Unsterblichen zugesellet.

Jupiter entführte ihn unter der Gestalt eines Adlers vom Berge Jda und trug ihn ^zum Wohnsitze der Götter empor. Hier lebte er in der Gesellschaft der Unsterbliche»,und sein Geschäft war, an der Tafel der Götter den Nektar einzuschenken, da Hebe ,sich dieses Amtes verlustig gemacht hatte. Dichtern und Bildnern hat dieser Mythus !reichen Stoff zur Behandlung gegeben. Wir haben in Gemälden, Statuen, CamcenuudJntaglios noch Meisterstücke übrig, welche diesen schönen, eben aus dem Knaben- 'alter getretenen Jüngling in reizender Anmuth darstellen. Man erkennt die Abbildun-gen des Ganymedes an der phrygischen Mütze und an dem bei ihm befindlichenAdler,der entweder neben ihm steht oder ihn ergriffen hat, um ihn zum Olymp zu führen.

Garat. I. Dominique Joseph, Graf, geb. 1760zu Ustariz beiBay- >onne, hatte sich als privatisirender Gelehrter durch ein Eloge von l'Hospital vor- -rheilhaft bekanntgemacht, als er Mitglied der constituirenden Versammlung wurde,nach deren Auflösung der Strudel der Revolution auch ihn mit sich fortzog. Er trat !in den mannigfachsten Verhältnissen in derselben auf. 1792 erhielt er als Justiz- -minister den Auftrag, Ludwig XVI. seine Verurtheilung anzukündigen. Unter Na- ^poleon wurde er Senator. Ludwig XV111. hat ihn nicht angestellt und ihn aus demNationalinstitut, dessen Mitglied er war, bei der neuen Einrichtung desselben ent-fernt. Von ihm erschienen 1820 ,Mem. »ur la vie äo N. 8nar,l ot »ur Is XVIlloieols". n. Pierre Iean, des Vorigen Neffe, geb. zu Ustariz um 1760, kam ^nach Paris 1782, wo er seit 1795 einer der berühmtesten Sänger und ausgezeich-netsten Lehrer beim musikalischen Conservatorium war. Die Stimme G.'s war anKlang und Umfang die bewundernswürdigste, welche je die Natur gebildet hat, unds. Fertigkeit außerordentlich. In den Bravourarien entwickelte er alle Hülfsmittel -s. Talents und Organs, alle Wundergaben der Natur und Kunst, aber auch für das -Eantabilc, für die Romanze, für die gefühlvolle Arie wußte er die Reinheit und die ?Einfachheit des Ausdrucks anzuwcnden, welche diese verlangen. Vorzüglich wurde !er im Vortrage Gluck's geschätzt. Er machte Kunstrcisen durch Spanien, Italien !und Deutschland. 1802 trat er in russ. Dienste, kehrte aber nach Paris zurück, woer d. 2. März 1823 starb. S. Bruder Jos. Domin. Fabry - Garat, geb. zu Bor-deaux 1775, ist als Sänger und Compositeur auch dem Auslande bekannt. s

Garcilaso de laVega (eigentlich Garcias Laso de la Vega), genannt ider Fürst der span. Dichter, war 1503 zu Toledo geb. S. Vater war Commanda-dor Mayor von Leon des Ordens von Santiago, Staatsrath des Königs Ferdinanddes Katholischen und Gesandter desselben bei LeoX., s. Mutter war Donna Sancha iGuzman. Beide Familien sind sehr alt; nach einer Nachricht in derüietori» >1°las zuerras civile«" erhielten die Garcilaso ihre Zunamen von den Kämpfen, welchesie in dem großen Thal von Granada, Vega genannt, mit maurischen Helden bestan-den. Mit allen Eigenschaften ausgestattet, welche zu einem Dichter gehören, fandG. bald seincBestimmang. Das Lesen derAlten, vorzüglich der Römer, entwickeltes. Geist. Boscan hatte angefangen, die Versartcn und Sylbenmaße der Italienerin die span. Poesie zu verpflanzen. G. war sein Nachfolger, vernichtete seine frühernVersuche und siug an, nur die Italiener zu copiren. Dies gelang ihm so gut, daß er