Ganganelli Gant 507
Ganganelli, s. ClemensXM.
Ganges, der heil. Fluß der Hindus, s. Asien und Hindostan. Anverschiedenen Tagen ist es strenge Pflicht, sich im Ganges oder wenigstens in seinemWasser zn reinigen, und Alniosen auszutheilen. Die Jndicr glauben, er entspringeunmittelbar aus den Füßen desBrama und habe vermöge seines heiligen Ursprungsgroße Wundsrkiäfte. Wer an seinem Gestade stirbt und vor dem Tode noch vonseinem heiligen Wasser trinkt, braucht nicht wieder in die Welt zurückzukommen,um ein neues Leben anzufangen. Sobald daher ein Kranker von den Ärzten auf-gegeben ist, eilen die Verwandten, ihn an das User des Ganges zu bringen, um ihmvon seinem heil. Wasser einzuflößen oder ihn in dasselbe zu tauchen. Die, welchezu weit von ihm entfernt wohnen, bewahren beständig etwas von diese»« kostbarenWasser, welches daher in Indien einen bedeutenden Handelsartikel abgibt, als eingroßes Heiligthum, in kupfernen Flaschen, damit es ihnen in der Todesstunde ge-reicht werden könne. Auch hebt man von den Todten, wenn sie verbrannt sind,die übriggebliebenen Knochen und die Asche sorgfältig auf, bis sich eine Gelegenheitfindet, sie in den Ganges werfen zu lassen. U.
Gangliensystem begreift sämmtliche Nerven im thierischen Körper,welche ihre Vcreiniguugspunkte in den Nervengeflechten und Nervenknoten (Gang-lien) des Unterleibes haben und von da sich mit den Blutgefäßen in alle Organeder Verdauung, der Absonderung und Ernährung begeben, sich folglich durch denganzen Körper in die Regionen verbreiten, welche der Erhaltung (der Reproduction)zugewandt sind. Man kann es deßhalb auch das reproduktive Nervensystem nen-nen. Die physische bildende Kraft des Organismus hat ihren Sitz im Ganglien-systewe; dieNcrvenkraft desselben ist daher zur Beherrscherin aller zur Bildung undErhaltung des lebenden Körpers gehörigen Functionen anzunehmen. Die vorzüg-lichsten Organe dieser Functionen haben deßhalb auch ein zu ihnen gehöriges eignesNetz von Nervenknoten, die durch divergirende Nervenfäden mit einander zusam-menhängen. Das bedeutendste, gleichsam alle übrige beherrschende darunter istdas in der Gegend der Herzgrube zunächst unter dem Zwerchmuskel hinter deinMagen befindliche, welches man deßhalb auch das Gehirn des Unterleibes, dashalbmondförmige Knotennetz oder das Sonnengcflecht nennt. Außer diesem habennoch die Leber, der Magen, die Milz, die Nieren, die Gedärme, die Eingeweidedes Beckens, die Lungen und das Herz besondere Necvengeflechte, die jedoch miteinander in Verbindung stehen. Diese Verbindung unter einander sowol als mitdem Rückenmark und dem Gehirn (dem Vertebral- und Ccrcbralsystem) wird durchden großen sympathischen Nerven vermittelt, welcher auf beiden Seiten der Wirbel-säule von dem obern Theile des Halses durch die Brust und den Unterleib bis in dasBecken herabgeht und mit Nervenfäden aus dein Gehirn und aus dem Rücken-marke, und mit den genannten Geflechten zusammenhängt. Die Nerve» desGangliensystems weichen von denen des Cerebral- und Vertebralsystems in Anse-hung der organische» Masse und Bildung bedeutend ab, sie sind weich, gallertartig,graugelb und röthlich, nicht in regelmäßiger Symmetrie verbreitet, sondern regellosund zerstreut, die Fortsetzung desselben bilden Netze und Geflechte um die Arterien,vervielfältigen sich mit deren Vertheilung und begleiten sie bis in ihre feinsten Ver-zweigungen in die Haargefäßbildung. Durch die Nerven des Gangliensystems erhält die Seele eine dunkle Wahrnehmung von ihrem Körper. (S. Gern einge-fühl, Nerven undSensibilität.)
Gangräna, der heiße Brand, wo in den absterbenden Gliedern noch Em-pfindung, Bewegung und Wärme ist. (S. Brand.)
Gant oder Vergantung (vorn lat. guanti, wie theuer), im südlichenDeutschland, der öffentliche Verkauf, welchen die Obrigkeit mit den Gütern einesverschuldeten Unterthanen vornimmt , auch der Concurs des Schuldners selbst.