506 Gambe Gang
Bramme s. Sohn und s. Neffen ihm als Unterpfänder s. Aufrichtigkeit übergab.Er übertrug den Oberbefehl des Geschwaders einem erprobten Anführer und segeltemit dem größter« s. Schiffe und einer Karavelle nach Ealcutta, in der Hoffnung, sichunterwegs mit Vincent Sodre, der die Abgeordneten der indischen Christen in ihreHeimath zurückgebracht hatte, zu vereinigen. Es zeigte sich aber bald, daß ihn derBramme hintergangen hatte. Doch auch dies Mai rettete ihn seine Entschlossenheitvom Untergänge. Er rächte die Bosheit, kehrte nach Kochim zurück, richtete hiereine Factorei ein und segelte mit 10 Schiffen nach Kananor. Da griff ihn dasGeschwader des Königs von Calcutta, aus 29 Schiffen bestehend, an. G. triebaber bald die feindlichen Schiffe in die Flucht. Unter der reichen Beute, welche diePortugiesen auf den eroberten Fahrzeugen machten, war auch ein kostbares Götzen-bild von Gold, mehr als 30 Pfund schwer, von abenteuerlicher Gestalt. G. tratdarauf die Rückreise nach Lissabon an, wo er mit reichbeladenen Schiffen ankam.Bei s. feierlichen Einzüge ward in einem silbernen Becken der Tribut des Beherr-schers von Quiloa vor ihm hcrgetragen, woraus K. Emanuel eine kostbare Mon-stranz machen ließ, welche er dem Kloster zu Belem (Bethlehem) schenkte, da- er,statt der von Heinrich dem Seefahrer errichteten kleinen Capelle, erbaute, um dasAndenken des großer« Urhebers der neuen Länderentdeckungen zu verewigen. Franzde Almeida und der große Albuquerque hatten Portugals Macht in Indien glorreich >befestigt, als G. von Emanuels Nachfolger, Johann III, noch ein Mal auf den ISchauplatz seiner ruhmvollen Thaten gesandt ward. Er sollte als Vicekönig die ^Verwaltung der Ansiedelungen übernehmen, welche schon vom persischen Meerbu-sen bis zu den moluckischen Inseln reichten. Mit 14 Fahrzeugen segelte er 1524ab. Gleich nach s. Ankunft besuchte er einige kleine Ansiedelungen und traf kräf-tige Vorkehrungen zum Schutze derselben und zur Erhaltung des Ansehens der por-tugiesischen Waffen unter den Eingeborenen; aber mitten unter den Siegen, welches. Geschwader erfochten, als er kaum 3 Monate sein Amt verwaltet hatte, erlag erden Schwächen des Alters und starb am 24. Dec. 1524 zu Goa.
Gambe (ital. Viola <lr 6ambs, franz. Lasse äo Violo), Kniegeige, Bein-geige, ein veraltetes Saiteninstrument, dessen Bauart, Ton und Behandlung vielÄhnlichkeit mit dem Aiolonccll hat, nur daß es 5 — 6, wol auch 7 Saiten hat;die Stimmung von der Höhe nach der Tiefe zu ist 0, 6, e, e, », ck. Es ist zuerstin England aufgekommen, nachher aber in Italien, Frankreich und Deutschlandeingeführt worden, und hat besonders bei den Franzosen viel Liebhaber und Virtuo-sen gefunden. Bei Concerten diente dieses Instrument ehedem sehr zur Verstär-kung des Basses; allein seitdem man dem Violoncell mehr Vollkommenheiten ge-geben hat, ist jenes ziemlich außer Gebrauch gesetzt worden. Einer der berühmte-sten deutschen Gambisten war Ernst Christian Hesse. Man hat übrigens auch einOrgelregister, welches diesen Namen führt, auch gibt es eine besondere Art vonClavier u. d. N. Garnbenwerk oder Geigenclavicymbel, gegen 1600 von HansHayden, einen« Tonkünstler zu Nürnberg (gest. 1613), erfunden.
Ganerben (von dem alten Worte G an, gemein, und Erben, Herren)hießen in dem mittlern Zeitalter, besonders in den Zeiten des Faustrechts, diejeni-gen Familien, welLe sich zur gemeinschaftlichen Vertheidigung ihrer Güter in einemgemeinschaftlichen Schlosse (Ganerbenschloß oder Haus) vereinigten, wobei sie zu-gleich unter einander über den Mitbesitz jener Güter übereinkamen und ihre Gren- -zen bestimmten, welche Verträge der Burgfriede genannt wurden. In der Folge, !als nach und nach das Faustrecht aufhörte, erloschen auch allmälig die Ganerbschaf- ^ten, und nur in einigen Gegenden bezeichnet der Name Ganerbe einen Miteibm >oder Mitbesitzer, der mit Andern an einem Gute Antheil hat. Die ansehnlichste >Ganerbschaft war noch in der letzten Zeit die Burg Friedberg.
Gang, s. Geognosie.