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Gama (Vasco de)
moü», d. i. Oberkönig oder Kaiser, nannte, seinen Sitz hatte. G. wurde vondemselben anfangs sehr freundlich aufgenommen. Allein die mohammedanischenKaufleute, welche Calcutta häufig besuchten, wußten aus kaufmännischer (Scheel-sucht das gute Vernehmen zu stören. G. stellte es jedoch durch sein entschlossene«und kluges Benehmen wieder her. Der Zamorin sandte hierauf dem Admiral ei-nen Brief an den K. Emanucl. G. nahm einige Indianer mit, um diesen Fremd-lingen seine Heimath zu zeigen. Auf der Rückkehr besuchte er wieder den Königvon Melinde. Nicolaus Coelho segelte den übrigen Schiffen voran und erschienzuerst im Hafen von Lissabon, wo bald nachher auch G. einlief, als er seinen Bru-der Paul, der an einer Krankheit gestorben war, auf der Insel Tcrcera begrabenhatte. Zwei Jahre und zwei Monate hatte er auf seiner Reise zugebracht; von 160Gefährten kehlten nur 55 mit ihm zurück. Nach seiner Ankunft in der Hauptstadtbrachte er eine Woche mit Andachtsübungen in dem Kloster zu, welches der JnfantHeinrich erbaut hatte. Der König ließ ihn durch einige der ersten Männer von fei-nern Hofe begrüßen, und als Vasco darauf seinen festlichen Einzug in die Stadthielt, wurden ihm zu Ehren öffentl. Lustbarkeiten angestellt. Emanuel ertheilte allenGefährten des kühnen Seefahrers Belohnungen; Vasco selbst erhielt für sich undseine Nachkommen den Ehrentitel Dom, die Würde eines Admirals der östlichenMeere und 3000 Dukaten Eins.; ein Theil des Reichswappens ward in sein Ge-scylechtswappm gesetzt und ihm erlaubt, bei jeder Reise nach Indien 200,000 Cru-sados auf eignin Gewinn einzulegen. Einige Zeit nachher verlieh er ihm noch dieWürde eines Grasen von Vidigueira. Der Erfolg dieses Unternehmens versprachso glänzende Vortheile, daß alle Gegner der Entdeckungsreisen umgestimmt wurde».Bald nach G.'s Rückkehr sandte der König Emanuel ein Geschwader von 13 Se-geln unter Pedro Alvarez Eabral nach Indien. Es wurden Bündnisse und Handels-verträge mit indianischen Fürsten abgeschlossen, und Cabral's Geschwader kam, so-wie ein kleineres unter Juan Coelho, mit reiche» Waarenladungen nach Portugalzurück. Nun erwachte unter allen Ständen der regste Eifer, bei den« Handel nachJndien zu gewinnen, und der Hafen von Lissabon füllte sich mit fremden Schiffen,welche die Waaren des Morgenlandes abholten. 1502 ging auch G. als Befehls-haber eines neuen, von dem König ausgerüsteten Geschwaders von 20 großen Schif-fen zürn zweiten Male nach Indien. Als er auf dieser Fahrt den feindlich gesinntenKönig von Quiloa zinsbar gemacht hatte, steuerte er gegen die indische Küste, woer die durch Cabral geschlossene Verbindung mit den Königen von Kananor und Ko-chim, welche gegen den Zamorin aufgebracht waren, noch mehr befestigte. Letztererhatte seit G.'s erster Reise die Europäer feindselig behandelt, und es waren währendCabral's Anwesenheit in Indien 40 Portugiesen in Calcutta getödtct worden, indemdas Volk, durch die Ränke der Mohammedaner aufgereizt, das Factoreihaus derFremdlinge stürmte. G. beschloß nun, den Zamorin zu züchtigen. Er erschien ander Küste von Calcutta, und, die friedlichen Vorschlage des bestürzten Königs nichtachtend, griff er die Schiffe an, welche im Hafen lagen, und ließ die Stadt beschie-ßen. Die Kugeln seines Geschützes verbreiteten Schrecken und Verwüstung in derStadt. Zugleich ließ er 30 gefangene Araber an die Segelstangen aufhängen undschickte darauf die abgeschnittenen Köpfe, Hände und Füße derselben dem Könige.Darauf besuchte er mit s. Geschwader den verbündeten König von Kochim, wo erAbgeordnete von den in der Nachbarschaft wohnenden Anhängern deS christl. Glau-bens, den sogen. Thomaschristen, erhielt, welche ihn um Schutz gegen die Heidenbaten. Auch erschien hier vor ihm ein angesehener Bramme, von 2 Verwandtenbegleitet, und verrieth den Wunsch, mit ihm nach Portugal zu reisen, um sich imchristl. Glauben unterrichten zu lassen. Einige Tage nachher wußte derselbe ihn zuüberreden, daß durch s. Vermittelung die Streitigkeiten der Portugiesen mit demZamorin ausgeglichen werden könnten. G. ließ sich desto leichter täuschen, da der