Galmei Galuppi 501
Augcleg. Als solcher unterzeichnete er den 11. Jan. 1814 das Bündniß mit Öst-reich, worauf die Feindseligkeiten zwischen England und Murat aufhörten. Hier-auf unterzeichnete er d. 3. Febr. zu Neapel einen Vertrag mit Lord Bentink. Auchin der verwickelten Lage, in welche Murat durch s. doppelten Abfall, erst von Na-poleon, dann von Östreich, sich gebracht hatte, blieb er dem Könige treu und dienteihm mit Eifer. Den 18. April 1815 begab er sich nach Ancona, wohin bald nach-her Murat s. Rückzug nahm, dem er auf der Flucht folgte. Nach der Revolution1820 in Neapel bestimmte ihn die neapolitanische Regierung zum Minister derauswärt. Angcleg. und später nach Wien, um dem dortigen Hofe über die Revolu-tion Neapels und deren Folgen Aufklärung zu geben. Allein in Klagenfurt fand ereine Einladung des Fürsten Metternich vorn 2. Sept. 1820, nicht weiter zu reisen,da der Kaiser ihm keine Audienz ertheilen könne, weil die neapolitanische Revolutionden socialen Zustand der jetzigen Civilisation umgestürzt habe, weil solche alle Thro-nen, die alten Organisationen der Verfassungen und die Ruhe der übrigen Völkerbedrohe. Der Marquis mußte deßhalb nach Bologna zurückkehren. Mit Schwie-rigkeit erhielt er spater Erlaubniß, dem Königs nach Laibach zu folgen, konnte aberkeine Abänderung der über Neapel gefaßten Beschlüsse des Congresses bewirken.Der Umsturz der Revolution in Neapel führte den Marquis ins Privatleben zurück.
Galmei, zwei verschiedene Mineralspecies, beides Zinkerze; der Zinkspathoder kohlensaure Zink, und der eigentliche Galmei oder kieselhaltige Zink. Erste-rer krpstallistrt in Rhomboedern, erscheint auch röhren- und nierenförmig, tropfstein-artig und derb. Er ist weiß, gelb, grau, braun, grün von Farbe; glas- undperlmutterglänzend; durchscheinend bis undurchsichtig; auseinanderlaufend faserigim Gcfüge, uneben grobkörnig im Bruch. Wird durch Reibung negativ elektrisch;besteht aus Zinkoxyd, Kohlensaure und Wasser. Ist in ältern und neuern Gebir-gen auf Erzlagerstätten zu Hause, besonders in der Gegend von Aachen, in Schle-sien, England und Sibirien. — Die 2. Species, der eigentliche Galmei, erscheintin rhombischen Prismen und hat übrigens gleiche äußere Kennzeichen mit dem vori-gen. Er ist meist immer im elektrischen Zustande und besteht aus Zinkoxyd, Kic-sel und Wasser. Er wird in der Nähe von Heidelberg, zu Brilon und Zserlohn inWestfalen, in Tirol, Karnthen, Polen, Sibirien u. s. w. auf Gängen im Thon-schiefer gefunden. — Beide Species dienen nicht allein zur Darstellung des meistenmetallischen Zinks, welcher in den Handel kommt, sondern auch unmittelbar nebstdem Kupfer zur Fabrication des Messings (s. d.).
Galuppi (Baldessaro), Tonkünstler, auch Buranello genannt, vonBuraua, einer Insel bei Venedig, wo er 1703 geb. wurde. Er lernte die Elementes. Kunst bei s. Vater, nachher in dem Conservatorio dcgli Jncurabili. Der be-rühmte Lotti war sein erster Lehrer im Concraprmkt. Sehr jung ward er ein ferti-ger Clavierspieler und gab Proben s. Genies für die Compofltion. Noch nicht 20I. alt, ließ er zu Venedig s. erste Oper: „61i »mioi rivsli", aufführen. Dieungünstige Ausnahme bewog ihn, die ihm vorgeworfenen Fehler für die Folge zuvermeiden. Er machte so reißende Fortschritte, daß er sich in Kurzem fast allerTheater Italiens bemächtigte. Er wurde Capellmeister von St.-Marcus, Orga-nist mehrer Kirchen und Lehrer am Conservatorio degli Jncurabili. In einem Al-ter von 63 I. ward er als erster Capellmeister mit einem Jahrgehalte von 4000 Ru-beln, wozu noch freie Wohnung und Equipage kam, nach Petersburg berufen. Dieecste Oper, die er dort von s. Composition gab, war „vickous udbamlouata".Die letzte „Jphigenia in Tauris". 1768 kehrte er nach Venedig in den Schoß s. Fa-milie zurück, zugleich um s. dortigen Ämter wieder zu verwalten. Mit ungcschwäch-ter Phantasie setzte er s. Arbeiten bis an s. Tod fort, im Jan. 1785. Man be-hauptet, daß der Geist, Geschmack und Jdeenschwung, welche er in s. letzter» Opernund Kirchenmusiken entfaltet, Alles, was er früher herausgegeben, übertreffe.