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4 (1830) F bis G
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Galvani

Galvanismus

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Einzelne Mangel in Ansehung der Reinheit der Composition werden durch die ^

Eigenthümlichkeit der Ideen und die Schönheit s. Melodien ausgewogen. Seine !

Opern, deren Zahl sich beinahe auf 50 beläuft, gehören fast alle zur komischen Gat- jtung, die er besonders liebte, und in der er unerschöpflich an Wendungen und Ein-fallen war. Aber auch s. heroischen Opern und s. Kirchencompositionen enthaltenArien und Chöre voll Feuer und Ausdruck. N.

Galvani (Aloisio), geb. zu Bologna d. 9. Sept. 1737, studirte die Me-dicin, und trat mit Auszeichnung in diese Laufbahn, indem er 1762 eine Thesis ,über die Natur und Bildung der Knochen vertheidigte. Mit Vorliebe widmete ersich der Anatomie und Physiologie. Bald bekam er den Auftrag, die Anatomie indem berühmten Institut s. Vaterlandes zu lehren, und gab eine anziehende Abhand-lung über die Uringefäße der Vögel heraus. Der Beifall, den diese Schrift erhielt,führte ihn zu dem Entschluß, die vollständige Physiologie der Vögel zu bearbeiten;allem er beschrankte sich auf eine Untersuchung der Gehörwerkzeuge. Der Zufallführte ihn hierauf zu der Entdeckung mehrer Erscheinungen, die einen neuen Zweigder medicinischen Physik bilden und nach ihrem Erfinder Galvanismus (s. d.)benannt worden sind. Auf einer Reise, die er nach Sinigaglia und Rimini machte,war er auch so glücklich, der Ursache der bei dem Krampfsische sich zeigenden elektri-schen Erscheinungen auf die Spur zu kommen, und schrieb eine Abhandlung darüber.Einfach in s. Sitten und Wünschen und mit einem natürlichen Hange zur Melancho-lie, mied er zahlreiche Gesellschaften. Der Verlust s. geliebten Gattin 1700 machteihn trostlos. Die Revolution nahm ihm, weil er aus Gewissenszweifel den Beam- !teneid nicht leisten wollte, s. Amt. Er zog sich aufs Land zurück und starb d. 4. Dec. !1798. Zn Rom wurde eine Medaille mit s. Bildnisse geschlagen. i

Galvanismus. Zn dem Hörsaale Galvani's zu Bologna stand eine ^Elektrisirmaschine, aus welcher einer s. Zuhörer zufälligerweise Funken lockte, wäh-rend ein andrer einen Frosch präparirte und die Schenkelnerven desselben entblößthatte. Bei jedem Funken gerieth der Froschschcnkel in Zuckungen. Galvaniglaubte in dieser damals ganz neuen Erscheinung einen Fingerzeig zu sehen, daß dieElektricität das Mittel sei, welches die Muskelbcwegung hervorbringe. Er ver-folgte diese Versuche mit präparirten Fröschen eifrig, versuchte auch, atmosphärischeElektricität auf sie einwirken zu lassen, wiederholte die Versuche, welche glückte»,mit präparirten Muskeln andrer, zum Theil lebender Thiere, und zog aus diesemAllen den Schluß: jeder Muskel des thierischen Körpers sei eine elektrische Batterie 'im Kleinen, und jede Muskelfaser stelle eine Kleist'sche Flasche vor, deren Innerem !die Nervenfäden Elektricität zuführen. Diese Elektricität werde während des leben-den Zustandes ununterbrochen in dem Gehirne erzeugt, ströme von dort durch dieNerven dem Innern der Muskeln zu, und lade sie, welche Ladung sie auch nach jTödtung des Thieres eine Zeit lang behalten sollen. Werden die äußern Theile desMuskels und der Nerv durch einen oder mehre die Elektricität leitende Körper inVerbindung gesetzt, so entlade sich diese thierische Elektricität; und sowie eine gla- sferne Verstärkungsflasche beim Entladen erschüttert werde und töne, so komme auch jder Muskel durch das Entladen zum Zucken. Galvani nannte daher das Wirkungs-mittet in diesen s. Versuchen thierische Elektricität und machte sie 1791 in s. Werkeüber die Muskelbswegung bekannt. Der berühmte Physiker Volta aus Conto,Pros. der Physik zu Pavia im Mailändischen, zeigte indeß bald durch entscheidendeVersuche, daß Galvani, durch unvollständige Versuche verführt, eine unhaltbareLehre aufgestellt habe, und daß es keine thierische Elektricität gebe, wie er sie sich ge-dacht habe. Sind Nerv und Muskel des präparirten Frosches ganz rein und blut-leer, und setzt man sie durch einen Metallbogen, der durchgängig gleichartig ist, miteinander in Berührung, so erfolgt keine Zuckung, obgleich auch in diesem Falle diethierische Elektricität des Muskels entladen werden müßte. Wenn man dagegen