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4 (1830) F bis G
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Gallimathias Gallizin

deutsche Völker zurück. Noch aber war der alte Kriegsfinn der Gallier keineswegserloschen, und hatten sie auch nicht mehr den wilden Muth ihrer Vorfahren, so wa-ren sie desto geschickter, in Kriegssachen Vieles nachzuahmen. Ihr Freiheitssinnwurde empört, als sie fortdauernd römische Truppen in ihrem Lande sahen. Mehrals ein Mal erlitten die Römer empfindliche Verluste, aber der Letztem ausgebildeteKriegskunst und Cäsar's Genie und Glück trugen endlich (nach Aufopferung einerMill. Gallier) den Sieg davon. Der letzte allgemeine Anführer der Gallier, dertapfere Vercingetorir, mußte sich 52 v. Chr., nachdem er in der Stadt Ale sia(s. d., jetzt Alise, Fl. unweit Dijon) eine der merkwürdigsten Belagerungen des Al-terthums ausgehalten hatte, an die Nömer ergeben. Einige spätere Aufstande wa-ren fruchtlos. Cäsar vollendete die Unterjochung Galliens, mit dessen Geld undTruppen er sich nachher das ganze römische Reich unterwarf. Durch Colonien, undindem nach und nach mehre gallische Staaten das römische Bürgerrecht erhielten,wurde die Herrschaft der Römer in Gallien befestigt, und dadurch die frühere Zer-stückelung des Landes aufgehoben. Tiberius und Claudius unterdrückten die Reli-gion der Druiden, die sich nach Britannien zog, wo diese Priester besonders auf denkleinen Inseln an der englischen Küste ihr gcheimnißvollcs Wesen trieben, von wel-chem sich wunderbare und schreckende Sagen im Alterthum verbreiteten. Doch trafauch bald die Britannier das Schicksal, von den Römern besiegt zu werden. Nachdem Aussterben der Familie der Casarcn versuchten die Gallier noch ein Mal, mitHülfe der Deutschen, ihre Freiheit wieder zu erlangen, aber vergebens. Sie wur-den hierauf nach und nach alle römische Bürger und völlig romanisirt, sodaß selbstihre alte Sprache, die keltische, durch eine verdorbene lateinische Mundart verdrängtwurde, doch so, daß viele celtische Wörter, besonders als Wurzeln, übrigblieben,woraus nachher, vermischt mit fränkisch-deutschen Wörtern, die jetzige französischeSprache entstanden ist. Denn im 5. Jahrh, verfiel der bürgerliche Zustand gänz-lich. Durch die Unterdrückung des Mittelstandes aber in dem römischen Reiche über-haupt wurde, wie der Untergang des Ganzen, so auch die Eroberung Galliens durchdie Franken seit 486 herbeigeführt. Die alte celtische Sprache lebt noch am rein-sten, wiewol mannigfach geändert, in dem Galic der Bergschotkcn, oder der ersi-schcn Sprache in Irland, die celtisch - germanische Sprache (der Belger oder Cim-bern) >m heutigen Wales, in Cornwallis und in Niederbretagne. S.Histoirecke« 6»ulo>8" von Amedoe Thierrp (Paris 1828, 2 Bde.). ev.

Gallimathias, Wvrtgewirr, Unsinn, Kauderwelsch. Der Ausdrucksoll von einem franz. Bauer, Namens Mathias, herkommen, der über einen Hahn,lat. kallii«, einen Rechtshandel hatte. Sein Advocat, der vor Gericht nach da-maliger Sitte lateinisch sprach, ließ dabei oft die Worte: 6allu8 Slatkiae, derHahn des Mathias, hören, versprach sich aber einige Mal und sagte 6alli Urrtkia8,der Mathias des Hahns. Weil dies nun keinen vernünftigen Sinn gab, so nannteman nachher jeden sinnlosen Vortrag einen Gallimathias.

Gallizin (GZlpczin, Amalie, Fürstin). Diese durch ihre Geistesbildung,ihre Verbindungen mit Gelehrten und Dichtern ihrer Zeit, vor Allem aber durch ih-ren Hang zum Pietismus bekannte Frau, T. deS ehcmal. preuß. Generals, Grafenv. Schmettau, verlebte einen Theil ihrer Jugend an dem Hofe der Prinzessin Fer-dinand, Gemahlin des Prinzen Ferdinand v. Preußen, Bruders Friedrichs H. Aufeiner Reise nach Aachen, wohin die Gräfin Schmettau ihrer Gebieterin folgte, lerntesie den russischen Gesandten im Haag, den Fürsten Gallizin, kennen, der, ange-zogen von den körperlichen und geistigen Reizen der jungen Dame, ihr bald daraufseine Hand reichte. Da ihr Gemahl häufig auf Reisen war, so wählte die Für-stin Münster zu ihrem gewöhnlichen Aufenthaltsorte, wo sich denn bald ein Kreisausgezeichneter Menschen um sie sammelte, zugleich aber neben dem geistigenVerkehre in wechselseitiger Austauschung von Ideen über Wissenschaft und Kunst,

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