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4 (1830) F bis G
Entstehung
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495
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Gallicismus Gallien 495

Gallicismus, eine Eigenheit der stanz. Sprache in dem Ausdruck oderder Wortstellung, in einer andern Sprache angewandt.

Gallien. Das Land der Gallier erstreckte sich zu der Römer Zeitenvon den Pyrenäen bis an den Rhein, gegen Italien aber über die Alpen bis ansadriatische Meer. Man theilte es ein in Gallien diesseits der Alpen (nämlich vonItalien her, Kallla visalpiu») und G. jenseits der Alpen (K. transalpin»). I. Gal-lien diesseits der Alpen erstreckte sich von den Alpen bis ans adriatischeMeer, umfaßte also alle Länder Oberitaliens bis an den Rubicon und die Macra.Mit Italien am meisten in Berührung, nahm es römische Sitten und Gebräuchean, erhielt von Cäsar das römische Bürgerrecht, und heißt von Annahme der römi-schen Toga auch 6. toZat». Es wurde eingetheilt 1) in Ligurien, das Gebiet vonGenua und Lucca und ein Theil von Piemont, 2) Gallia transpadana und 3) Gal-lia cispadana, d. h. Gallien jenseits und diesseits des Po (Pabus). Ligurien warvon den Liguricrn, G. transpadana vorzüglich von den Taurinern, Jnsubrern undCenomanen, G. cispadana von den Bojern, Senonen und Lingonen, Völkern gal-lischer Abkunft, bewohnt. Die Städte, größtenthcils römische Colonien, habenihre alten Namen meist behalten; in G. transpadana: Tergesta (Trieft), Aqui-leja, Patavium (Padua), Vinccntia (Vicenza), Verona, Mantua, Cremona,Brixia (Brescia), Mediolanum (Mailand), Licinum (Pavia), Augusta Taurino-rum (Turin); in G. cispadana: Ravenna, Bononia (Bologna), Mutina (Mo-dena), Parma, Placentia (Piacenza). ill. Gallien jenseits der Alpen,im Gegensatz der O. toxata auch vomata genannt, weil die dortigen Völker ihr Haar(eowa) wachsen ließen, auch 6. braveata, weil die Einw., besonders des südlichenTheils, Beinkleider (dravoae) trugen, die den Römern fremd waren, war im W.von den Pyrenäen, im O. von dem Rheine, und durch eine Linie von dessen Quel-len bis zum kleinen Fluß Varus (Var), nebst diesem Fluß, im N. vom atlantischenund im S. vom mittelländischen Meere begrenzt, umfaßte also das eigentliche Frank-reich, die Niederlande, Helvctim, das linke Rheinufcr und Holland. Fabius halteden Theil Galliens jenseits der Alpen erobert, welcher zunächst an Oberitalien, süd-lich am mittelländischen Meere nach den Pyrenäen hin liegt. Da er zuerst römisch«Provinz wurde, so erhielt er vorzugsweise den Namen kivvinoia (woraus späterkrovenve geworden ist). Die Landgrenzen machten die Alpen, Cevcnnen und derFluß Rhone. Als hierauf Cäsar das transalpinische G. einnahm, fand er es, mitAusnahme der Provinz, in 3 Theile eingetheilt: 1) Aquitanien, von den Pyrenäenbis an die Garonne, meist von iberischen Völkern besetzt, 2) Gallia celtica, von dabis an die Seine und Marne, 3) G. belgica, im Norden des Landes bis an denRhein. Augustus ließ durch Agrippa die Verhältnisse des Landes neu ordnen. Nunward das Land folgendermaßen eingetheilt: 1) Aquitanien ward bis zu der Loire ver-größert, um diesem Theile ein besseres Verhältniß zu den übrigen zu geben; Haupt-ort Burdegale (Bordeaux). 2) Belgica, zwischen den Flüssen Seine, Saone,Rhone, dem Rhein und dem nördlichen Ocean. Hauptörter : Vesontio (Besan-?on), Trevcri (Trier) u. a. Es begriff dieser Strich also auch die Rheinländer undHelvetien mit, welche man aber nachher u. d. N. Germania prima oder superior,und Germania secunda oder inferior, davon trennte; hier lagen längs des RheinsColonia Agrippina (Köln), Moguntiacum (Mainz), Argentoratum (Stras-burg). 3) G. Lugdunensis oder Celtica, umfaßte den noch übrigen Theil des Cel-tenlandes, Alles, was zwischen der Seine, Saone und der Loire liegt, bis südlich andi-Cevmnen und die Rhone. Hauptörter: Lugdunum (Lyon), Alessa (Alise),Bibracte, später Augustodunum (Autun), Lutetia Parisiorum (Paris) auf dieSeineinsel zu Cäsars Zeiten noch beschränkt und unbedeutend, wurde bald durchs. Lage wichtig. 4) G. Narbonensis, die vormalige Provincia Romana; hierdie Städte Narbo Martius (Narbonne), eine alte Colvnie der Römer, Tolosa