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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
486
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Galiani

486 Galeote

Schiffe, aufweichen die Spanier die Schätze aus Peru und Terra-Firma abholten.Die dabei interessirten Kaufleute bekamen davon den Namen Galionisten.

Galeo te (Galiote), eine Art kleiner Galeeren, die zum geschwinden Laufegeschickt sind und auf der Seite 16 20 Ruderbänke haben, deren jede nur miteinem Ruderknecht versehen ist. Die Ruderknechte sind zugleich Soldaten, welchedie Muskete führen. Bombardiergaliote, ein solches Fahrzeug, daszum Bombardement von Seeplätzen gebraucht wird.

Galerie (Gallerie), in der Baukunst ein langes, schmales Zimmer, dessenBreite wenigstens 3 Mal in der Länge enthalten ist, durch welches Verhältniß siesich vom Saal unterscheidet. Bisweilen nennt man in großen Gebäuden auch dielangen, schmalen Gange, die zur Verbindung der Zimmer dienen und sonst Eorri-dors heißen, Galerien. Der eigentlichen Galerien bedient man sich zu Spiel, Tanz,Musik, und sie sind deßhalb gemeiniglich mit Gemälden, Bildhauerarbeit u. a.Kunstwerken verziert. Daher nennt man auch Sammlungen von Gemälden u. a.Werkender bildenden Künste Galerien, wenn sie auch nicht in einem, sondernin mehren aneinanderstoßenden Zimmern sich befinden. Das erste Beispiel der An-legung einer Galerie aus dem Alterthum ist das von Verres, dem bekannten Plün-derer Siciliens. In dem neuern Europa hat die florentinische (s. Florenz), vonCosmuS II angelegt, lange Zeit als die berühmteste gegolten. Jetzt macht die 6a-lerie äu 1-ouvre zu Paris jeder andern den Rang streitig und steht, ungeachtet derSichtung vom 1.1815, selbst vor der florentinischen und der des Palastes Pitti zuRom. In Deutschland sind die berühmtesten zu Dresden, Wien, München, Ber-lin. (Vgl. Museen und Kunstsammlungen.) Enthalten diese GalerienWerke großer Meister aus allen Schulen und Perioden, so geben sie dem KünstlerGelegenheit zu Vergleichungen, um das Gute jeder Schule, jedes Meisters kennenzulernen, und über Werden, Blühen und Sinken der Kunst, über Styl, Manierund Behandlung der verschiedenen Künstler Betrachtungen anzustellen. In un-sern Theatern nennt man G a lerie die obersten, der Decke nächsten, Plätze, welchefür die Zuschauer die wohlfeilsten sind. >14.

Galiani (Fernando), Staatsmann, Denker, geistreicher Schriftsteller undwitziger Gesellschafter, der Sohn eines k. ncapol. Auditeurs, kam, 8 I. alt, nachNeapel, wo ihn sein Oheim, Celestino Galiani, Erzbischof vcn Tarent und Groß-kaplan des Königs, der 1740 nach Rom ging, von den Cölestinern in der Mathe-matik und Philosophie unterrichten ließ. Als der Eczbischof zurückgekehrt war,nahm er ihn wieder zu sich, um ihn die Rechte studiren zu lassen. In einem Altervon 20 Jahren las G. in einer akademischen Gesellschaft eine Abhandl. über denZustand des Geldes zur Zeit des trojanischen Krieges. Der ihm gewordene Beisallfeuerte ihn an, diesen Gegenstand in einem Werke über das Geld abzuhandeln, wel-ches er, ohne sich zu nennen, in dem folg. I. herausgab. Er hatte das Vergnügen,s. Grundsätze von der Regierung angenommen zu sehen. Um diese Zeit widmete ersich dem geistlichen Stande und ging, wohl ausgestattet mit Pfründen, nach Rom,wo er vom Papste (Lambertini) Bcnedict XI V. freundlich aufgenommen wurde. Erbesuchte Padua, Turin und die übrigen Hauptstädte Italiens. In der Folge warder als Gesandtschaflssecretair nach Paris zu dem Grafen Catillana, neapol. Ge-sandten daselbst, geschickt, und verwaltete die Geschäfte allein, als der GesandteUrlaub erhielt. 1766 hatte er mit vorgängiger Erlaubniß Paris verlassen undwollte eben dahin zurückkehren, als ihm sein Hof eine wichtige Sendung übertrug,durch welche er Mitglied des Commeczcollegiums ward. Er zog jedoch die Stelleeines Legationssecretairs vor. Von Paris ging er nach England und in der Folgenach Holland, um die so verschiedenen Conllitutionen beider Lander zu studiren.1768 kehrte er nach Neapel zurück, um s. Platz im Commerzcollegium einzuneh-men. Er stand fortwährend im Briefwechsel mit Diderot, d'Alembert, Voltaire,