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Galen (Bernhard Christoph v.) Galeone
Galen (Christoph Bernhard v.), der kriegerische Bischof von Münster, auseinem alten Geschlechte Westfalens, trug anfangs die Waffen, legte sie aber nieder,um ein Kanoni'cat von Münster anzutreten. Zum Bischof von Münster 1660 er-wählt, mußte er Münster, das sich ihm widersetzte, belagern. Er eroberte es 1661und ließ eine Citadelle erbauen. 1664 wurde er zu einem der Führer des Reichs-heercs gegen die Türken in Ungarn ernannt. Im folg. I legte er den Harnisch fürEngland gegen die Holländer an und trug mehre Vortheile über sie davon. DerFriede wurde 1666 auf Ludwigs XIV. Vermittelung geschlossen. 1672 brach derKrieg um eine Herrschaft, welche Holland ihm vorenthielt, von Neuem aus. ImBunde mit Frankreich entriß er den Verein. Staaten mehre Städte und feste Plätze.Nachdem der Kaiser ihn genöthigt hatte, Frieden zu schließen, verband er sich mitDänemark gegen Schweden und machte neue Eroberungen. 1674 verband er sichmit Spanien und lieferte den Holländern Truppen. Er war ein Mann von seltenemUnternehmungsgeist, einer der größten Heerführer s. Zeit, ein gewandter Diplomatin der Schule Ferdinands von Baiern, und würde, wenn er so viel Macht alsMuth besessen hätte, ein zweiter Alexander geworden sein. Er starb den 19. Sept.1678 in seinem 74 I.
Galenus (Claudius), ein griech. Arzt, geb. 131 n. Chr. zu Pergamusin Kleinasien. Sein Vater, Nikon, ein geschickter Baumeister und Mathematiker,ließ ihm eine sorgfältige Erziehung geben und widmete ihn der Arzncikunst. Nach-dem G. den Unterricht mehrer berühmten Ärzte genossen, besuchte er Lycien, Palä-stina und Alexandria, welches damals noch der Mittelpunkt der gelehrten Welt war.Er befleißigte sich besonders der Anatomie und kehrte, 24 I. alt, in sein VaterlandPergamus zurück, wo er eine öffentliche Anstellung erhielt. Ein Aufruhr bewog ihnin seinem 30.1. nach Rom zu gehen, wo er durch glückliche Cure», besonders durchs. Geschicklichkeit in der Prognostik, großen Ruhm erwarb und den Neid der an-dern Ärzte in solchem Grade aus sich zog, daß er s. öffentlichen anatomischen Vor-lesungen, ihrer Anfeindungen wegen, aufgeben und endlich nach Griechenland gehenmußte, gerade als in Rom eine ansteckende Krankheit ausgebrochen war. Er durch-reiste verschiedene Länder, um merkwürdige Naturcrzeugnisse und Arzneimittel anOrt und Stelle zu untersuchen, und wurde nach einem Jahre von den Kaisern MarcAurel und Lucius BeruS nach Aquileja berufen. Hier bereitete er den Thcriak. G.hat als Arzt und Philosoph große Verdienste, besonders dadurch, daß er die empiri-sche Pathologie vervollkommnete und zu einer richtigen Theorie der Empfindungenund der eigentlich thierischen Verrichtungen des Körpers den Grund legte. SeineSchriften zeugen von einer gründlichen, durchdachten, nicht bloß historischen Kennt-niß der ältern griech. Systeme der Philosophie, und verbreiten sich über alle Theileder Medicin. Wir besitzen nur einen Theil derselben, dennviele verbrannten, altz seinHaus in Rom von den Flammen verzehrt wurde. Nach Fabricius haben wir von G.82 echte Schriften, 18, welche offenbar untergeschoben sind, Bruchstücke aus 19verloren gegangenen, und Commentare über 18 Schriften des Hippokrates. Vons. verloren gegangenen Schriften werden in Fabricius's „Bibliothek" 50 medicini-sche und 118 meist philosophische angeführt. Die älteste, vollstänb., aber bloß griech.Ausg., ist die Aldine, 1525, Fol., worauf die baseler,! ebenfalls bloß griech., 1538,Fol., und die griech.-lateinische von Ren. Chartier in 13Fol.-Bdn., mit dem Hip-pokrates zugleich (Paris 1679) folgte. Seit 1819 hat Pros. 0. Kühn in Leipzigeine neue griech.-latein. Ausgabe unternommen. Deutsche Übers. einzelner Schriftenhaben wir von Sprengel und Nöldecke.
Galenisten, s. Taufgesinnte.
Galeone oder Gallione hießen sonst bei den Spaniern und Portugie-sen Kriegsschiffe von eigner Bauart, die 3—4 Verdecke über einander hatten, jetztaber nicht mehr gebräuchlich sind. Gegenwärtig versteht man unter den Galeonen