Gaillarde Galsia 483
haltbarer Behauptungen (vorzüglich inff. „Lvvkeroiie» distori^ue« e.r militairessiwl» zeo^rapilie oomparee p»r epvgue«", worin er 2 Städte des Alterthum!',Delphi u. Olympia, aus den Charten ausstreichen und ganz neue Ansichten von denSchlachten bei Mantinca, Platää u. Marathon aufstellen wollte) erfuhr er von sei-nen Collegen lauten Widerspruch. Es sind 3 Sammlungen von G/s Ausg. griech.Schriftsteller erschienen, mit lat. u. stanz. Übcrs.; darunter Thucydidcs, Zccnophvn,die 3 Jdyllcndichter, mehre Werke der attischen Redner, des Lucian, einige Gesprä-che des Plato, Anakreon rc. Von seiner z, Th. polemischen Zeitschrift: „I-e pdilo-logus, «u reciiorelle» bist., ^eo^rspii., milit. etc.", erschien (Paris 1828) der20. Bd. G. starb 73 I. alt zu Paris den 5. Febr. 1829. Seine Professur erhieltBoissonade. ^
Gaillarde, ital. Gagliarda, ein veralteter ital. Tanz von fröhlichemCharakter und lebhafter Bewegung, dessen Melodie in 4 Takt gesetzt wird. Mannannte ihn auch Romaneske, weil er ursprünglich aus Rom stammen sollte.
Galaktit, Milchstein, ein grauer Stein von schönem Ansehen, dergepülvert im Wasser einen Milchsaft gibt.
Galaktometer, Milchmesser, erfunden von Cadet de Vaux. Gradeins zeigt die ganz reine Milch; Grad 2, Milch mit einem Viertel Wasser; Grad3, Milch mit einem Drittel Wasser; Grad 4, Milch mit der Halste Wasser.Indeß ist bekanntlich jede letzte Milch fetter als die erste bei der Melkung, ferner dieMilch einer schwerträchtigen Kuh fetter als diejenige einer frischmilchenden; auchübt die Nahrung und die Jahreszeit, ja die Regenzeit, einen Einfluß auf den But-terreichthum der Milch. Der Gebrauch scheint daher unsicher zu sein.
Galanterie, ein artiges und feines Betragen gegen das weibliche Ge-schlecht, jedoch mit dem Nebenbegriffe des leeren Scheins oder hervorstechenderSinnlichkeit und lockerer Sitten. So bestimmt Montesquieu die Galanterie als„die delicate, leichte, ewige Lüge der Liebe". Die in Frankreich ursprünglich ein-heimische Galanterie war der Schein der ehemaligen Chevalerie und zugleich dieAusartung derselben.
Galatea, T. des Nereus und der Doris. Der Cpklope Polyphem ver-folgte die reizende Nymphe mit seiner Liebe, ohne für seine Seufzer mehr als Spottzu gewinnen. Glücklicher war der schöne Schäfer Acis in Sicilien, welcher sichihrer Gegenliebe ersteute und den Tod für sie litt. Denn als beide einst von Po-lyphem in zärtlicher Umarmung überrascht wurden, schleuderte derselbe in eifersüch-tiger Wuth ein Felsstück auf sie, welches den Acis zerschmetterte, während Ga-latea ins Meer flüchtete. Acis in einen Bach verwandelt, eilte nun dem sichernAufenthalte seiner Geliebten zu. U.
Galatien, ein Theil Großphrygiens, bewohnt von den Galatern, einemGemische von Griechen und Galliern (Celten); daher auch der Name Kallogräci,woraus später Galatä wurde.
Galba (Sergius, oder Servius Sulpicius), Nachfolger deS Nero, geb. 4v. Chr. aus dem alten, berühmten Sulpicischen Geschlechte, wurde vor dem gesetz-lichen Alter Prätor, dann Statthalter von Aquitanien, und ein Jahr daraufConsul.Caligula ernannte ihn zum Feldherrn in Deutschland. Bald trieb er die Deutschen,welche in Gallien eingefallen waren, zurück und stellte die alte Kriegszucht wiederher. Nach Caligula's Tode ließ er s. Völker dem Claudius schwören, der ihn da-für in die Zahl s. vertrautesten Freunde aufnahm und ihn als Proconsul nachAfrika schickte, wo Unruhen ausgebrochen waren. G. führte in 2 Jahren die Ord-nung zurück, empfing die Triumphinsignien und wurde unter die Priester des Au-gustuS aufgenommen. Seitdem lebte er bis in die Mitte der Regierung des Nerosehr eingezogen, um keinen Verdacht zu erregen. Nero ernannte ihn aus eignerBewegung zum Statthalter von Hispania Tarraconensis, ward jedoch bald so ge-
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