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Gaeta (Herzog von) Gährung
tergange des röm. Reichs eine Zeit lang eine republikanische Verfassung und wurdedarauf von Herzogen regiert, die den Papst als Lehnherrn anerkannten. Sie ist eineder stärksten Festungen Europas, indem ihre Lage nur von der schmalen Landzungeher den Angriff erlaubt. Ihre Umgebungen sind höchst reizend, und die vielen zier-lichen Landhäuser der Vorstadt — schon die Römer hatten deren an dieser frucht-baren Küste eine große Menge — wachen das Ganze äußerst romantisch. G. wardim Mittelaltcr mehrmals, namentlich 1435, vorn König Alfons von Aragvnicn be-lagert ; in der neuern Zeit hat es 3 denkwürdige Belagerungen erfahren: 1702nahmen die Östreich», unter General Darm, G. nach 3 Monaten mit Sturm;1734 ergab sich die Besatzung, nachdem sie sich vom Anfang April bis zum 6. Aug.vertheidigt hatte, den vereinigten Waffen Frankreichs, Spaniens und Sardiniensauf ehrenvolle Bedingungen. Seitdem noch mehr befestigt, wurde G. 1806 vonden Franzosen belagert. Der Commandant derselben, der helvenmüthige PrinzLudwig von Hcssen-Philippsthal, verweigerte nämlich, als die neapolit. Regierungdem stanz. Heere im Fcbr. d. I. den Besitz von G. zugesichert hatte, die Übergabe,und nöthigte den Feind zu einer förmlichen Belagerung. Der Prinz hielt sich biszum Juli, als eine fast tödtliche Verwundung durch eine Bombe ihn nöthigte, sich»ach Sicilien überschiffcn zu lassen, worauf die Festung am 18. Juli capitulirte.
Gaöta, Herzog von, s. Gaudin.
Gährung, die von selbst erfolgende Mischungsveränderung, welcher alleorganische Körper, nachdem die Vegctations - oder Lcbensverrichtungen aufgehörthaben, unterworfen sind. Die chemischen Afsinitätsgesctze, welche von der Lebens-kraft beherrscht wurden, werden nach dem Tode einzig wirksam, und es erfolgt diefreiwillige Entmischung. Zur Gährung sind nothwendig: ein gewisser Grad derWärme, ein bestimmtes Maß von Feuchtigkeit und der freie Zutritt der atmosphä-rischen Luft. Die Körper verändern durch die Gährung ihre ganze Natur undgehen in andre Substanzen über, welche nach dem Grade und der Dauer der Gah-rung verschieden sind. Man unterscheidet nämlich 3 Grade oder Arten der Gäh-rung : die Weingährung, die saure Gährung und die faule Gährung, welche letz-tere auch Fäulniß heißt. Wenn schleimige Flüssigkeiten aus dem Pflanzenreiche,zu deren Bestandtheilen auch der Zuckerstoff gehört, z. B. der Most von Weintrau-ben und andern Beeren, dcßgleichen Obstsäftc u. s. w., einer Temperatur von un-gefähr 70° Fahrcnheit ausgesetzt werden, so nimmt man bald eine Veränderung derMischung ihrer Bestandtheile wahr. Der Most leidet eine innere Bewegung,wird trübe, in einen größer» Umfang ausgedehnt, braust und entwickelt ein kohlen-saures Gas, welches durch Verbindung eines Theils des Sauerstoffs mit einemTheile Kohlenstoff entsteht und die Ursache des Brausens ist. Auf der Oberflächeder Flüssigkeit sondert sich eine schlcimartige Masse ab, welche man Gäsch oderGäscht (Hefen) nennt. Im Fortgange der Gährung verbindet sich ein andrerTheil des Sauerstoffs mit dem Wasserstoff und einem Theile des Kohlenstoffs,welches ein Alkohol (möglichst gereinigten Weingeist) gibt. Der Alkohol und daskohlcngesäuerte Gas sind also die Erzeugnisse des ersten Grades .der Gährung, derWeingährung. Die Flüssigkeit, die vorher Most hieß und Zuckerstoff enthielt,hat nun keinen Zucker mehr, weil sich dieser in seine Bestandtheile, Wasserstoff undKohlenstoff, aufgelöst hat, und beide ganz andre Verbindungen eingegangen sind.Der durch diesen ersten Grad der Gährung entstandene Wein verändert sein Mi-schungsverhältniß aufs Neue, sobald Wärme und Luft fortdauernd auf ihn wirken,und es erfolgt die saure Gährung, wodurch der Wein, indem der Sauerstoff deratmosphärischen Luft sich mit ihm, oder genauer, mit dem Wasser- oder Kohlen-stoffe verbindet, in Essig verwandelt wird. Bei dem Übergänge des Weins in Essigbemerkt man folgende Veränderungen. Die Flüssigkeit trübt sich aufs Neue, essetzt sich eine fadenähnliche Materie auf der Oberfläche an, und zugleich sondert sich