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zische Lehrstelle aufrückte und den 17. Febr. 1826 starb. — In s. Schriften, diesich hauptsächlich mit der Kritik und Exegese des N. T. beschäftigen, zeigt er sich alsscharfsinnigen Denker und gründlichen Gelehrten, frei von vorgefaßter Meinung,überall seiner Überzeugung folgend. So schon in s. „Entwurf einer Hermeneutik deSN. T." (Altdorf 1788) und einer „Hist. knt. Einleitung" in dasselbe (ebend. 1789).Seine Herausg. von Eichhorn's „Urgeschichte" hat, wenn ihr auch mehr Gedrängt-heit des Styls zu wünschen wäre, doch durch die Einleitung und die hinzuoekomme-nen Anmerk. bleibenden Werth. Ein Nachtrag dazu ist s. „Neuer Versuch über dieMosaische Schöpfungsgeschichte" (Altdors 1795). Auch das „Theologische Jour-nal", das er anfänglich mit Hänlein, Ammon und Paulus, später allein herausgab,enthält von 1796—1811 eine Reihe schätzbarer Aufsätze der geachtetste» Schrift-steller im theolog. Fache. Seine Programme und Dissertationen fallen meistensin frühere Zeit. 1824 fg. gab er „1. i. Oriesbsciiii opusculs seitdem." heraus.G. G.'s Leben in den „Zeitgenossen", 1829, Bd. II, 2.
Gabriel (Held Gottes), nach der jüdischen Mythologie einer der 7 Erz-engel, der dem Propheten Daniel seinen Traum auslegte. Er kommt auch in derErzählung von Tobias vor. Nach der biblischen Erzählung verkündigte er demZacharias die Geburt des Johannes und der Maria die Geburt des Heilandes.Nach den Rabbinen ist er der Todesenge! für die Jsraeliten, und alle israelitischeSeelen werden von den Unterseeleneinnehmcrn (dies sind Engel, welche bloß zumAbholen einer bestimmten Seele geschaffen worden und nach deren Ablieferung vonder Welt vergehen) an ihn abgeliefert. Nach dem Talmud ist Gabriel ein Fürstdes Feuers, und über den Donner und das Reifen der Früchte gesetzt. Er brannteauf Jehova's Geheiß den Tempel mit an, ehe Nebukadnczar's Krieger ihn anzün-deten, und der Tempel stimmte über sich selbst ein Klaglied an. Einst wird er Jagdauf den Fisch Leviathan machen und ihn mit Gottes Hülfe überwältigen. Nachder mohammedanischen Mythologie ist er einer der vier von Gott besonders begna-digten Engel, mit Aufzeichnung der göttlichen Rathschlüsse beschäftigt, und Engelder Offenbarung, als welcher er dem Mohammed den ganzen Koran eingab. Einstverzückte er den Mohammed in den Äther und führte ihn so schnell durch alle siebenHimmel, daß der Prophet den bei der Hinfahrt umgestoßenen Nachttopf bei derWiederkehr noch vom völligen Umsturz abhalten konnte. -1.
Gabrielli (Katharina), eine der berühmtesten Sängerinnen des 18.Jahrh., geb. zu Rom 1730, die Tochter eines Kochs, genoß den Unterricht Gar-cias's (lo Spagnoletto) und Porpora's. 1747 sang sie auf dem Theater vonLucca mit allgemeiner Bewunderung. Kaiser Franz I. berief sie nach Wim. DerUnterricht, den sie von Metastasio empfing, vollendete ihre Bildung. Ihr Talentwar mit vielem Eigensinn gepaart, worüber viele Anekdoten in Umlauf sind. 1765berief die Kaiserin Katharina sie nach Petersburg. 1775 ging sie nach London,und 1777 nach Italien zurück. Gegen 1780 begab sie sich nach Mailand, wo siemit Marchesi wetteiferte. Die Sänger überhaupt scheuten sich, mit ihr aufzutre-ten. Pacchierotti hielt sich für verloren, als er das erste Mal mit ihr auf der Bühneerschien. Sie sang eine ihrer Stimme vollkommen angemessene Bravourarie undentwickelte dabei ihr ganzes Talent in solchem Umfange, daß der arme Pacchierottimit lauten Seufzern hinter die Coulissen floh und nur mit Mühe bewogen werdenkonnte, wieder hervorzukommen. Noch im 50. Jahre setzte ihr Gesang Alles inErstaunen. Sie starb 1796, nachdem sie sich seit 1780 vom Theater zurückge-zogen hatte. U
Gaöta, neapolitanische Festung am Golf gl. N., in Terra di Lavoro, hat14,000 Einw., einen Bischof, liegt 25 Stunden von Rom und 15 von Neapel,auf einer schroffen Landzunge, welche nach Virgil („äen.", 7,1) ihren Namen vonCajeta, des ÄneaöAmme, hat. Sie wurde vor Rom gegründet, hatte nach dem Un-