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4 (1830) F bis G
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Fürth Fuß

Pforte einen Zuschuß erhalten mußte. Die Bibliothek ist 4000 Bde. stark. Hierstudirten Samuel und Esaias v. Pufendorf, v. Cramer (Kanzler in Kiel), Hederich,Litrmann (in Dresden) und andre berühmte und verdiente Männer. Noch ist zubemerken, daß die Zahl der Schüler auf den Fürstenschulen sich nicht auf die Zahlder Stellen beschrankt, sondern daß mit königl. Erlaubniß auch Extraneer an demUnterrichte Theil nehmen können. Die Klosterschule zu Noßleben, 7 Stundenvon Pforte, hat eine den Fürstenschulen ähnliche Einrichtung und enthält 30 Frei-und 30 Koststellen. Diese, sowie die von Ernst Georg 1577 gestiftete Hennebergi-sche Land-und Fürstenschule zu Schleusingen haben ebenfalls ausgezeichneteSchüler gezogen.

Fürth, ein gewerbflcißiger Marktflecken im Rezatkreise des KönigreichsBaiern, an dem Zusammenflüsse der Pegnitz mit der Rcdnitz, aus einer sandigen,aber durch Anbau fruchtbar gemachten Ebene, in der Nähe von Nürnberg, hat1224 H., 16,700 Einw., darunter 7000 Juden, die hier eine hohe Schule mir200 Studenten, 2 Buchdruckcrcien, 4 Synagogen, 3 Schulen, Hospital, eingeistliches und weltliches Gericht :c. haben. Fürth ist nicht regelmäßig gebaut, ent-hält aber ansehnliche Häuser und ist in neuern Zeiten ungemein verschönert worden.Man zäht hier 1000 Gewerkmcistec, als: 130 Drechsler, 200 Gold-und Sil-berarbeitcr und Uhrgehäusemacher, 40 Groß - und Klcinuhrmacher, 50 Gürtler,40Blei-und Rothstiftmacher, 150 Tischler und Ebcnistcn, 120 Schuhmacher,80 Strumpf- und Mützenwirker, 50 Baumwollenweber, eine Menge Bildhauer,Goldschläger (jährlich 19,000 Buch Goldpapier), Vergolder, Spicgelschleifer,Echnallenmacher, Dosenmacher, Siegellackbereitcr, Papierfärber, Maleru.Man findet ferner hier bedeutende Spiegclsabriksn, Schleif- und Polirwcrke,Branntweinbrennereien und Nosogliofabriken. Diese Waaren werden theils durchdie Fabricanten, theils durch nürnberger Kaufleute nach allen Gegenden versandt.Auch treibt Fürth einen beträchtlichen Speditions-, Wechsel - und Juwelenhandel.Bedeutend ist der Bau und die Verarbeitung des Tabacks, sowie der Handel damit.Jährlich hält Fürth einen großen Markt, die Kirchweih genannt, auf dem ansehn-liche Geschäfte gemacht werden.

Fuß, in derBerskunst, ein Versglied, welches auf der Zusammenstellungmehrer nach Kürze und Länge abgemessener Sylben beruht. (S. Nhythmus.)

Fuß (auch Fußton), bei den Orgeln ein Längenmaß der Orgelpfeifen, wel-ches ihrer Höhe oder Tiefe entspricht. Eine Orgel, deren Stimmung nach derHöhe und Tiefe der menschlichen Stimme eingerichtet ist, oder der gewöhnlichenStimmung der Instrumente gleichkommt, heißt achtfüßig, weil dann die Pfeifedes großen 0 8 Fuß lang ist. Verdoppelt man dieses Maß und gibt mithin denOctavcn die Hälfte dieses Maßes, dann heißt sie sechzehnfüßig. Beim gegenwär-tigen Orgelbau bindet man sich nicht mehr an dies Längenmaß, sondern kürzt zubequemerer Einrichtung die Länge der Pfeifen ab und ersetzt diesen Abgang durchdie Weite.

Fuß oder Schuh, Werkschuh, ist ein Längenmaß (s. Maß), welchesseinen Namen wahrscheinlich von dem Fuße eines erwachsenen Menschen erhaltenhat, dessen Länge es ungefähr ausmacht. Das Zeichen des Fußes ist in Schriften('), z. B. die Scheuer ist 44' breit. Man unterscheidet überhaupt den geometri-schen oder mathematischen Fuß und den gemeinen Werkschuh. Erstem theiltman gewöhnlich in 10 Zoll u. s. w. oder auch in 12 Zoll (Decimal - und Duodeci-malmaß); letzter» gewöhnlich in 12 Zoll; aber auch in einigen Ländern und Ortenenthält derselbe bald mehr, bald weniger als 12Zoll. Die große Verschiedenheit derMaße in allen Ländern muß bei vorkommenden Fußmaßen sehr berücksichtigt wer-den. Die drei vorzüglichsten Fußmaße sind der englische, französische und rheinlän-dische Fuß. Der engl. Fuß, welcher in Großbritannien und den dazu gehörigen Ne-