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Fürstcnbimd (deutscher)
aus dem Volke, der Ritterschaft und dem Domcapitel, als 1780 dem Kurfürsten,in der Person eines Erzherzogs, ein Coadjutor gegeben werden sollte, daß nicht einöstr. Prinz, sondern F. zum künftigen Regenten von Münster erwählt würde.Aber Östreichs Einfluß siegte. Der Erzherzog Maximilian ward gewählt, nachdemF., der durch Preußens Unterstützung, die er nachgesucht, eine gesetzmäßigereWahl nicht hatte bewirken können, nebst seinen Freunden der von Ostreich ge-wonnenen Mehrheit des Domkapitels beigetreten war. Er legte hierauf seine Mi-nisterstelle nieder, doch behielt er die Aufsicht über die Schulen bei. Als Mitglieddes Domkapitels und der Ritterschaft war sein Einfluß fortwährend groß, allein erbrauchte ihn nur, um die Regierung bei jedem guten Unternehmen zu unterstützen.Darum bewies ihm der Erzherzog und Kurfürst Maximilian stets hohe Achtungund Vertrauen. F. überlebte die Auflösung des Hochstifts Münster und starb1811,82 Jahre alt, der Nachwelt ein unvergeßlicher Mann. X.
Fürstenbund (deutscher). Die erste Veranlassung des deutschen Fürsten-bundes gab das Erlöschen des kmbairischcn Mannsstammcs mit dem KurfürstenMaximilian Joseph (30. Dcc. 1777). Nach dem Tode d-fse'ben sielen seineLänder an den nächsten Seitenvcrwandten, den Kmfärsten Karl Theodor von derPfalz. Dieser kinderlose Fürst hatte aber den Anträgen des Hauses Östreich nach-gegeben, welches ihn zur Vcrzichtleistung auf die Erbschaft durch die wiener Con-vention (3. Jan. 1778) vermocht hatte. Dieser Convention widersprach der muth-maßliche Erbe der Pfalz, Herzog v. Zweibrückcn, und der Erbe der bairischen Allo-dialherrschaft, Schwestersohn des verstört». Kurfürsten von Baiern, der Kurfürstvon Sachsen. Beide suchten die Verwendung Friedrichs II. von Preußen, der,nachdem alle Unterhandlungen über diese Angelegenheit mit Östreich fruchtlos blie-ben, die Waffen ergriff. Im teschner Frieden (13. Mai 1779), der diesen kurzenbairischen Erbfolgekrieg beendigte, wurde dir wiener Convention aufgehoben, Öst-reich erhielt von Baiern bloß das Jnnviertel mit Braunau, und Karl Theodor ge-langte zum Besitze der übrigen Länder. Frankreich und Rußland, die Bundes-genossen von Preußen, übernahmen die Garantie dieses Friedens. Einige Jahrenachher faßte Kaiser Joseph II. den Gedanken von Neuem auf, durch den bairischenStaat die östr. Monarchie zu runden und zu verstärken, und von der russischen Kai-serin wurde der Vorschlag einer Austauschung der östr. Niederlande gegen Baierngemacht. Der Kurfürst Karl Theodor sollte die östr. Niederlande, mit Ausnahmevon Luxemburg und Namur, unter dem Titel eines Königreichs von Burgund,erhalten. Der Kurfürst ward von dem östr. Gesandten, Freih. v. Lchrbach, derHerzog v. Zweibrücken, als muthmaßlicher Erbe, von dem russischen Gesandten,Grafen v. Romanzoff, für diesen Zweck bearbeitet, und Beiden, außer jener Abtre-tung, noch die Summe von 3 Will. Gulden von Östreich versprochen. Zugleicherklärte man dem Herzoge, daß man der Einwilligung deS Kurfürsten versichertwäre, und daß die Sache auch ohne ihn zu Stande kommen würde. Der Herzogaber erwiderte, er werde nie in die Wcrtauschung der Länder seiner Vorfahren ein-willigen, und wandte sich von Neuem an Friedrich II. Dieser unterstützte sogleichdas von dem Herzoge an die Kaiserin Katharina von Rußland erlassene Schreibenmit allem Nachdrucke, und erhielt die Erklärung, daß die Kaiserin diesen Tauschals nützlich für beide Theile betrachtet habe, daß aber derselbe von dem freien Willenbeider Theile abhängen müsse. Obgleich nun auch Ludwig XVI., der als Mitga-rant des teschner Friedens den vorgeschlagenen Tausch nicht billigte, dem König vonPreußen versichern ließ, daß Joseph H., sein Verbündeter, diesen Plan, wegen desWiderspruchs des Herzogs von Iweibrücken, aufgegeben habe, so weigerte sich dochder wiener Hof, darüber eine befriedigende Erklärung zu geben. Friedrich ll. ludteßhalb im März 1785 die beiden Kurfürsten von Sachsen und Hanover zu einemBunde ein, und aller Gegenbemühungen Östreichs und Rußlands ungeachtet wurde