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4 (1830) F bis G
Entstehung
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470 Fürstenberg (Friedrich Wilhelm Franz, Frhr. v.)

fen von Freiburg und Urach baute, Graf Heinrich I., der Stammvater des HausesFürstenbcrg, der davon in der Mitte des 13. Jahrh, seinen Geschlechtsnamen an-nahm Das Haus theilt sich in verschiedene Linien, wovon jetzt nur noch 2 vor-handen sind, nämlich die Fürsicnbcrg-Pürglitzer, welche bloß in BöhmenBesitzungen hatte, aber 1804 durch Erlöschung der Reichslinie zum Besitze des ganzenFürstenthums Fürstenberg gelangt ist, dabei noch in Böhmen die Fideicommiß-Herrschaften Pürglitz, Kruschowitz, Nischburg, Dobrawitz, Lautschin, Lahna undNeuwaldstcin besitzt; und die Fürstcnberg-Wsitraische land gräfliche Sub-stdiallinie, deren Besitzungen (1 St., 1 Mkfl., 3 Schl., 50 D.) Weitra, Reinpolz,Wascn ic. in Mähren und Niederöstreich liegen. In der Stadt Donaucschin-gcn (am Zusammenflüsse der Bcege und Brigach, welche nun Donau heißen,2800 Einw.) befindet sich das fürstenbergischc Residenzschloß nebst den Justiz- undDomainenkmzlcien.

Fürstenberg (Friedrich Wilhelm Franz, Freih. v.'l, Domherr zu Mün-ster, aus einem der ältesten Geschlechter des westfälischen Adels, geb. 1728, einverdienstvoller Staatsmann, dessen für das Hochstift Münster überaus wohlthätigeWirksamkeit Dohm in s.Denkwürdigkeiten" (I, VII.) geschildert hat. Er besaßvortreffliche, durch Studien und Reisen, besonders in Italien, ausgebildete Anla-gen, die er als Mitglied der Ritterschaft und des Oomcap tels zu Münster in denwichtigsten Geschäften, vorzüglich während des siebenjährigen Krieges, wo das Landvon den Preußen feindlich behandelt ward, auf eine rühmliche Art entwickelte.Nach dem Frieden übertrug der nach Clemens Augusts von Baiern Tode in Kölnund Münster gewählte Kurfürst und Fürst-Bischof, Max. Friedrich, geborenerGraf v. Königseck-Nothenfels, dem zu seinem Minister ernannten Freih. v. F.die Regierung des gänzlich erschöpften und mit Schulden belasteten münsterschenLandes. In kurzer Zeit stellte F. den Credit wieder her; zugleich ermunterte erAckerbau und Gewerbe, besonders den Leinwandhandel; er ließ die Festungs-werke von Münster abtragen und beförderte die Verschönerung dieser Stadt;Moräste wurden entwässert und urbar gemacht. Die Justiz wurde unparteiischund schnell verwaltet; eine gute Polizei sicherte und verschönerte die gesellschaft-liche Ordnung, ohne die Ruhe durch entehrendes Mißtrauen zu stören. Die vonHofmann zu Münster unter F.'s Leitung entworfene Medicinalordnung wardie erste und vorzüglichste ihrer Art in Deutschland. Dabei ehrte F. die alte Ver-fassung. Während seiner 17jährigen Thätigkeit als Minister, wobei er ebensofolgerecht als beharrlich verfuhr, wandte er kein gewaltsames Mittel an. Wohlaber wußte er alle Stände zu edlem Wetteifer für die Sache des gemeinenWohles zu beleben; insbesondere munterte er die Geistlichkeit zu höherer Gei-stesbildung auf. Unter allen katholischen Staaten Deutschlands gab er imHochstiste Münster das erste Beispiel verbesserter Schulen. Der Volksunterrichtwurde vom Aberglauben gereinigt und für das Leben nützlich erweitert. Den ho-hem Schulen wurden die alte Literatur und mathematische Studien, welche F.vorzüglich liebte, anempfohlen. Talentvolle Jünglinge wurden unterstützt, umsich zu Lehrern auszubilden; ja F. selbst ward Lehrer der Lehrer seiner Lands-leute und künftiger Geschäftsmänner. So blühte in Kurzem das Land wie-der auf; Wohlstand und gegenseitiges Zutrauen nahmen so zu, daß in keinem be-nachbarten Lande ein so niedriger Zinsfuß war als in diesem. Um den Volkssinnzu kräftigen, ließ er das junge Landvolk in den Waffen üben. Mit ausgezeichnetenKriegern, wie mit dem General Lloyd und dem Grafen Wilhelm v. Schaumburg-Lippe, stand er in vertrauter Verbindung und bildete durch Jdeentausch seinehöhere Ansicht von Kriegswesen und Politik. Überhaupt war ihm Beschäftigungmit den Wissenschaften Erholung, und die Freundschaft mit geistvollen Män-nern seinem Herzen Bedürfniß. Allgemein verehrt, wie F. war, wünschten viele