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Fürst
chen Würde vor und bedeutet Den, der im Kriegsherr voransteht, den Heerführer,Herzog (Heertog); wodurch er zugleich ein so hohes Ansehen gewann, daß er auchim Frieden als der Erste galt. Was er im Kriege gewesen, blieb er im Frieden,Befehlshaber, Regent. Als die Franken unter den germanischen Stämmen dervorherrschende wurden, erhielt dieses Wort eine allgemeine Gültigkeit, und man be-zeichnete damit jedes Staatsoberhaupt. Wer sieht nicht, daß in der richtig verstan-denen Abstammung dieses Wortes die Geschichte der Entstehung der Fürstenwürdeliegt, wenigstens bei uns Germanen! Mit nur geringen Änderungen aber auch beiandern Völkern. Zufall und Umstände stellten in jedem großem und kleinem Mcn-schenverein Einen an die Spitze , der sich durch Körper- und Geisteskraft auszeich-nete oder durch Reichthum ein Übergewicht erhielt. Die Würde des Fürsten ver-anlaßt nicht bloß eine staatsrechtliche, sondern auch eine historische Untersuchung,und auf diese beschränken wir uns hier. Wir sehen, daß Fürst ein Allgemeinbegriffist, denn es gibt Fürsten von verschiedenem Grad und Range: Kaiser, König, Kur-fürst, Erzherzog, Großherzog, Herzog, souveraine und nicht souveraine Fürsten.Woher kommt dieser Unterschied? In der alten Geschichte kennt man bloß eine Artvon Monarchen, die Könige, und bei den Römern, als auf den Trümmern derRepublik ein Fürstenthum errichtet wurde, die Eäsaren, nach dem ersten, der dieganze Folge veranlaßt hatte (Jul. Cäsar), benannt: nur ein andrer Titel statt desköniglichen, den die Römer haßten. Der Unterschied ist also bloß in der neuern Ge-schichte begründet, und hier zwar durch die mächtige Nation der Germanen, derenStämme in Italien, Frankreich, Spanien und Britannien herrschten. Wenn wirdie Römer von Königen und Fürsten der Germanen reden hören, so müssen wir unShüten, solche Begriffe damit zu verbinden, als jetzt gewöhnlich sind. Ein solcherKönig ist nur den Kazikcn der Amerikaner zu vergleichen. In Kriegszeiten, womehre Stämme gemeine Sache machten, folgten sie einem gemeinschaftlichen Heer-führer, dem Herzog, der auch Fürst hieß, als der Vorderste. Mit dem Kriegehörte sein Befehl auf; im Frieden war jeder Stamm wieder für sich. Hier wähltedie Volksgemeinde in voller Versammlung sich einen Häuptling (HovetlioZ nochin Urkunden des 15. Jahrh.), rex und prinoeps genannt. Die Erbstätte des Ge-wählten hieß der Hof (Richthos, Haupthof), an welchem die öffentlichen Versamm-lungen gehalten wurden. Man sollte meinen, daß man zu Häuptlingen vornehm-lich Männer von Jahren und Erfahrung gewählt haben werde; auch hat es nichtan solchen gefehlt, die behaupteten, Männer, in Geschäften grau geworden, habeman dazu erwählt, und sie deßhalb Grau, Grave genannt (xravionss), worausdas heutige Wort Graf erwachsen. Doch scheint es, könne man das nur mit eini-ger Einschränkung annehmen. Ausdrücklich sagt Tacitus („kerm.", 7): „DieKönige (Häuptlinge) nehmen sie ihres Adels, die Herzöge ihrer Tapferkeit wegen".Weiß man nun, was Tacitus unter dem Adel meint (v. 25), so sieht man leichtihren Ursprung aus Reichthum und Landeigenthum hervorgehen. Wahrscheinlichaber erweiterte sich das Ansehen da, wo König und Herzog, der adelige Reiche undder tapfere Heerführer, sich in einer Person vereinigten. Indem nun Ein Stamm,Eine Gemeinde, die mit andern in Fehde waren, diese überwältigte, verschmolzenbeide in Eins, und es entstanden größere Gebiete. Daraus erklärt sich, was Ta-citus anderwärts sagt (o. 12): auf den Volksversammlungen habe man auch dieFürsten gewählt, die in Gauen und Flecken Recht gesprochen. Diese scheinen dem-nach unter den Fürsten gestanden zu haben, und wenigstens die Folgezeit spricht da-für, daß diese Unterricht«» Grafen gewesen. (S. Graf.) Allmälig sieht mandie meisten kleinen Nationen, die Tacitus anführt, verschwinden, und wenige grö-ßere treten auf, welchen wahrscheinlich die überwältigten, oder was sehr häufig derFall war, mit ganzen Gemeinden Hinzutretenden einverleibt sind. Am meistenragen die schon unter Gordian (237 — 241) in Gallien streifenden Franken hervor,
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