Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
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Furca Fürst

Stiftung gegründet, die seinen Namen führt, und deren Vermögen gegenwärtigbereits über 5000 Thlr. betragt. In der Domkirche ward außerdem auf Kosten desnämlichen Vereins F.'s Büste, von Rauch aus cararischem Marmor verfertigt, auf-gestellt, mit der Inschrift:8ekolso, eoolesiae, pstrüse lleous". F.'s gesammelteSchriften sind in 2 Thln. im Verlage des Vereins erschienen, welche zugleich seineBiographie und Auszüge aus seiner Corresponbenz enthalten.

Furca oder Gabelberg, ein 13,171 Fuß hoher Berg im Walliserlande,deßhalb so genannt, weil das Land, von ihm herab gesehen, einer Gabel gleicht, da'dieBerge sich auf beiden Seiten hinziehen wie die Zinken einer Gabel. Nach Andernhat er diesen Namen von seinen 2 höchsten Spitzen. Er liegt auf der nordöstliche»Seite des Walliserlandes und macht den Hauptmittelpunkt der hohen Alpen.

Furcht, lebhafte Besorgniß der Gefahr, oder jedes, oft nur eingebildetenÜbels, dem wir unsere Kraft zum Widerstände nicht gewachsen fühlen. Was dieseFurcht erregt oder leicht erregen kann, ist furchtbar, im hohem Grade fürch-terlich. Die Grade der Furcht sind Bangigkeit, Angst, Erschrecken, Grausenund Entsetzen. Wer sich leicht fürchtet, der ist furchtsam; wer sich leicht faßt, dieGefahr mit Überlegung zu bestehen, muthig; wer nicht leicht in Furcht gesetzt wer-den kann, unerschrocken. Wem der Muth mangelt, der ist feig; wem Unerschrocken-heit mangelt, schüchtern, d. h. er kann durch Furcht erregende Vorstellungen oderfremde Begegnungen leicht verscheucht werden. Diese Schüchternheit ist ein blei-bender Zustand, das Erschrecken hingegen ist vorübergehend; auch der Muthigstekann erschrecken. Es ist daher ein Unterschied zwischen Furcht und Furchtsamkeit.Jene gehört zu den Affekten, wo sie der Hoffnung entgegensteht, und wirkt oft un-willkürlich , aber auch nur vorübergehend; diese ist Geneigtheit zur Furcht. Wersich fürchtet, thut es beim Anblick der Gefahr; der Furchtsame ist in weiter Entfer-nung von ihr, denn sie könnte ja naher kommen. Furchtsamkeit ist eine Folge phy-sischer Eindrücke auf unser Empfindungsvermögen, durch körperliche Beschaffenheitund Erziehung verstärkt und befestigt. Eine ängstliche Behutsamkeit charakterisirtdas ganze Betragen des Furchtsamen, herrscht in seinen Reden, feinem Gange, sei-nen Bewegungen und seinem Gesichte. Seine Stimme ist verzagt, leise, ängst-lich , ebenso sein Gang. Im Umgänge ist er mehr kriechend als höflich, denn erglaubt, sich nicht genug vorsehen zu können, damit er Andre nicht reize. Die Grie-chen nennen Phobos (die Furcht) den Sohn des Ares. ä«I.

Furien, s. Eumeniden.

Furiose bezeichnet in der Musik nicht sowol eine Art von Bewegung alsvielmehr eine Art des Ausdrucks, und wird daher auch als Beiwort gebraucht, z. B.Hllegro kurioso. Das Wilde und Rasende, worauf dieser Ausdruck hindeutet,wird nicht durch übermäßige Geschwindigkeit, wie Manche glauben, befördert; einwilder und rauher Accent im Vertrag entscheidet hier mehr als Bewegung, und die-ser wird von Seiten des Tvnsetzers, in Absicht auf Ausführung, besonders begün-stigt durch fremde harte Ausweichungen, aushaltende Dissonanzen, Sforzatos, un-erwartete und plötzlich eintretende Fortes, chromatische Fortschreitungen im Ein-klang und ähnliche Hülfsmittel mehr.

Fürst. Das Wort ist abgeleitet von der Partikel Für,. insofern dadurchetwas Vorderes, Früheres, in einer Reihe Voranstehendcs bezeichnet wird. Inder Steigerung (dem Comparativ) hatte die altdeutsche Sprache Furica, d. i. scüher-her, eher. In der höchsten Steigerung (Superlativ) Furist, und zusammcngezo-gcn: Fürst, das Allerfrühesie, Erst« in der Reihe, Höchste. (Bei den Englän-dern noch kürst, das E^ste; bei den Holländern <Ie Voorst.) So kommt ein gesir-stetcs Dach vor, ein sehr hohes Dach, das höchste Dach; die Firste, der Giebeldes Hauses. First selbst, als Substantivum, hat die Bedeutung des Giebels,Gipfels. In der Sprache der Franken kommt es als Bezeichnung einer persönli-