464 Fulvia Fundirungsmethode
in der Kunst wenig zufrieden, gab alle Hoffnung auf, je ein berühmter Maler zuwerden, und beschloß, seine Talente auf andre Gegenstände zu wenden. Er kamin Verbindung mit seinem Landsmann Ramfey, einem geschickten Mechaniker,der nach London gekommen war, um die Dampfmaschinen und andre nützliche Er-findungen kennen zu lernen und stein sein Vaterland, Virginicn, zu verpflanzen.F. warf jetzt den Pinsel weg und widmete sich ganz dem Studium der Mecha-nik. Während er sich damit beschäftigte, bewog ihn sein Landsmann Barlvw,nachmal. Gesandter der nordamerik. Staaten in Frankreich, nach Paris zu kom-men und da an einem Panorama zu arbeiten. Diese Arbeit verschaffte ihm An-sehen und Verdienst; er konnte sich nun länger in Paris den mechanischen Stu-dien widmen. Barlow, der ihm sein Gedicht, die „Eolombiade", zueignete, brachteihn in Verbindung mit einigen Mitgliedern des Nationalinstituts und mit stanz.Ingenieurs; der Umgang mit diesen Männern und ihre Schriften erweiterten denKreis seiner Ideen, und aus dieser Zeit rühren die Erfindungen her, die er in derFolge bekanntmachte. Es sind folgende: 1) Eine Mühle, um Marmor zu sägenund zu poliren. 2) Ein System, die Eanäle schiffbar zu machen: „Über die Ver-besserung der Canalschifffahrt" (London 1796, 4., mit 17 Kupf.). 3) Eine Ma-schine, um Seile und Taue zu machen; der einfache Mechanismus dieser Maschinekann durch Wasser in Bewegung gesetzt werden, erfodert wenig Raum und nureinen Arbeiter. 4) Ein Kahn, um unter dem Wasser zu schwimmen. 5) DerTorpedo, eine Maschine, um feindliche Schiffe im Wasser in die Luft zu sprengen.6) Das Dampfboot (s. d.), eine Erfindung, die seinen Namen unsterblichmachen wird. Zu Paris machte er auf der Seine den ersten Versuch damit; abervielleicht lag cS in der Beschaffenheit des Flusses, daß selbst ausgezeichnete franzvs.Mechaniker keinen großen Erfolg von dieser Erfindung erwarteten. Ebenso wenigfand er in England Eingang. Er wendete sich nun mit seinen Erfindungen in seinVaterland. Das erste Dampfdoot wurde unter seiner Leitung zu Neuyork vonBrown 1807 erbaut. Seitdem sind die Dampfböte auf allen großen Flüssen inNordamerika eingeführt worden. F. hatte das Schicksal vieler andern Erfinder.Zwölf Jahre hindurch hatte er sich in Europa und Amerika bemüht, den Gebrauchder Dämpfe bei der Schifffahrt einzuführen; aber er fand fast überall Schwie-rigkeiten. Endlich ertheilte ihm der Eongreß ein Patent, auf den größcrn FlüssenAmerikas die Dampfschifffahrt allein während der für die Dauer der Patente ge-setzlich bestimmten Zeit betreiben zu dürfen. Aber F., arm wie Colombo, wardurch Geldverlegenheit gezwungen, sein Privilegium für die mehrsten amerikani-schen Flüsse um geringe Preise zu verkaufen. Nur für 2 Flüsse hatte er es noch,als er unter Nahrungssorgen und in dem Unmuthe starb, seiner Familie eineSchuldenlast von mehr als 100,000 Dollars hinterlassen zu müssen. F. hatte1810 von dem Eongreß eine Summe von 5000 DcllarS erhalten, um seine Ver-suche, die Zerstörungsmaschiue, Torpedo, zu vervollkommnen, fortsetzen zu kön-nen. In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte ihn der Gedanke, ein Kriegs-schiff mit einer Dampfmaschine zu erbauen. Die Ausführung entsprach seinerIdee vollkommen; der Eongreß unterstützte ihn und befahl, daß nach seiner An-gabe zu Neuyork ein solches Kriegsschiff (Dampffregatte, «tesnr-trogate), 145Fuß lang und 55 Fuß breit, erbaut werden sollte. F. starb wenige Tage vor dergänzlichen Vollendung dieses seines letzten Werks. S. v. Montgery's „iVvtics »ur1» vie et les travnux «lo kollert kulton" (Paris 1825). Im 1.1829 bewilligteder Eongreß F.'s Kindern die Summe von 5000 Dollars mit den Zinsen seit 1815.
Fulvia, die herrschsüchtige Gattin des MarcuS Antonius (s. d ).
Fundamentalbaß, s. Grundbaß.
Fundirte Schuld, s. Staatspapiere (englische).
Fundirungsmethode, die Art, wie die Regierungen in den neuern