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Fulda (Friedrich Karl) Fulton
1817 errichteten Regierung und des Oberlandesgerichts, sowie des katholischenBischofs für Kurhessen, liegt in einem weiten Thale an der Fulda, über welche einesteinerne Brücke führt. Sie hat mit den Vorstädten 990 H. und 9100 Einw.Die Hauptstraßen sind breit und mit ansehnlichen Häusern besetzt; die übrigen win-kelig. Der schönste Platz, der Domplatz, ist mit 2 Obelisken geziert. Unter denGebäuden zeichnen sich aus: die herrliche von Quadersteinen erbaute Domkirche,mit einer sch önen Kuppel und dem Grabe des heil. Bonisacius (s. d.), und dasvormalige bischöfl. Schloß mit einem Lustgarten; Lyceum, Forstlehranstalt. DerStadt gegen Süden steigt eine niedrige, aber weit ausgedehnte Anhöhe sanft an,aus welcher die Fasanerie, ein vormaliges bischöfl. Lustschloß, liegt.
Fulda (Friedrich Karl), deutscher Sprach- und Geschichtforscher, geb.1724 in der ehemal. Reichsstadt Wimpfen in Schwaben, studirtc zu Stuttgart,Tübingen und Göttingen, und starb als Pfarrer zu Enzingen im Wärtembergi-schen 1788. Seine Sprachforschungen sing er um 1760 an und gab den erstenöffentlichen Beweis derselben durch die Abhandlung: „Über die zween Hauptdia-lekte der deutschen Sprache", welche 1771 von der königl. Societät der Wissensch.zu Göttingen den Preis erhielt (Leipzig 1773); dann durch sein größeres Werk:„Sammlung und Abstammung germanischer Wurzelwörtcr nach der Reihe mensch-licher Begriffe" (Halle 1776,4.), auf welches er die „Grundregeln der deutschenSprache" (Stuttgart 1778) folgen ließ. Später erschien sein „Versuch einer allge-meinen deutschen Zdietikensammlung" (Berlin 1788). Einzelne Abhandlungenvon ihm über die deutsche Sprache sind in dem „Deutschen Sprachforscher" enthal-ten , den er gemeinschaftlich mit Nast in Stuttgart herausgab. In allen diesenSchriften zeigte F. philosophischen Scharfsinn, ausgebreitete Kenntniß der Spra-chen und der Geschichte, und den mühsamsten Fleiß im Forschen. Seine Schreib-art ist äußerst gedrungen und kurz, und grenzt oft selbst an das Näthsclhafte. Diehäufigen Lücken, die sich in der Reihe seiner Gedanken finden, erschweren das Lesenseiner Schriften und haben selbst verursacht, daß man verschiedene seiner Sätze alswillkürlich und unerwiesen ansah. Auch beschäftigte sich F. mit Untersuchun-gen historischer und antiquarischer Gegenstände; einzelne Abhandlungen darüber,z. B. von der Gothen Herkunft, von den Gottheiten der Germanen u. s. w., sindvon ihm in verschiedene Sammlungen eingesendet worden. Seine historischenKenntnisse und seinen Überblick der Geschichte bewährte er durch ein Werk, das dieFrucht eines 20jähr. Fleißes war: „Geschichtscharte, in 12 großen illum. Blättern"(Basel 1782), und „Überblick der Weltgeschichte, zur Erläuterung der Geschichts-charte" (Augsburg 1783). Seinen Commentar über den UlphilaS, nebst der lat.Jnterlinearversion, einem daraus gezogenen Glossar und einer mösogothischenGrammatik, hat Zahn in seiner Ausg. des Ulphilas 1805 bekanntgemacht undzugleich Nachrichten über F. und seine hinterlassenen Handschriften mitgetheilt. F.war übrigens ein äußerst thätiger und in seinem ganzen Wesen eigenthümlicherMann. Die Lehrbücher, deren er sich bcim Unterrichte seiner Kinder bediente, schrieber selbst. Dabei beschäftigte er sich viel mit mechanischen Arbeiten.
Fulgurit, s. Blitzröhren.
Füllhorn (Oornu vopiue), das Horn des Überflusses. (S. Achelousund Amalthea.)
Fulton (Robert), Mechaniker in Nordamerika, Erfinder der Dampfböte,geb. in der Grafschaft Lancaster in Pennsplvanien 1767, gest. im Fcbr. 1815, wurde,da sein Vater unbemittelt war, nach Philadelphia zu einem Goldschmied in die Lehregegeben und zeigte hier Talent und Geschmack im Zeichnen. Durch einen seinerLandsleute wurden ihm die Mittel, sich nach London zu begeben, um daselbst unterdem berühmten West, einem geborenen Amerikaner, die Malerei zu studiren. Nach-dem F. hier einige Jahre fleißig studirt hatte, war er selbst mit seinen Fortschritten