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4 (1830) F bis G
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462
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462 Fuhrhandel Fulda (Großherzogthum)

sammen, wenn sie berührt wird, allein ohne Berührung faltet sie dieselben den Tagüber nicht. Hierher gehört auch die Fliegenklappe (s. Dionäa), bei welcher sicheine ähnliche Erscheinung zeigt.

Fuhrhandel, Fracht Handel, besteht darin, daß die Kaufleute einesLandes fremde Waaren aus fremden Ländern holen und sie andern Nationen zufüh-ren und verkaufen. Dergleichen Waaren berühren selten das Land jener Kaufleute,und dieser Handel nutzt daher auch nur den Kaufleuten, welche ihn betreiben, undbeschäftigt die Rhedercien, welche die Schiffer zu diesem Handel verfertigen. Er un-terhält aber daS Gewerbe der Länder, deren Waaren er verführt, und verschafft De-nen Genüsse, welchen er sie zuführt, und Deren Probucte er wieder als Gegenwerthabnimmt. Er paßt vorzüglich für Nationen, die so viel überflüssige Capital- ha-ben, daß sie im Jnlande nicht genug gewinnvolle Beschäftigung mehr finden können.Er macht es andern äcmcm Ländern möglich, daß sie alle ihre Capitale im Landebehalten und damit innere Gewerbe unterhalten können, die sonst offenbar vermin-dert werden müßten, wenn sie den Handel, welchen fremde Nationen für sie betrei-ben, mit eignem Capital führen müßten. Es ist daher ein Irrthum, wenn dieRegierungen diese Art Handel ihrem eignen Volke dadurch zu verschaffen suchen, daßsie ihn den übrigen Nationen erschweren oder ihnen denselben ganz untersagen, dennsie schwächen dadurch die inländischen Gewerbe, weil sie die Capitale von ihnenwegleiten, indem sie solche in den ausländischen Handel oder gar in den bloßenFuhrhandel treiben.

Fulda, kurhessische Provinz und Großherzogthum, macht etwa 4 des ehe-mal. Bisthums Fulda aus, das nach der Secularisation dcS Reichsdeputations-schlusses anOranien-Nassau, dann an den Großherzog von Frankfurt gelangte. Derkurhess. Theil (das Großherzogthum, welches nun Hanau mit Niederhessen verbin-det) begreift jetzt in 4 Kreisen (darunter Schmalkalden) und 11 Ämtern 42 HjM.,125,100 Einw. Das eigentliche Großherzogthum Fulda, ohne das FürstcmhumHersfeld (7 UM., 28,000 E.) und ohne die Herrschaft Schmalkalden (7UM., 23,000 E.), hat nur 28 IlM. mit 74,000 E. Dieses Land hat eine hoheLage und wird an der Ostseite von demRhöngebirge und an der Westseite vom Vo-gelsberge begrenzt, von welchem auch ein Theil hierher gehört. Überhaupt ist dasganze Land eine Mischung von vielen einzelnen, kegelförmigen Bergen, welche vul-kanischen Ursprungs sind, und dazwischen liegenden Wiesengründen und Thälern.Einige von diesen Bergen, als der Dammersfeld, dieMilzeburg (ihrer groteskenForm wegen das Heufuder genannt), der Bibrastein, erheben sich bis zu einer Höhevon 23000 Fuß. Viele Gewässer, darunter die Fulda, gewähren dem Lande einereichliche Bewässerung. Der Boden ist bergig, steinig und mager in vielen Ge-genden, aber durch den Fleiß der Einwohner wohl angebaut, daher man Getreide,Obst, selbst guten Wein (in dem südlichen, zu Barern gehörigen Theile), Gar-tengewächse und besonders vielen Flachs baut. Die Berge sind mit Waldungen,vorzüglich von Buchen, bedeckt; auch hat man Nadelholz angepflanzt. DieWaldungen nehmen einen großen Theil der Oberfläche des Landes ein. Die treff-lichen Wiesingründe geben reichliche Fütterung, daher die beträchtliche Rindvieh-und Schafzucht. An Mineralien sind die Berge nicht reich; Metalle gibt es garnicht. Zu Salzschlirfist ein Salzwerk. Die Einwohner, größten'theils Katholiken,beschäftigen sich sehr milder Spinnerei des.Flachses und der Wolle, und der Weberei.Eine Menge Leinwand, feine Damaste, Tischzeuge aller Art, Handtücher, Bett-zwillich werden von den Einwohnern verfertigt und theils nach Bremen und Frank-furt a. M. versendet, theils durch Haustrer in einem großen Theile von Deutsch-land herumgetragen. Auch gehen jährlich viele Landleut« in die südlichen Main-gegenden , wo die Ärnte früher beginnt, und suchen mit Ärntearbeiten etwas zuverdienen. Die Hauptstadt Fulda, der Sitz der für dieses Großherzogthum