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4 (1830) F bis G
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Füger

ein ästhetisches Erzeugniß sein soll. Rousseau'- Ausspmch:Eine schöne Fuge istdas undankbare Meisterstück eines guten Harmonisten", gilt übrigens nur dem ober-flächlichen Kunstliebhaber, nicht dem geist- und gemüthvollen Kenner. In derFuge äußern sich die Gefühle einer Mehrzahl übereinstimmend, doch mit vollkom-mener Selbständigkeit der Einzelnen. Über das Technische der Fuge belehrt Mar-purg'sAbhandlung von der Fuge" (Berlin 1753).

Füger (Friedrich Heinrich), Director deck. k. Gemäldegalerie in Bclvedercbei Wien, Hostnaler, Professor und k. k. Rath der Akademie der bildenden Künste,geb. zu Heilbronn 1751, eines Predigers Sohn, zeichnete schon in der SchuleAlles nach und malte in seinem 11. Jahre ohne Anleitung kleine Bildnissein Miniatur. Der Anblick von Audran's Schlachten Alexanders, nach Lebrun,das Leben großer Künstler und sein Hang zur historischen Lecture bestimmten ihn zurGeschichtsmalerei. Ein angesehener Verwandter in Stuttgart brachte ihn in diedortige Schule von Guibal, wo er, aller Aufmunterung seines vortrefflichen Mei-sters ungeachtet, bald allen Muth verloren hätte, in der Kunst etwas Großes zuleisten. Wirklich ging er nach Halle, um dort die Rechte zu studiren, wo aberKlotz ihn aufs Neue anfeuerte, seinem ersten Lebensplane getreu zu bleiben. Her-nach setzte er seine Zeichncnstunden zu Dresden fort, begab sich 1774 nach Wienund ward, auf die Empfehlung des Hofraths von Birkenstock, von der KaiserinMaria Theresia als Pensionnair nach Rom geschickt. Nach einem 7jähr. unab-lässigen Studium daselbst (1775 81) ging er 1782 nach Neapel, wo der kaiserl.Gesandte, Graf v.Lamberg, ihn 2 Jahre lang in sein HauS nahm, während wel-cher Zeit er Anlaß hatte, durch 8 große Frescogemälde in dem deutschen Biblio-theksaale der Königin zu Caserta (ohne vorher in diesem Kunstzweige einige Übungerlangt zu haben), und durch ein sehr gelungenes Bildniß dieser Monarchin, seinevorzüglichen Talente zuerst öffentlich an den Tag zu legen. 1783 erhielt er eineEinladung, in russische Dienste zu treten, zog aber aus Dankbarkeit eine andre,des wiener Hofs vor, wohin er als Vicedirector der Maler- und Bildhauerschule1784 berufen wurde. Anfänglich mußte er sich daselbst fast einzig mit Miniatur-gemälden beschäftigen, die er aber ebenfalls in einer kühnen, eines Historienmalerswürdigen Manier behandelte. Allein in der Zwischenzeit bildete er sich nicht min-der in der Ölmalerei mit dem besten Erfolge aus, wovon z. B. sein treffliches Bild-niß Josephs H. und sein Tod des Germaniens, in dem Versammlungssaale derwiener Akademie zeugen. Unter den Kunstwerken, die er geliefert hat, zeichnensich aus: die Portraits Josephs II., der Erzherzogin Elisabeth, Laudon's und derFrau de Witt; unter den historischen Gemälden: Prometheus, der das himm-lische Feuer entwendet, für den Grafen von Zinzendorf, im Schlosse zu Ernstbrunn;Orpheus, der von Pluto die Rückgabe der Eurpdice erbittet; Dido auf dem Schei-terhaufen, letzteres für das fürstlich Kaunitz'sche Cabinet; die ersten Ältern beiAbel's Leiche, für seinen Freund, den Herrn von Naith; das Urtheil des JuniusBrutus über seine Söhne, und als Seitcnstück der Tod der Römerin Virginia,beide in der Kunstsammlung des Grafen v. Fries; Scmiramis, welche an ihremPuhtische die Empörung der Babylonier wider sie erfährt; und endlich Sakralesvor seinen Richtern. Bon seinen Miniaturbildnissen, welche sich durch ihre charak-teristische Ähnlichkeit, durch das Graziöse ihrer Wendungen und durch wahre undkräftige Färbung sehr auszeichnen, erwähnen wir hier nur das vom Kaiser Jo-seph II. (des einzigen wahrhaft ähnlichen dieses Monarchen, von John gestochen),u. ein andres der Gräfin Rzewuska, in ihrem Cabinet von ihren Kindern umgeben.Nicht minder merkwürdig sind 20 Handzeichn., welche dieser Künstler während einerlang angehaltenen Unpäßlichkeit, nach Klopstock'sMessias, aufblaues Papier, mitKreide und Tuch, weiß aufgehöht, verfertigt hat. Einige derselben sind zu derneuen leipz. Prachtausgabe dieses Gedichts, ebenfalls von John, in punktirter Ma-