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4 (1830) F bis G
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Fuge

dkte, suchte er ihnen auf jede Art Abbruch zu thun, und es ist nicht unwahrscheinlich,daß er an der Verschwörung des Marsch. Biron gegen Heinrich IV. Antheil genom-men. Unter Philipp III. war er Statthalter von Mailand und machte sich denitalienischen Fürsten und Republiken, die er die spanische Übermacht fühlen ließ,furchtbar. Er legte (1603) aus einem Felsen beim Einflüsse der Adda in den Co-mersee, an den Grenzen des Veltlins, eine Festung an, die nach seinem NamenFort de Fuentes genannt und von den Graubündnern sehr ungern gesehen wurde.In dem für Spanien unglücklichen Kriege, der 1635 mit Frankreich ausbrach, tratF. wieder auf den Schauplatz. Spanien wollte den Tod Ludwigs XIII. und dieMinderjährigkeit seines Nachfolgers benutzen, und schickte (1643) den 82jähr. F.mit einem Heere in die Champagne. Er belagerte Rocroy; aber der junge muthigeHerzog v. Enghien (nachmals der große Condo) griff (19. Mai 1643) mit einemweit schwächer« Heere die Belagerer a», drang mit seiner Reiterei in die seit Karls V.Zeiten so berühmte und bis dahin für unüberwindlich gehaltene spanische Infanterieein, und richtete sie fast gänzlich zu Grunde. Fuentes, von Gichtschmerzen geplagt,hatte sich in einem Sessel in das Schlachtgetümmel tragen lassen, und fand hierseinen Tod.

Fuge, ein mehrstimmiges Tonstück, in welchem ein melodischer Satz herr-schend ist, welcher abwechselnd von einer Stimme nach der andern auf mancherleiArt (z. B. durch Umkehrung) uud in verschiedenen Intervallen wiederholt wird,und in welchem die melodischen Sätze so in einander harmonisch verflochten sind,daß ein eigentlicher Ruhepunkt erst mit dem Schlüsse eintritt. Die Anzahl derselbständigen Stimmen (die aber nicht nach verdoppelter Besetzung oder nachden begleitenden Instrumenten beurtheilt werden darf) ist willkürlich, und hier-nach heißt eine Fuge zwei-, drei-, vier- oder mehrstimmig. Bei der Fuge kommenhauptsächlich in Betracht: 1) der Hauptsatz oder das Thema, Subject, auch derAnführer, <Iux, genannt; 2) der Gefährte, vorne», auch die Antwort, d. h. dieähnliche Wiederholung des Themas in einer andern Stimme und auf einer andernStufe der Tonleiter; 3) die Gegenharmonie, das Contrasubjcct, eine Melodie, diesich jederzeit, wenn diese oder jene Stimme den Hauptsatz vorträgt, in einer andernStimme hören läßt; 4) der Wiederschlag, repervussio, die Ordnung, in welcherFührer und Gefährte sich in den verschiedenen Stimmen abwechselnd hörenlassen. (Die Regel der Fuge erfodert, daß sie beide in verschiedenen Tonarten wie-derholt werden.) 5) Die Zwischenharmonie, d. i. kurze Sätze, welche vorkommen,während der Hauptsatz schweigt. Kommt in einer Fuge nur ein einziger Hauptsatzvor, so heißt sie einfache Fuge; gibt es aber in ihr mehre, so heißt sie Doppel-fuge, drei-, vierfache Fuge. Streng ist die Fuge oder obligat (kux» riverosta),in welcher nurein Hauptsatz nebst einer Gegenharmonie in allen möglichen Gestal-ten vorkommt. Eine Fuge aber, in welche Zwischensätze verwebt sind, deren No-tenfolge nicht aus dem Thema entlehnt ist, heißt eine freie Fuge (kuxa libor»),z. B. die Ouvertüre aus Mozart'sZauberflöte". Der Fuge liegen die Regel»des Kanons und doppelten Contraprmkts zum Grunde. Ein anziehender musika-lischer Gedanke, der eine ganze Menge ergreifen kann, als Thema, Anordnung derHarmonie zu demselben auf eine Art, daß es bei allen möglichen Nachahmungen,Veränderungen, Umkehrungen und kanonischen Behandlungen immer sangbarbleibe, Wahl des entsprechenden Gegensatzes, sodaß dieser auf der einen Seite nichtganz trockene Behandlung sei, auf der andern aber auch dem Thema nicht vorgreife,gehöriger Eintritt der Stimmen, gehöriges Verhältniß derselben bei ihren Verwech-selungen gegen das Thema, eine Begleitung, bei der immer die Hauptstimme ge-hörig hervorsteche: diese und andre nur durch Geschmack und Übung zu erlangendeEigenschaften müssen, außer den allgemeinen Erfodernissen der Harmonie, eineFuge beleben, wenn sie nicht ein künstliches musikalisches Rechenexempel, sondern