456
Füchse Fuentes
begangen worden. Ein gewisses Resultat hat jedoch diese erneute Untersuchunghierüber nicht gegeben; auch gelang es nicht, die aufs Neue Angeschuldigten zu über-führen, und die Meinung, daß bei dieser zweiten Untersuchung es wol einer gewissenPartei besser, wie bei der ersten, möge gelungen sein, ihre in diese Sache verwickel-ten Anhänger zu schützen, ist, wenn auch nicht bewiesen, doch in Frankreich, und na-mentlich bei Denen sehr allgemein, die durch die seit 1814 veränderten Aeitumstandeschon manchen Druck, besonders in den südlichen Provinzen des Reiches, erfahrenmußten. Bemerken wollen wir hier nur noch, daß den Bruder des HingerichtetenBastide-Grammont, Louis Bastide, bald nach der Execution der Verurtheilten einunheilbarer Wahnsinn befiel. Mad. Manson starb 1825 zu Versailles.
Füchse, in der Studentensprache, die neuen Ankömmlinge auf Universi-täten. Zm 16. Jahrh, unterschieden sich streng alte und neue Bursche. Dieneuen mußten den alten in jeder Rücksicht dienen, besonders sich dazu hergeben,durch polizeiwidrige Streiche die sogenannten Philister (Nichtstudenten) in ihrenRechten zu kränken. Weil sie nun den armen Bürgern und Bauern ebensogroßen Schaden zufügten, als die Füchse, die im Buche der Richter erwähnt werden,auf den Feldern der Philister anrichteten: so soll man sie, die man wegen ihrer lan-gen Federn (peunao), womit sie die Eollegien besuchten, Pennäle hieß, auch Füchse(vulpes) genannt haben. (Vgl. Pennalismus.)
Fuchsinseln, auch Kawalang-Jnseln, der östliche Theil des aleutischenJnselstrichs, 16 an der Zahl, zwischen Kamtschatka und dem festen Lande von Ame-rika, so genannt von den vielen hier befindlichen grauen, rothen und braunen Füchsen.Sie sind größer als die sibirischen, aber ihrHaar ist gröber. Die größte dieser Inseln,Unalaschka, 18—20 Meilen lang, hat 2 Vulkane. Aus dem einen quillt einstarker heißer Sprudel; der andre heißt der brüllende Berg, speit kein Feuer, rauchtaber beständig. Der Boden der Insel ist Fclsengrund, mit Lehm und Thon in denThälern. Der Graswuchs hat nur grobe Gräser, und die Insel fast kein Holz. AnVögeln gibt es Adler, Schneehühner, Enten, Seeraben und Seepapageien. DieEinwohner sind mäßiger Statur, von brauner Haut, und haben schwarze Hände.Sie tragen Pelzhemden mit langen Ärmeln von Vogelbäuchen; bei schlechter Wit-terung hüllen sie sich in Streifen von Gedärmen der Seethiere. Auf dem Kopfe ha-ben sie einen Sonnenhut ohne Boden, mit Entenfedcrn und Glaskorallen geschmückt.Durch den mittlern Nasenknorpcl stechen sie ein Loch, worin ein vielzelliges knöcher-nes Stäbchen getragen wird; auch in der Untcrlefze machen sie auf jeder Seite eineÖffnung, in welche ein Stift oder Zahn eingesetzt werden kann. In den Ohren tra-gen sie Glaskorallen oder Bernstein. Das Haupthaar schneiden sie sich über denAugen rein ab, verzehren das Ungeziefer an ihrem Körper und verschlucken den Na-senschleim. Ihre Hände waschen sie erst mit Urin, dann mit Wasser, und lecken letz-teres ab. Ihre meiste Nahrung sind Fische und Wallsischfett; sie lieben, aber ge-nießen selten Zwiebeln und Wurzeln. Sie wohnen wie die Kamtschadalcn, unddie meisten haben 3 bis 4 Weiber. Die russisch-amerikan. Handelsgesellschaft hathier Niederlassungen. Der Druck ihrer Beamten, Branntwein und Blattern habendie Zahl der Insulaner sehr vermindert.
Fuentes (Don Pedro Henriqucz d'Azevedo, Graf»,), General u. Staats-mann, geb. zu Valladolid 1560, machte s. ersten Feldzug 1580 in Portugal, alsder Herzog von Alba dieses Reich für Philipp II. eroberte. Der Muth und dieKlugheit, welche F. bewies, erwarben ihm die Gunst des Feldherrn, der ihm eineCompagnie Lanzenknechte anvertraute. Ebenso zeichnete er sich in den niederländi-schen Feldzügen unter dem großen Alexander Farnes«, und spater unter dem Mar-chese Spinola, besonders in der Eroberung von Ostende (1604) aus. Er wurdenachher zu wichtigen Sendungen an verschiedene Höfe gebraucht. Als ein unver-söhnlicher Feind der Franzosen, gegen die er im Kriege (1598) mit Glück comman-