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Fualdes
brechung von F.'s Pult am Morgen nach der That und Wegnehmung der Pa-piere und des Geldes); die Bancal ist mitschuldig am Morde aus Vorbedacht;Collard und Bax schuldig der Theilnahme am Morde; Anna Benoit schuldig ohneVorbedacht; Missonier, Bousquier u. d. A. schuldig als Theilnehmer an demFortschaffen der Leiche. Diesemnach wurden die Bancal, Bastide-Grammont,Jauston, Collard und Bax zum Tode, Anne Benoit zum Brandmal und lebens-langer Karrenarbeit, die Andern aber, nach Maßgabe ihrer großem oder geringernStrafbarkeit, zu ein- und zweijähriger Gefängnißstrafe, Geldbußen rc. verurtheilt;Bax jedoch, mehrer bei ihm eintretenden mildernden Rücksichten wegen, der Gnadedes Königs empfohlen. Die Manson ward, als unschuldig bei der That, sogleichin Freiheit gesetzt, indem das bereits erduldete Gefängniß ihr als Strafe für ihr frü-heres Verschweigen angerechnet wurde. Diese Sentenz ward, da der Cassations-hof in Paris sie bestätigte, in ihrer ganzen Ausdehnung vollzogen, und nur das überBax gesprochene Todesmtheil vom Monarchen in 20jährige Zwangsarbeit verwan-delt. Am 3. Juni 1818 wurden Bastide-Grammont, Jausion und Collard zuAlby hingerichtet; die Hinrichtung der Bancal aber noch durch einen eingegan-genen Befehl des Königs erst aufgeschoben, und dann deren Strafe, in Betrachtihres Alters, in lebenslange Gefangenschaft verändert. Von den Delinquentenstarb nur Collard reumäthig und seines Verbrechens eingcständig; Bastide undJausion verharrten bis auf den letzten Athemzug ihres Lebens beim Läugnen.Das größte Mitleid erregte und verdiente gewissermaßen durch ihre treue Liebe dieAnne Benoit. Ihre eigne empfindliche Strafe war ihr nichts. Sie fühlte nurden Schmerz um den Tod ihres, durch Bancal's Einflüsterungen verführten Ge-liebten (Collard) und flehte in den rührendsten Ausdrücken die Richter an, ihr Blutfür das des Geliebten zu nehmen, und ihn zu schonen. An 100,000 Fr. hattedieser merkwürdige Proceß gekostet; 60,000 Fr. waren dem jungen Fualdes ausder Vcrmögmscasse der Verurtheilten als Schadenersatz zugesprochen worden; dochreichte diese Masse kaum zur Deckung der genannten Kosten hin, und so ward auchsein bürgerlicher Wohlstand durch ein Ereigniß ruinirt, das an schauderhafter Ver-wickelung kaum seines Gleichen in der neuern Criminalgeschichte hat. Um Mad.Manson zu sehen, strömten Neugierige weit und breit herbei, und da sie durch dieerlebten Ereignisse sowol als durch die Trauer um ihr Kind erschüttert, auf einmalbegann, sich vom Irdischen weg und dem Himmel zuzuwenden: so geschah es, daßdas durch Missionnaire bearbeitete Land- und Stadtvolk jener Gegenden anfing, irrihr eine Art von Märtyrerin zu sehen, und nicht genug Rühmens von der „heiligenHuberts von Aveyron" (wie man sie bereits zu nennen begann) machen konnte.Der ganze Proceß, die Art, wie sie in denselben verflochten war, ihre Memoirenu. s. f. hatten in der Hauptstadt Frankreichs die Neugier in Betreff ihrer aufsHöchste gespannt. Alles wünschte sie zu sehen, und Einer aus der Menge jenerSpekulanten, deren es in Paris so viele gibt, faßte den Entschluß, ihr 120,000Fr. zu bieten, wenn sie zu ihm in die Hauptstadt kommen und sich in Tivoli für Geldsehen lassen wolle. Mad. Manson schlug dies seltsame Anerbieten jedoch ab, mußtesich aber bald darauf von Neuem nach Alby begeben, weil, in Folge einer neuen An-klageakte vom 27. Oct. 1818, eingereicht bei dem obersten Gerichtshöfe zu Toulousedurch den königl. Gcneralprocurator Gary, der kaum beendete Proceß noch einmalaufgenommen, und dadurch sowol einige bis dahin völlig unbezüchtigtgebliebcne Per-sonen (als der ehemalige Polizeicommiffair Constans) und Andre, die bei der vorigenEntscheidung theils freigesprochen, theils als nur wenig gravirt verurtheilt wordenwaren (wie die Notare Pence-d'Jstournet, Bessiere-Veynac und noch einige Andre),der bedeutendsten Theilnahme am Morde, ja selbst einer größer« als Bastide-Gram-mont, Jausion und Collard, berüchtigt wurden, was denn namentlich in Hinsicht aufJausion die Vermuthung erregte, es sei durch das erste Verfahren ein Justizmord