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ten Kindes, welches ihr, in Folge der während ihrer Gefangenschaft von ihremManne gemachten Reklamationen, genommen worden war, hatte nicht mehr Kraft,der Wahrheit zu widerstehen, und ermähnte durch den Ton, mit welchem sie aufBastide's Anrede antwortete, denselben, von ihr abzustehen. Wie verblendet, ach-tete dieser aber nicht darauf, und mit Kühnheit von Neuem in sie dringend, rief eraus: „Nichts da, keine Sylbenstecherci mehr. Stehen Sie Rede, Madame!"
Wie ergriffen von Begeisterung, erhob sich nun auch Madame Manson, drängtesich durch die Gendarmen bis dicht vor den Aufoderer, sah ihn fest an und sprach: ,
„Bastide, sehen Sie mich an, kennen Sie mich?" „Nein!" erwiderte dieser kalt,wie immer; und empört über dieses freche Wort, rief sie nun mit lauter Stimmeund mit dem Fuße stampfend: „Elender, Du kennst mich nicht, und wolltest micherwürgen!" Erschöpft sank sie hierauf bewußtlos nieder; nachdem sie aber wiederzu sich gekommen, erklärte sie: sie habe in Rhodez gelogen, in Alby wolle sie dieWahrheit sagen. Nun erfolgte das offene Geständniß von ihr, daß sie am Abenddes 19. März, eines geheimen LiebeShandels wegen, sich in Mannskleidem auf derStraße Hebdomadiers aufgehalten habe, daß der durch den Überfall des F. ent-stehende Lärm sie in das offene Haus Bancal's getrieben, daß sie dort in einemScitencabinette Zeugin des Mordes gewesen, daß, als ein Geräusch sie verrathen,Bastide auf sie eingedrungen sei, um sie zu erwürgen, daß aber Jauston sie aus sei-nen Händen befreit, und, nachdem sie eidlich Verschwiegenheit auf den Leichnamdes F. gelobt, sie fortgeschafft habe, und daß endlich ihre im Gefängnisse verfaß-ten Memoiren nur darum von ihr wären niedergeschrieben worden, um sich und >ihr Kind gegen die ihr von Unbekannten angedrohten Nachstellungen zu sichern(welche Furcht sie denn auch bewogen gehabt hätte, der Madame Pons, einer nahenBerwandtin des Bastide, und ihrer Freundin, zu versprechen, ihre in Rhodez ge-machten Geständnisse zu widerrufen), endlich aber auch, um ihren Frauenruf zuretten. Gleich nach dieser wichtigen Erklärung gestanden auch die bisher noch im-mer läugnenden Collard und Bax die That ein. Ersterer, der das Bancal'scheSchenkhaus fleißig zu besuchen pflegte, war durch den Wirth desselben zu der Thatberedet und gedungen worden. Aus Beider Aussagen ging hervor, daß Bastide,Jausion, Bancal (Mann und Frau), Collard, Bax, ein gewisser Bessiere-Veynacund Pence-d'Jstournet, ferner Bastide's Bruder, Louis Bastide, noch ein Mann,Namens Rene, und außer der Bancal auch noch 2 Frauenzimmer, von denendie eine Collard's Geliebte, Anne Benoit, war, beim Morde beschäftigt gewesen. ^Die Jndoffements, welche F. hatte unterschreiben müssen, hatte Jausion zu sichgenommen, Bastide-Grammont aber darauf dem Unglücklichen erklärt, daß ersterben müsse. F. hatte sich nun zur Wehre gesetzt; Bastide aber war über ihnhergefallen und hatte ihn zu Boden geworfen. Jetzt flehte F. nur um ein PaarMinuten, um beten zu können. Bastide's Antwort war: „Wohl um Dich mitdem Teufel zu versöhnen!" Das Ringen ging nun von Neuem los; Jausionund Bastide machten den Unglücklichen fest und schnitten ihm darauf, nachdem erauf die Bank gelegt worden, die Gurgel ab. Die Bancal fing das herabströmendeBlut in einem Gefäß auf und gab es dann, es hinaus in den Hof tragend, denSäuen zu fressen. Während dem hörte man ein Geräusch in der einen Kammernebenan; als man hineindrang, fand man darin ein verkleidetes. Frauenzimmer(die Manson). Bastide wollte sie erwürgen; Jausion und Bax hielten ihn jedoch 'zurück und schafften die Person, nachdem sie geschworen, fort. Alle Beschuldigtegestanden nach und nach mit mehr und minderer Ausführlichkeit die That ein; nurBastide-Grammont und Jauston verharrten beim Läugnen. — Den 4. März(1818) schloß der Gerichtshof seine Sitzungen. Das einstimmige Urtheil der Ge-schworenen war: Bastide-Grammont und Jauston sind Beide des vorbedachtenMordes, zugleich aber auch des Diebstahls mit Einbruch sfl uldig (wegen der Er-