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Fualdos
Rhodez, wegen nicht beachteter Förmlichkeiten des Gesetzes, nichtig, und die ganzeSache von einem andern Gerichtshöfe neuerdings zu untersuchen sei. Dies geschahvor der Assise zu Alby. Ehe hier noch das Verfahren eröffnet werden konnte,schrieb Mad. Manson im Gefängnisse zu Rhodcz, getrieben von Angst vor denDrohungen jener Menschen, die an dem Geschick der Mörder so vielen Antheilnahmen, und gemartert zugleich durch das Gefühl, ihre weibliche Ehre durch dieganze Sache so compromittirt zu sehen, ihre Memoiren, deren erste, 3000 Ex., starke Auflage am 12. Jan. 1818 in Paris erschien und noch denselben Tag vergrif-fen ward. Sechs andre Auflagen folgten im Laufe des Jahrs. Nicht allein wider-rief sie in diesem Buche ihre frühere mehrmalige Aussage, daß sie am 19. Märzin der Straße Hebdomadiers verkleidet gewesen, sondern läugnete auch, daß ihrjemals von irgend einer Seite Drohungen gekommen seien, um ihre Aussage zubestimmen, und sagte endlich: wie dagegen ihre frühern Geständnisse vor demPräfecten ihr abgedrungcn worden wären. Daß das Ganze indeß weiter nichtsals ein ungemein listiges und scharfsinniges Gewebe von Unwahrheiten war, diediese Frau in der Angst ihres Herzens, auf jedem Wege von der Bastide'schen Fa-milie und deren Anhange bearbeitet, aufstellte, ergab sich später zur Genüge, sowieebenfalls, daß nicht allein Familienintereffe, sondern auch das Interesse politischerund religiöser Meinungen bei dieser ganzen Sache, und namentlich bei den Bestre-bungen, die Mörder ihrer Strafe zu entziehen, im Spiele war. Desto mehr Ehremachte es aber der Regierung, daß sie hierbei eine Unparteilichkeit und einen Rcchts-z willen zeigte, der alle die geheimen Machinationen der Feinde der Protestanten undLiberalen in jenen Gegenden scheitern ließ. Den 25. März 1818 begann die As-sise zu Alby ihre Sitzungen. An 300 Zeugen wurden nach und nach verhört; un-ter Andern auch Rose Picrret, von der die Manson geäußert hatte, sie sei das ver-schleierte Frauenzimmer im Bancal'schen Hause gewesen. Dies bestätigte sich je-doch nicht, sondern es ergab sich, daß es eine Andre, Namens Charl. Artabosse,war. Durch das Zeugniß eines Fischers aus der Gegend von Rhodez kam nunauch heraus, daß unter den mehren Personen, die am 19. März Nachts 11 Uhrden Ballen, in welchem der Leichnam des F. lag, nach dem Aveyron geschleppt hat-ten, sich Jausion, Bastide, Bancal und Bax befanden, und obschon Bastide amheftigsten widersprach, so vermochte er doch kein genügendes Alibi zu stellen. End-lich fing auch Mad. Manson in ihren neuerdings gegebenen Aussagen an, zu^ schwanken, und dies um so mehr, je mehr die Witwe Bancal sich nach und nachzum Geständniß entschloß, und zuletzt feierlich zugestand (was sie bisher geläugnethatte), daß der Mord in ihrem Hause und in ihrer Gegenwart geschehen sei. Mad.Manson gab nun zu, daß sie doch während der That in Männertracht verborgenim Bancal'schen Hause gewesen sei; wer sie aber von da wieder aus den Händender sie bedrohenden Mörder fortgeschafft, dies wollte sie noch immer nicht gestehenund berief sich auf Unwissenheit. So standen die Sachen, als plötzlich eine uner-wartete Erklärung von Seiten der Mad. Manson den Schleier, welcher noch übermehren Punkten der Angelegenheit hing, zerriß, und das Interesse des ganzenHergangs auf den höchsten Grad steigerte. Bei einer Confrontation derselben mitden Angeklagten, während der Gerichtssaal mit Menschen überfüllt war, undStenographen bereit standen, jedes Wort der Aussage schnell zu Papier zu brin-« gen, erhob sich auf einmal Bastide, welcher bisher allen gegen ihn gerichtetenFragen und Jnzichten einen kalten, höhnischen Spott entgegengesetzt hatte, mitkühner Festigkeit und foderte, fußend auf seine Kenntniß des Charakters derManson und der Angst, welche sie vor den Drohungen seiner Anhänger hatte, sieauf, die Wahrheit zu sagen. Der kecke Bösewicht hatte sich indeß dies Mal in sei-ner Rechnung geirrt. Mad. Manson, zermürbt gleichsam durch die Länge desVerfahrens und gebeugt in ihrem Innern durch den Verlust ihres einzigen gelieb-