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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
451
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Fualdcs

hatte, in einer Nebenkammer Zeuge davon gewesen war. Sogleich wurden Ban-cal und seine Frau (ein ziemlich bejahrtes Weib), ferner ein ehemaliger Trainsoldat,Namens Eollard, dessen Geliebte, Anne Benoit, sowie noch 3 Andre, mit NamenBox, Missonier und BouSguier, und 25 Tage nach dem Morde, auf Ansuchendes jungen F., Bastide und Jausion festgenommen, und das Verfahren unter ei-nem ungeheuern Andränge von Zuhörern von nah und fern begonnen. Kaum hatteman damit, wiewol nicht ohne Schwierigkeiten, den Anfang gemacht, indem dirdamals in voller Nahrung des Meinungskampfes einander auch in Rhodez und demumgebenden Departement gegenüberstehenden Parteien der Katholiken und Prote-stanten, und wieder der sogenannten Royalisten und Bonapartisten, die Sache ausihren individuellen Gesichtspunkten anzusehen begannen, und besonders die zahl-und einflußreiche Familie der beiden Hauptbeschuldigten, Jausion und Bastide (diesich längst schon als eifrige Anhänger der Restauration und des alten Glaubens beiallen seit 1814 im südl. Frankreich vorfallenden, oft mit großen, leider aber unbe-straft gebliebenen, Verbrechen begleiteten Reactionen gegen die Protestanten undFreunde der kaiserl. Regierung, gezeigt hatten) Alles anwendete, um durch dieseParteimittel ihre Angehörigen zu retten: als neue Entdeckungen zu neuen Verhaf-tungen führten. Es lebte nämlich in Rhodez, getrennt von ihrem Gatten, einemehemaligen Osficier, Marie Fran^oise Elarisse Manson, Tochter des dasigen Pre-votalgerichtspräsidenten Enjalran, die allgemein, trotz ihrer schwärmerischen Reiz-barkeit und mancher, durch schlechtgewählte Romanenlecture genährten Überspan-nung, als eine liebenswürdige Frau anerkannt wurde. Bon dieser erfuhr man nundurch einen Ofsicier, Namens Clemandot, der den Verehrer der Dame machte, vonihr indeß nicht begünstigt wurde, daß sie im Eifer des Gesprächs so genaue Um-stände von der That erwähnt habe, als sei sie dabei gewesen; und da nun Mad.Manson deßhalb zur Rede gestellt wurde: so erklärte sie endlich, sowol vor demPräfecten als ihrem Vater: daß sie sich (wamm? wollte sie nicht enthüllen, da ihrweibliches Zartgefühl dadurch compromittirt werde) am Abend des 19. März inmännlicher Kleidung in der Straße Hebdomadiers befunden, und, erschreckt durchden Lärm, welchen der Überfall eines Menschen auf der Straße verursacht, in daserste offene Haus geflüchtet habe, welches das Bancal'sche gewesen sei. Hier habeman sie sogleich beim Eintritt im Dunkeln ergriffen und in ein Cabinct geschoben,wo sie vor Entsetzen ob der verübten That in Ohnmacht gefallen, dadurch aber denMördern verrathen worden sei, von denen nun einer auf sie zugestürzt wäre, umauch sie zu erwürgen. Durch die Dazwischenkunft eines Andern sei dieser aber inseinem Vorhaben gestört worden, und sie habe nun auf den Körper des ermordetenF. einen ftirchtbaren Eid ablegen müssen, Nichts zu verrathen, und sei darauf voneiner dritten, gleichfalls beim Mord implicirten, Person in Sicherheit gebracht wor-den. Mehr war nicht aus ihr herauszubringen, indem sie sich bei allen Fragen aufden Eid, den sie hatte leisten müssen, und auf die von mehren Seiten her ihr gewor-dene Drohung berief, daß man sie und ihr einziges Kind durch Gift oder Dolch Hin-opfern werde, falls sie einen der Mörder nenne. Aus der vorläufig von dem Ge-richtshof in Rhodez eingeleiteten Untersuchung, die indeß gleich im Anfange dadurchnoch schwieriger gemacht wurde, daß sich der bei der That mit implicirte Bancal imGefängnisse vergiftete, *) ergab sich folgende Darstellung des ganzen Hergangs.Als F., der mit Jausion und Bastide-Grammont getroffenen Verabredung gemäß,in den Abendstunden am 19. März seine Wohnung verließ, um sich zu der bespro-chenen Zusammenkunft zu begeben, ward er in der Straße Hebdomadiers, unfern

*) Bancal trug stark mit Nägeln besetzte Holzschuhe (sadots). Aus dem einenzog er die Nagel, urinirte in den andern und warf die Nägel dahinein, dies dannso lange stehen lassend, bis sich der Rost des Eisens in dem Urin auflöste, woraufer die Jauche verschluckte, und so, nach heftigen Krämpfen, verschied.

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