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Froschmäusler Fruchtbarkeit
Froschmausler, s. Rollenhagen.
Frost nennen wir den Zustand unserer Atmosphäre, in welchem das Wasserin Eis verwandelt wird^ (Vgl. Gefrieren.) Der Grad der Temperatur, beiwelchem dies geschieht, heißt Eis-, Frost-und Gefrierpunkt. (S. Eispunkt.)Die erkältete Lust entzieht dabei dem Wasser denjenigen Antheil Wärmestoff, vonwelchem sein flüssiger Zustand abhängig ist. Die Gewalt des Frostes ist unermeß-lich; eine gefrierende Flüssigkeit zersprengt die festesten Gesäße, in welchen sie ein-geschlossen ist. Die organischen Körper leiden durch ihn jedoch nicht in gleichemMaße, und viele können auch die stärksten Grade desselben aushalten. Den Ge-wächsen sind heftige Fröste bei gehöriger Trockenheit nicht so nachthcilig, als wennsie kurz auf Regen und Thauwetter folgen. Die Ursache davon ist wahrscheinlich,daß bei nasser Witterung selbst im Winter die zarten Gefäße und Canäle der Ge-wächse mit Feuchtigkeiten angefüllt, und dann, bei heftigem Froste, durch die Aus-dehnung des Eises gesprengt werden, wodurch der ganze innere Bau derselben einevöllige Zerrüttung leidet. Das Krachen selbst der festesten Eichen bei heftiger Kältehat gewiß keinen andern Grund. Auch Menschen und Thieren können starke Fröstegefährlich und tödtlich werden. Sie scheinen alle Reizbarkeit des thierischen Kör-pers zu zerstören und rauben demselben die innere Wärme. Der Mensch fühlt sichvon einer so unwiderstehlichen Neigung zum Schlafen befallen, daß er selbst widerseinen Willen einschläft und in Bewußtlosigkeit erstarrt. Bringt man einen aufdiese Art entschlafenen Menschen in ein warmes Zimmer, so tödtet der plötzlicheÜbergang aus der Kälte in die Wärme ihn gänzlich; scharrt man ihn hingegen inSchnee ein, so erholt er sich oft wieder. Gleiche Bewandniß hat es mit erfrorenenGliedmaßen der Menschen und Thiere, welche nur durch ein langsames Austhauen,besonders im Schnee, gerettet werden können. Der Frost wirkt auf gewisse Nah-rungsmittel sehr nachthcilig. Alle wässerige Früchte verlieren durch ihn ihren an-genehmen Geschmack und ihre Nahrhaftigkeit, und gehen nach dem Aufthauen baldin Fäulniß über. Selbst Fleisch, welches durch den Frost vor der Fäulniß ziemlichbewahrt wird, löst sich nach dem Austhauen bald auf. Flüssige Sachen, z. B.Biere, verlieren durch den Frost den Wohlgeschmack. Starke Winde vermindernallezeit die Kälte der Luft einigermaßen.
Frucht, in der Botanik, der Theil eines Gewächses, welcher sich aus demschon in der Blüthe sichtbaren Fruchtkeime bildet, oder der vergrößerte und ausge-wachsene Fruchtkeim. Den wesentlichen Theil jeder Frucht macht der Same aus,wodurch das Gewächs sich fortpflanzt. Dieser liegt entweder bloß, d. h. ohne Be-deckung, oder, was bei den mehrsten Gewächsen der Fall ist, er ist in einem Be-hältnisse, welches das Samenbehältniß heißt. Verschiedene dieser Samenbehältnisseliefern bekanntlich eine sehr wohlschmeckende und gesunde Nahrung.
Fruchtbarkeit ist die Eigenschaft organischer Wesen, neue Individuenderselben Art zu erzeugen. Diese Kraft ist bei einigen in unglaublich hohem Gradevorhanden; in einem Mohnkopfe hat man 32,000 Samenkörner gezählt; dieUlme erzeugt jährl. an 100,000 Körner, ja unsere Obstbäume: Kirschen, Pflau-men«, s.w., wie zahlreich ist der Same, den sie jährlich hervorbringen! Da nunin jedem Samenkorn die Fähigkeit ist, ein Individuum derselben Art zu werden,so müßte bald, wenn jedes einzelne dazu emporwüchse, die ganze Erdoberflächevon einer solchen Pflanzenart bedeckt werden. In den niedern Thierklassen ist dieFruchtbarkeit nicht minder groß; die Königin der Bienen legt jährl. über 5—6000Eier; die großen Schwärme von Mücken, Heuschrecken, welche bisweilen in denFeldern der Tatarei erscheinen und ganze Strecken Landes veröden; die Raupen,welche auch in unsern Gegenden in manchen Jahren so zahlreich sind, lassen aufeine sehr große Fruchtbarkeit schließen. Der kleinste Hering hat 10,000 Eier,ein Karpfen, der nur z Pfund schwer ist, 100,000, ein größerer 262,280; ein
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