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4 (1830) F bis G
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444 Frondöberg

fortzudauern. Die Schätzungen, die man dem Volke auflegte, waren ungeheuer, *und da sich das Parlament weigerte, sie einzuzeichnen, so wurden mehre Male ein-zelne Glieder desselben verhaftet. Dies reizte nicht nur das Volk, sondern auch diePrinzen vom Geblüte und viele Große wider Mazarin auf, der sich unmäßig berei-cherte. An der Spitze der Fronde stand der Coadjutor von Retz (s. d.). Die Leiden-schaft und die Selbstsucht der übrigen Häuptlinge, welche sogar span. Truppen indas Land zogen, verhinderten, daß die Fronde Etwas zur Wohlfahrt des Ganzen aus-richtete. Zwar versprach 1649 der Hof der Fronde gesetzliche Freiheit der Person,des Eigenthums, der Justiz, Steuer-und Gesetzbewilligungsrecht; allein er hieltsein Wort nicht, und der Ausgang dieser Händel diente bloß dazu, die königl. Machtnoch mehr zu befestigen. DieZeit derFronde dauertevon 164854. S. dieM-inoire« äs 51"^ äs Nottevills" und St.-Aulaire's8i«t. äs Ink'ronäv" (Paris1827, 3 Bde.). Noch jetzt wird ein Tadler der Regierung Frondeur genannt.

(Vgl. Bachaumont.)

Frondsberg (Georg v., Frundsberg, Freundsberg, Fronspcrg), Herrzu Mindelheim, kaiserl. Feldhauptmann, geb. 1475, starb zu Mindelheim 1528.

Sein Vater, Ulrich, war, wo nicht Urheber, doch erster Hauptmann des schwäbi-schen Bundes; sein Bruder Kaspar zeichnete sich durch tapfere Thaten als Führerim Bundeskriege aus. Georg nahm an dem Zuge des schwäbischen Bundes widerden Herzog Albert von Baiern Theil, bildete aber sein großes Talent für die Kriegs-kunst in den Kriegen deS Kaisers Maximilian I. gegen die Schweizer aus. Schon ^

1504 galt er für einen der tapfersten Ritter im kaiserl. Heere. Seit 1512 stand er ,

an der Spitze der kaiserl. Truppen in Italien. Er diente mit gleichem Ruhme alsFeldherr Maximilians I. und Karls V.; diesem half er (1525) die Schlacht vonPavia gewinnen. Mehr als ein Mal führte er ihm Kriegsvölker aus Deutschlandzu. 1526 hatte er 12,000 Deutsche auf eigne Kosten mittelst Verpfändung seinerGüter angeworben, durch welche er Karls von Bourbon Heer so verstärkte, daßBeide vor Rom ziehen und es mit Sturm nehmen konnten. In der Folge führteer gegen Ulrich von Würtemberg das Fußvolk des schwäbischen Bundes an, undim Kriege wider Frankreich diente er in den Niederlanden unter Philibert von Ora-nien. F. hat das Kriegswesen verbessert. Eine Truppengattung zu Fuß, welchevon ihren Lanzen Lanzknechte genannt und in Regimenter getheilt wurde, gabden Schweizern an kriegerischer Haltung und Tapferkeit nichts nach.Fronds-berg war", wie eine alte Handschrift sagt,ein großer schwerer Mann, und an a»Gliedern also stark, wenn er den Mittelfinger der rechten Hand ausstreckte, daß erdamit den stärksten Mann, so sich steif stellte, vom Platz stoßen konnte. Wenn einPferd daher gelaufen kam, konnte er es beim Zaum ergreifen und eilend stellen.

Die großen Büchsen und Mauerbrecher konnte er allein mit seinen starken Lendenvon einem Orte an den andern führen, und wenn er vom Rosse stieg und ging,konnte man ihm nicht wohl folgen". Als er bei Ferrara die wegen rückständigerLöhnung tobenden Truppen nicht in Ruhe bringen konnte, ward er, wie er glaubte,vom Schlage gerührt und von dort auf ein Schloß gebracht.Da siehst du michwie ich bin", sagte er zu seinem Freunde Schwalinger,das sind die Früchte des !Kriegs! Drei Dinge sollten einen Jeden vom Kriege abschrecken: die Vcrdcrbungund Unterdrückung der armen unschuldigen Leute; das unordentliche und sträflicheLeben der Kriegsleute und die Undankbarkeit der Fürsten, bei denen die Ungetreuen ^hoch kommen und reich werden, und die Wohlverdienten unbelohnt bleiben". Aufdem Reichstage zu Worms (1521), wo Luther vor Karl V. sich verantworten sollte,machte der ruhige Blick des angefeindeten Mannes einen solchen Eindruck auf denalten F., daß er Luthern freundlich auf die Schultern klopfte:Munchlein,Munchlein", sagte er zu ihm,du gehst jetzt einen Gang, dergleichen ich und man-cher Oberster auch in der allerernstlichsten Schlachtordnung nicht gethan haben.