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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
443
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Fronde

' rung seines lieben Meisters und Herrn, des Messt« Robert de Namur, eine Ge-schichte der Kriege seiner Zeit zu schreiben, welche Beschäftigung, da er zugleich mehreReisen unternahm, um den Schauplatz der zu beschreibenden Begebenheiten zu un-tersuchen , auch mit dazu diente, ihn in etwas von einer Neigung zu heilen, die erzu einer jungen und reizenden, aber weit über seinen Stand erhabenen Dame ge-faßt hatte, mit welcher er durch gemeinschaftl. Lesen von Dichtungen und Romanenvertraut worden war. Die später erfolgte Vermählung dieser Dame machte ihn so» unglücklich, daß er nach England ging, wo man ihn günstig aufnahm, und Phi-lippe de Hainaut, K. Eduards IN. Gemahlin, sich zu seiner Beschützerin erklärte.Diese verschaffte ihm auch die Mittel, einige Zeit wieder in Frankreich in der Näheseiner vornehmen Angebeteten leben zu können. Bald aber kehrte er an den Hof vonEngland zurück, wo man den fröhlichen Dichter und Sänger edler Ritterthaten sogern hatte. Bon hier aus Schottland bereisend, folgte er dem schwarzen Prinzennach Aquitanien und Bordeaux, und wollte ihn sogar auf s. Zuge nach Spanien ge-gen Heinrich Trastamare begleiten. Später ging er mit dem Herzog von Clarencenach Italien, als dieser die Tochter Galeazzo Msconti's h-irathete, und ordnete dieFestlichkeiten an, welche der sogen, grüne Graf, AmadcusVI. von Savoyen, seinemHerrn zu Ehren gab. Nach dem Tode seiner Gönnen» Philippe gab F. alleBerbindung mir England auf und trat, nach manchen Abenteuern als Diplomatund Krieger, wozu er sich übrigens, wie er selbst erzählt, gar nicht schickte, als Haus-j kaplan in die Dienste des Herzogs Wenzel v. Brabant, der selbst Dichter war, und

» von dessen Poesien, die er mit den seinigen vermischte, er eine Ausgabe veranstal-

tete , die eine Art von Roman:Meliador", bildet. Nach Wenzel's Tode ging erin die Dienste des Grafen Gui de Blois, der ihn ermunterte, s. Chronik fortzusetzen,weßhalb er eine Reise zu dem Grafen Gaston Phöbus de Foy unternahm, um ausdem Munde der an dessen Hofe lebenden bearnischen und gasconischen Ritter dieThaten zu hören, welche sie verrichtet hatten. Auf diesem Wege ward er mit demRitter Messt« Espaing du Lion bekannt, der alle Kriegszüge mitgemacht hatteund ihm die Data davon so offen und naiv ertheilte, daß der aus diesen Berichtenentstandene Theil der Fcoiffart'schen Chronik, in Betreff des Tons und Styls, zudem Besten gehört, was der Dichter lieferte. Nachdem er viele Abenteuer bestan-den, ging er noch ein Mal nach England, wo Richard H., ein Sohn des schwarzenPrinzen, herrschte. Als dieser Fürst den Thron verlor, ging er nach Flandern, wo« er 1401 starb. Seine Geschichtserzählungcn, die bis 1400 reichen, tragen in Ko-lorit und Styl ganz das Gepräge seines bewegten Lebens. Sie sind köstliche Docu-mcnte des Charakters und der Sitten seiner Zeit. Von den Copien s. Geschichts-werke, die man in verschiedenenBibliotheken findet, ist die auf der breslauerBiblio-thek die beste und vollständigste, die deßhalb auch so hoch gehalten wird, daß man,als 1806 die Franzosen dieseStadt durch Capitulation einnahmen, in eincmArtikeldieses Bertrags ausbedung, daß dies Manuskript der Stadt verbliebe. Froissart'sPoesien aber werden im Manuskript in der königl. Bibliothek in Paris aufbewahrt.Bon s. Chronik von Frankreich, England, Schottland, Spanien und Bretagne von13261400 (durch einen Unbekannten bis 1498 fortges.) erschien früh in Pariseine Ausg. in 4., in 4 Bdn., die 1503, 1514, 1518 und 1530 neu gedruckt wor-den ist. Andre Ausgaben sind später zu Paris und London, eine Übersetzung von^ Lh. Jenes ist in England 1803, mit einem Suppl. 1810 erschienen. Auch hat maneine Übersetzung ins Flamändische von G. P. van der Loo. Die vonDacier begon-nene neue Ausg. der Froiffart'schcn Schriften blieb durch die Revolution unvollendet.

Fronde, eine Partei, welche sich während der Minderjährigkeit Lud-wigs XIV. dem Hofeund dem Cardinal Mazarin widersetzte, den nach Ludwigs XIII.Tode (1643) die Regent!» Mutter zum ersten Minister erklärt hatte. Richelieu'«DeSpotiSmus schien unter der Verwaltung dieses Ausländers unter andern Forme»