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Friedrich I. (König von Würtemberg
1818 besuchte er den Kaiser Alexander, dessen Bruder Nicolaus sich am 3. Juli
1817 mit seiner Tochter Louise Charlotte, jetzt Alexandrine, vermählt hatte. 1823machte er eine Reise nach Italien. Bei seinem Aufenthalte in Paris hatte F. W.die Gemäldesammlung des Prinzen Giustiniani für 500,000Fr. erkauft und damitseine Hauptstadt bereichert, für deren Verschönerung er fortwährend sorgt, über-haupt ist durch ihn und unter ihm Vieles für bessere Aufnahme des Gewerbfleißesund des inländischen Handels geschehen. Die Universität zu Berlin hat Statuten,und ihre wissenschaftlichen Sammlungen haben Vermehrungen erhalten. Bei derUniversität Königsberg sind neue Anstalten errichtet, einige ältere erweitert und reichbegabt worden. Mehre Schulen und Erziehungsanstalten zu Berlin und in den Pro-vinzialstädtcn erhielten Beweise der Freigebigkeit und Sorgfalt des KönigS. Diewohlthätigen Folgen der weisen Staatswirthschaft zeigen sich dadurch, daß Preußenim Stande war, auf zwei in vorigen Jahren gemachte Anleihen seit 1817 mehreMill. Thaler zurückzuzahlen, und daß die Staatspapiere stiegen. F. W. hatte sei-nem Volke eine Constitution zugesichert, die dem Geiste des Zeitalters angemessensei, und deßhalb am 30. Mal 1817 einen Staatsrath errichtet, zu welchem, außerden majorennen Prinzen des königl. Hauses, die vornehmsten Staatsbeamten imCivil und Militair, und andre Staatsdiener, die der König seines Vertrauens wür-digt, gezogen worden sind. Der versammelte Staatsrath ist in 7 Abtheilungen diehöchste berathende Behörde, die jedoch an der Verwaltung keinen Antheil hat. AuSder Mitte desselben hat der König die Glieder der Commission ernannt, die sich, inFolge der Verordnung vom 22. Mai 1815 wegen der zu bildenden Repräsentationdes Volks, in Berlin unter dem Vorsitze des Staatskanzlcrs mit der Organisationder Provinzialstände und der Ausarbeitung einer Vcrsassungsurkunbe beschäftigt.Seitdem hat der König in allen Provinzen die Provinzialstände theils hergestellt,theils neu ins Leben gerufen, und ihnen eine berathende Stimme, auch die Mit-wirkung bei der Vcrthcilung der Steuern zugestanden. Bei der Einführung derneuen berliner Hofkirchenagende, die sein Werk ist, schonte er die anders Denkendenmit weiser Milde. Auf dem Congresse zu Aachen stiftete der König den 18. Oct.
1818 die Universität Bonn, und in Berlin 1820 ein Museum der Alterthümer;überhaupt ist die Beförderung des Schulwesens und wissenschaftlicher Anstalten, so-wie die öffentliche Erklärung seiner Überzeugung von der Wahrheit des evangelischenGlaubens (s. K ö th en) ein unverwelklicher Kranz in der Regierung dieses Monar-chen. Am 11. Nov. 1824 schloß F. W. III. eine morganatischeEhe mit der GräfinAuguste von Harrach (geb. 30. Aug. 1800), die den Titel führt: Gräfin von Ho-henzvllern, Fürstin von Liegnitz, und sich seit 1826 zur evangelischen Kirche bekennt.Im Sommer 1829 besuchten ihn der Kaiser und die Kaiserin von Rußland; daraufsandte der König den General Müffling nach Konstantinopel, um den Frieden zwi-schen Rußland und der Pforte zu vermitteln. (S. Preußen.)
FriedrichI. (Wilhelm Karl), der 15. regier. Herzog von Würtemberg, seitdem 23. Dec. 1797, hieraus 1803 Kurfürst, endlich seit dem 1. Jan. 1806 dererste König von Würtemberg, gest. den 30. Oct. 1816, geb. zu Treptow in Hin-terpommern, 1754, verm. 1780 mit Auguste Karoline Fricderike Louise, Prinzes-sin von Braunschwcig-Wolfenbüttel, die ihm 2 Söhne (s. Nachfolger, Wilhelm I.,dessen Bruder, Herzog Paul) und die Prinzessin Katharina, verm. Prinzessin vonMontfort, gebar. Sie starb 1787. Hierauf vermählte er sich 1797 in London mitder Kronprinzessin von England, Charl. Aug. Math. (gest. als Witwe 1828). Dasein Vater, Herzog Fricdr. Eugen von Würtemberg, im siebenjähr. Kriege unter denHelden Friedrichs des Großen mitfocht, leitete die Erziehung des Prinzen mit unend-licher Sorgfalt und Treue seine Mutter, Sophia Dorothea, Tochter dcS Markgr.von Brandenburg - Schwebt, eine am Hofe ihres großen Oheims zu Berlin durchKunstsinn und wissenschaftlichen Geist ausgebildete Fürstin. Erst nach dem Frieden,