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Friedrich Wilhelm 111° (König von Preußen)
fische Kriegserklärung. Zwei preuß. Armeen, die eine in Schlesien gebildet unter §
Blücher, die andre unter Pork, welche in Berlin zu dem russischen Heere unter Wit- '
genftein stieß, rückten nun zugleich mit den Russen nach Sachsen. F. W. kam am24. wieder nach Berlin, wo er für die Verwaltung des Staats Militair- und Civil-gouvcrncure ernannte, das Continentalspstem aufhob und eine nur für diesen Kriegbestehende Auszeichnung des Verdienstes um das Vaterland stiftete: das eiserneKreuz, von 2 Classen und einem Großkreuz. Außer den regelmäßigen Heeren wardauf das schleunigste eine allgemeine Landwehr u. ein Landsturm errichtet, deren treff- sliche Einrichtung sich späterhin, als der Feind schon in Schlesien und gegen Branden- ibürg vordrang, entwickelte. Die persönl. Gegenwart des Königs, der alle Gefahrenund Beschwerden mit seinen Truppen theilte, befeuerte diese aufs höchste; ihremHeldenmuthe mußte selbst der Feind Gerechtigkeit widerfahren lassen. Hier könnenaus dem Feldzuge 1813 und 1814 nur die Thaten bei Lützen, Bautzen, Haynau,Kulm, Großbeercn, Dennewitz, an der Katzbach, bei Wartenburg und, nach derSchlacht bei Möckern (16. Oct. 1813), die Erstürmung Leipzigs, der Übergang überden Rhein (1. Zan. 1814), die Siege bei Laon (9. März) und Montmartre (30.März) flüchtig erwähnt werden. „Die schlesische Armee", sagtBlücher am Schlüsse .seines Berichts aus Paris vom 4. Apr. 1814, „hat nach einer Campagne von 7s- IMonat, in welcher sie 6 große Schlachten lieferte, 8 Actionen und unzählige Gefechte ''
hatte, über 48,000 Gefangene gemacht und 432 Kanonen erobert". F. W. III. gabnicht nur öfters Beispiele persönl. Tapserkeit (bei Kulm, Före-Champenoise, den 25.März), sondern trug auch durch seine Einsicht und Festigkeit in den Tagen der Ge-fahr, nach den unglücklichen Gefechten bei Montmirail (14. Fcbr.) und bei Montc-reau (18. Febr.), viel zur Entscheidung der guten Sache bei. Schon war nach jenenGefechten eine rückgängige Bewegung nach Chaumont, die bis über den Rhein zu-rückgeführt und Napoleons Herrschaft aufs Neue befestigt haben würde, beschlossen.
Aber F. W. bewirkte durch seine Festigkeit und sein Vertrauen in die gute Sache,daß der Rückzug nicht weiter fortgesetzt wurde, und daß die Heere gegen Paris vor-rückten, welches sich auch bald nachher (am 30. März) den Verbündeten ergab. Kö-niglich belohnte jetzt F. W. die Männer, die seine Absichten ausgeführt und seineRechte verfochten hatten. Den einsichtsvollen, standhaften Hardenberg, der in ver-hängnißvollen Zähren als Staatskanzler mit geübter, fester Hand das Ruder despreuß. Staats führte, und den tapfern, unermüdlichen Blücher erhob er in denFürstenstand. Die Schreiben, worin er Beiden (am 3. Juni 1814) ihre Erhebung ^ankündigte, sind sprechende Beweise von den Gefühlen des Königs und von seinerrichtigen Würdigung des Verdienstes. Durch Ehrenzeichen und Beförderungen wur-den die bewiesene Tapferkeit im Kriege und die erprobte Anhänglichkeit an Königund Vaterland in allen Ständen belohnt. Späterhin wurde auch das Andenken der >im Kampfe für Freiheit und Vaterland gefallenen Tapfern durch öffentliche Denk-mäler und auf a. Art geehrt. Nachdem der König bis zum Abschlüsse des Friedens(30. Mai 1814) in Paris verweilt hatte, reiste er (im Juni) mit dem Kaiser Alexan-der nach London, hielt bei seiner Rückkunft (7. Aug.) einen feierlichen Einzug in seineHauptstadt, und begab sich dann nach Wien, wo er bis zur Beendigung des Con-gresses blieb. Durch die allgemeinen Congrcßverhandlungen und durch einige beson-dere Verträge ersetzte er seiner Monarchie größtenteils den Verlust, den sie im Frie-den zu Tilsit erlitten hatte. (S. Preußen.) Als im März 1815 Napoleon vonElba her Frankreich wieder in Besitz nahm, verband sich F. W. am 25. März zuWien mit Östreich, Rußland und England gegen ihn und dessen Anhänger. Schonam 18. Juni erfochten die preuß. Heere mit ihren Verbündeten den Alles entschei-denden Sieg über Napoleon bei Belle-Aüiance. (S. Waterloo.) F. W. kam auSdiesem Feldzuge erst am 19. Oct. wieder in seine Residenz zurück; hier feierte er am22. Oct. das 400jährige Regierungsjubiläum seines Stammhauses Hohenzollem.