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4 (1830) F bis G
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Friedrich Wilhelm III. (König von Preußen)

brechen und folgte demselben mit den Prinzen. (S. Braunschweig, K.W.F.Herzog von, und Möllendors.) Am 5. Apr. 1795 söhnte sich Preußen imFrieden zu Basel (s. d.) mit der Republik aus und ließ seine jenseits des Rheinsgelegenen Länder in den Händen der Franzosen. Für die Neutralität des nördl.Deutschlands ward eine Demarcationslinie ss. d.) verabredet. Noch warenwährend F. W.'s II. Regierung von dem letzten Fürsten des brandenburgisch-frän-kischen Mannsstammes, dem Markgrafen Christian Friedrich Karl Alexander, diebeiden fränk. Fürstenthümcr Anspach u. Baircuth (2. Der. 1791) gegen eine jährl.Leibrente von 500,000 Gldn. der Kurlinie völlig überlassen, und von dem Königebei dieser Gelegenheit der rothe Adlerorden erneuert worden. Zn Hinsicht der innernVerwaltung war zwar die von Friedrich !>. eingeführte stanz. Regie abgeschafft, undmanche zweckmäßige Einrichtung begründet, sowie ein neues allgemeines Gesetzbucheingeführt worden; allein die von Friedrich H. geförderte Aufklärung und Toleranzward durch Wöllncr und andre Männer in des Königs Umgebung vermittelst desReligionSedicts (1788) und andre Maßregeln sehr beschrankt. Friedrich Wilh. II.starb am 16. Nov. 1797, im 54. Lebens- und 12. RegicrungSjahre. (Vg l. P r e u -ßen, Haugwitz, Herzbcrg.)

Friedrich Wilhelm III., jetzt regierender König von Preußen, ältesterSohn Friedrich Wilhelms II. und der 1805 zu Berlin als Witwe vcrst. KöniginLouise, Prinzessin von Hessen-Darmstadt, geb. am 3. Aug. 1770. Unter derobern Leitung s. Großohcims, Friedrichs II., stand vorzüglich s. Mutter s. Erziehungvor. Sein nachmaliger Erzieher war der Graf Karl Adolf v. Brühl, als er-ster Gouverneur. Der junge Prinz zeigte viele geistige Anlagen/' ein trefflichesGemüth, und besonders jene Kraft des Charakters, die er in der Folge, besondersim Unglück, behauptet hat. Man kennt noch jene Prophezcihung Friedrichs überihn, zu welcher ein jugendliches Spiel die Veranlassung gab. Die Erziehung desjungen Prinzen und seiner Brüder war nicht bloß militairisch, sondern zugleich po-pulair; sie lernten frühzeitig sich andern Ständen nähern. Im Aug. 1791 beglei-tete F. W. IH., als Kronprinz, seinen Vater nach Dresden, und legte hier denGrund zu der Bekanntschaft mit dem jetzigen Kaiser von Östreich. Als nicht langenachher Preußen, in Verbindung mit Östreich, den Krieg gegen Frankreich erklärte,und Friedrich Wilhelm II. im Juni 1792 sich zu s. unter dem Befehle des Herzogsvon Braunschweig stehenden Heere an den Rhein begab, begleitete ihn der Kron-prinz, nebst den übrigen Prinzen des königl. Hauses, und zeigte bei verschiedenenGelegenheiten die Unerschrockenheit, die den preuß. Prinzen eigenthümlich zu seinscheint. Dieser Feldzug wurde die Veranlassung, daß der Prinz seine nachhcrigeGemahlin, die Königin Louise, kennenlernte. Diese Prinzessin, T. des HerzogsKarl von Mecklenburg - Strelitz, der sich in Darmstadt aufhielt, hatte, beim Aus-bruche des Kriegs, mit ihrer jungem Schwester Darmstadt verlassen und sicheinige Zeit in Hildburghausen bei einer ältern Schwester, der regierenden Herzogin,aufgehalten. Nachdem Frankfurt a. M. (Der. 1792) den Franzosen entrissenworden war, nahm König Friedr. Wilh. II. den Winter hindurch sein Hauptquar-tier in dieser Stadt. Die beiden Prinzessinnen nahmen (März 1793) ihren Rück-weg nach Darmstadt über Frankfurt und wurden von dem Könige zur Tafel gela-den. Die Prinzessin Louise erregte gleich beim ersten Anblick die AufmerksamkeitbeS Kronprinzen. Nicht Staatsgründe oder Familienverhältnisse,' sondern dieHarmonie der Gesinnungen und der Einklang der Herzen schloffen den glücklichstenBund; der Kronprinz verlobte sich mit der Prinzessin Louise in Darmstadt, am24. April 1793, und am 24. Der. fand zu Berlin die Vermählung statt.F. W. IH. folgte s. Vater, den 16. Nov. 1797, in der Regierung, und besuchteim Frühjahr 1798, in Begleitung seiner Gemahlin, die vornehmsten Städte seinesReichs, um die Huldigung zu empfangen. In den letzten Jahren F. W.'s H. hat-